José Mourinho während des Spiels gegen Atlético Madrid beim Copa del Rey © Denis Doyle/Getty Images

José Mourinho verlässt Real Madrid zum Saisonende. Das verkündete Real-Präsident Florentino Pérez am Montagabend bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Madrid. 

Pérez betonte, es handele sich um keine Entlassung, obwohl Mourinhos Vertrag noch bis 2016 lief. "Wir trennen uns im gegenseitigen Einvernehmen", sagte er.

Als Nachfolger gilt der Italiener Carlo Ancelotti vom französischen Fußballmeister Paris St. Germain (PSG). Offiziell machte das Pérez allerdings noch nicht. "Es gibt keinen Vorvertrag und auch keine Vereinbarung mit irgendeinem möglichen Trainer. Das ist eine Aufgabe, die in den nächsten Tagen vor uns liegt", sagte er.

Paris St. Germain will Ancelotti nicht gehen lassen

Ancelotti gilt seit Längerem als Favorit für den Trainerposten bei Real. Er ist jedoch noch bei Paris St. Germain vertraglich gebunden. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi sagte dem TV-Sender Beln-Sport: "Wir haben gesprochen und Ancelotti hat darum gebeten, nach Madrid wechseln zu dürfen. (...) Ich war ganz klar und habe ihm gesagt, dass sein Vertrag mit uns noch ein Jahr läuft. Er kann nicht weg." Er warnte auch Real vor "juristischen Problemen".

Ancelotti sagte dem TV-Sender Canal+: "Wir hatten ein Gespräch, und ich habe darum gebeten, den Klub verlassen zu dürfen." Zu seinen Beweggründen wollte er sich nicht äußern: "Es ist nicht die richtige Zeit, meine Gründe zu erklären. Vielleicht werde ich sie nie erklären." Die Sportzeitung L'Équipe schrieb, der Italiener habe erfolglos mehr Einfluss bei den Spieler-Einkäufen gefordert.

"Das war die schlechteste Saison meiner Karriere"

Mourinho hatte den spanischen Fußball-Rekordmeister knapp drei Jahre trainiert. Er verpasste in dieser Saison die Titelverteidigung in Spanien und scheiterte das dritte Mal in Serie im Halbfinale der Champions League. Spanischen Medienberichten zufolge könnte er zu seinem Exverein Chelsea nach London wechseln.

In den drei Jahren gewann Mourinho mit Real Madrid nur einmal den Pokal, einmal die Meisterschaft und einmal den Supercup. Das ist in der jüngeren Vereinsgeschichte die schlechteste Bilanz, die ein Real-Trainer in dem Zeitraum erzielte.

Nachdem Real in der Liga schon in der Hinrunde vom späteren Meister FC Barcelona abgehängt worden und in der Champions League an Borussia Dortmund gescheitert war, hatte es am Freitag nicht einmal zum "Trosttitel" gereicht. Im Pokalfinale des Copa del Rey unterlag Real dem Stadtrivalen Atlético. "In dieser Spielzeit habe ich versagt, das war die schlechteste Saison meiner Karriere", hatte Mourinho danach eingeräumt.