Italienische LigaSpiel in Italien wegen Rassismus-Gesängen unterbrochen

In der Serie A ist es erneut zu einem rassistischen Zwischenfall gekommen: Fans des AS Rom beschimpften Milan-Stürmer Mario Balotelli. Das Spiel wurde unterbrochen.

Die italienische Fußball-Liga bekommt ihr Rassismus-Problem nicht in den Griff. Erneut kam es zu einem Eklat, diesmal in dem Spiel zwischen dem AC Mailand und dem AS Rom. Die Begegnung musste unterbrochen werden. 

Grund waren rassistische Gesänge und Sprechchöre von Fans des AS Rom, die sich vor allem gegen Milans Stürmer Mario Balotelli  richteten. Schiedsrichter Gianluca Rocchi pfiff das Spiel in der zweiten Halbzeit für rund anderthalb Minuten ab.

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In dieser Zeit versuchte Roms Mannschaftskapitän Francesco Totti die eigenen Anhänger zu mäßigen. Diese waren bereits in der ersten Hälfte ausfällig geworden. Über Lautsprecher wurden sie daraufhin gewarnt, dass das Spiel abgebrochen werden könnte.

Der Vorfall ist ein weiteres Indiz für die Umtriebe rassistischer Fans der Serie A. Im Januar hatte der ebenfalls dunkelhäutige Kevin-Prince Boateng das Spielfeld bei einer Testpartie des AC Mailand gegen einen Viertligisten verlassen.   

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Leserkommentare
  1. Pardon, aber das ist doch kein Rassismus, wenn die Masse auf den Rängen irgendein Attribut (z.B. schwarze Hautfarbe) benutzt, um in eine altbekannte Kerbe, mit der man jemanden verletzen kann, reinzuhauen.

    Wenn der Mann Ire mit roten Haaren wäre, dann hätten sie vermutlich "Rotschopf, Rotschopf" gegrölt. Oder bei einem Italiener "Itaker, Itaker" usw.

    Oder eben was auch immer.

    Hauptsache, es trifft den Gemeinten.

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    > Pardon, aber das ist doch kein Rassismus, wenn die Masse auf
    > den Rängen irgendein Attribut (z.B. schwarze Hautfarbe) benutzt,
    > um in eine altbekannte Kerbe, mit der man jemanden verletzen
    > kann, reinzuhauen.

    Bei manchen Kommentaren fasst man sich nur noch resignierend an den Kopf.

    Ja eben. Und genau das nennt man Rassismus.

    Entfernt, da Unterstellung. Danke, die Redaktion/se

    • Vibert
    • 13. Mai 2013 10:09 Uhr

    aber Sie scheinen nicht zu wissen, was Rassismus bedeutet, um es mal freundlich auszudrücken.

    Das ist KEINE Scherzfrage, es würde mich wirklich interessieren.

    Entweder ist es kein Rassismus (Kommentar 1) oder die Person hat selbst daran schuld (Kommentar 12).

    Ich erinnere mich an eine Reise nach Tel-Aviv mit einer Gruppe in der so das eine oder andere weiße, blonde, hübsche Mädchen war. Wo die Mädels standen und gingen, sie bekamen immer das gleiche zu hören:

    "Eins, Zwei, Drei. Achtung, Achtung, hier kommt Eva Braun".

    Nach zwei Tagen kamen sie heulend an ("Ich kann das nicht mehr hören, whää"). Nach nur zwei(!) Tagen haben die Mädels echt geheult. Sie haben dann jedem erzählt, sie wären Schweizerinnen oder aus Österreich. Das hab ich natürlich richtig gestellt. Ich kann meine Hautfarbe auch nicht verstecken.

    Nach hiesigen Maßstäben war das ja auch kein Rassismus, sondern nur irgendeine "Kerbe" in die man haut.

    Jedem, der hier faselt, dies sein kein Rassismus, was Balotelli erdulden muss, wünsche ich dass er das gleiche erlebt wie die Mädels in Israel. Das war übrigens auch Rassismus, aber nur nach meinen Maßstäben, und die gelten hier ja nicht.

    ...genauso wenig rassistisch wie "kartoffelfresser" oder "alle deutschen sind nazis", natürlich nicht, sind ja nur floskeln.

    das wort "rassismus" kann man auch nicht als eigenständige von anderen soziologischen phänomenen abgekapselte "biologistische bedeutung" definieren. natürlich ist es rassismus, wenngleich nicht labortechnisch nachgewiesen. dies ist eine viel tiefgreifendere problematik, durch reine definition kann man diskriminierung (welchen ursprungs auch immer) nie RECHTFERTIGEN!!!! wie eine gesellschaft diese angeht ist wieder eine andere sache...

    Ein Kernattribut des Rassismus und der Rassisten ist, dass sie selbst nicht denken, rassistisch zu sein. Es ist schlichtweg normal für sie, anhand völkischer Attribute andere Menschen zu beleidigen, zu benachteiligen, zu diskriminieren oder hier eben auszubuhen. Ihre Aussage deutet vielmehr darauf hin, dass auch Sie sich in dieser Falle wiederfinden. Sie sollten sich mit Rassismusforschung auseinandersetzen, so würden Sie vielleicht in einen selbstreflektorischen Prozess geführt. Genau diese Verharmlosung durch Fußballfans ist der größte Beweis für das Massenproblem Rassismus in Stadien - und ein gutes Beispiel für den Rassismus der Gesellschaft insgesamt!

  2. > Pardon, aber das ist doch kein Rassismus, wenn die Masse auf
    > den Rängen irgendein Attribut (z.B. schwarze Hautfarbe) benutzt,
    > um in eine altbekannte Kerbe, mit der man jemanden verletzen
    > kann, reinzuhauen.

    Bei manchen Kommentaren fasst man sich nur noch resignierend an den Kopf.

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    Antwort auf ""Rassismus""
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    ...besser zum selbständigen Denken nutzen!

  3. Ja eben. Und genau das nennt man Rassismus.

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    Antwort auf ""Rassismus""
  4. Provokation ist alles - egal wie sich diese manifestiert.*
    Scheint ja in Italien "prächtig" zu funktionieren.

    *ich weiß von was ich rede

  5. Rassistische Gesänge bei der Roma? Sind natürlich nicht auszuschließen, allerdings sollte man sich das Spiel wohl einmal selbst ansehen, bevor man hier urteilt. Nicht umsonst gelten die Roma-Fans eigentlich als recht tolerant. Ging es am Ende etwa "nur" um über- und personenbezogene Balotelli-Schimpfe, vergleichbar den Affen-lauten für Oli Kahn? Ich bin hier etwas skeptisch, zumal der "Artikel" so aussieht, als sei er fast ungeprüft von der Agentur übernommen...

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  6. ...die unvermeidlich zu jedem Leserforum dazugehört, in dem es um Rassismus in Deutschland geht:

    “Der Rassismus steckt tief, tief drin in den Italienern”

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    Wuerde ich insgesamt so unterschreiben mit 5 Jahre Aufenthalt in Rom. Wobei der Norden signifikant rassistischer ist als der Sueden, und es dort im Norden auch gegen die Afrikaner (Sueditaliener) geht.

    Es passt so nicht in unser Bild von italien, auch weil es uns nicht so trifft ausser natuerlich die Nazi Beschimpfungen (der eigene hauptsaechlich im Norden gefoerderte Faschismus wird verdraengt)

  7. Denn:

    Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet.

    Und so reflektiert denkt der Mob nicht. Er will blind verletzen. Mit welcher Methode oder Worten ist völlig egal...

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    "Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet."

    Vollkommen richtig , wobei ich schon der Meinung bin , daß die italienischen Fans das durchaus reflektieren .
    Der Herr Balotelli bemüht sich gerade aus italienischer Sicht aber auch nach Kräften , rassistische Klischees immer wieder zu bedienen .
    Solche Statements , wie seine Freundin bei einem Sieg von Madrid , deren Spielern für Sex zur Verfügung zu stellen und die letzte Freundin davor im schwangeren Zustand sitzen zu lassen , die kommen im doch ziemlich katholisch geprägtem Italien nunmal gar nicht an .

    Sowas rechtfertigt natürlich keine rassistischen Anfeindungen , aber es fällt schon auf , daß dieser Rassismus in der Hauptsache solche Fußballer wie Balotelli oder Kevin-Prince Boateng betrifft , die immer wieder durch ziemlich asoziale Sprüche und Verhaltensweisen auffallen .
    Dazu überdurchschnittlich oft wegen grober Unsportlichkeiten vom Platz fliegen .

    Einigen Fußballern sollte man daher mal ernsthaft beibringen , daß es eben nicht nur reicht in einem Land gut Fußball zu spielen , sondern sie sich eben auch in einer Gesellschaft halbwegs sozialverträglich zu benehmen haben .
    Denn im Gegensatz zu den genannten Spielern gibt es ja auch unzählige Spielerbeispiele in Italien , bei denen unabhängig von Herrkunft und Hautfarbe solche Anfeindungen ausbleiben .

  8. ...besser zum selbständigen Denken nutzen!

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    Antwort auf "Re: "Rassismus""

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kg
  • Schlagworte Italien | Francesco Totti | Rom | Mailand
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