Robin Dutt"Deutsche können nur rennen, hieß es im Jahr 2000"

Vor gut zehn Jahren reformierte der DFB die Nachwuchsarbeit, heute spielen Deutsche wieder um Titel. Allerdings wurden damals Details vergessen, sagt Sportdirektor Dutt. von Stefan Hermanns und Michael Rosentritt

Robin Dutt, DFB-Sportdirektor

Robin Dutt, DFB-Sportdirektor  |  © Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Frage: Herr Dutt, wann haben Sie zuletzt mit Joachim Löw Fußball gespielt?

Robin Dutt: Da war ich noch Trainer in Freiburg. Es muss also mindestens zwei Jahre her sein. Wir haben mit acht bis zehn Leuten ab und zu in der Halle gekickt, und manchmal hatte ich das Glück, mit Jogi in einer Mannschaft zu spielen. Das sage ich, weil er ein sehr guter Hallenspieler ist.

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Frage: Wie sieht es mit Ihren Fähigkeiten aus?

Dutt: Ich habe in den Amateurklassen gespielt, in der Abwehr angefangen und bin nach vorn in den Sturm durchgereicht worden. Oft ist es ja umgekehrt.

 Frage: Von Ihrer Statur her wären Sie der ideale Stürmer für Löw: nicht zu groß, wendig …

Dutt: …aber fußballerisch wäre ich schlichtweg zu schlecht.

Frage: Irritiert es Sie, mit welcher Vehemenz über das Thema "Echter Mittelstürmer oder Falsche 9" diskutiert wird?

Dutt: Überhaupt nicht. Vor Kurzem haben wir mit Joachim Löw, Hansi Flick und Andreas Köpke zusammen gesessen und uns genau darüber unterhalten. Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn die Öffentlichkeit über Fußball diskutiert. Das ist es, was uns weiterbringt.

Frage: Wo stehen Sie in dieser Debatte?

Dutt: Ich bin da nicht dogmatisch. Als Trainer solltest du dich nicht stärker beschränken als notwendig. Wir haben so viele gute Spieler mit so vielen unterschiedlichen Qualitäten, dass es völlig irrsinnig wäre, sich auf ein einziges System festzulegen. Und Joachim Löw hat als Trainer genau das, was ich als Sportdirektor erwarte: einen Plan.

Frage: Wie sieht dieser Plan aus?

Dutt: Das Ziel ist es, bis zur Weltmeisterschaft in Brasilien zwei Systeme perfekt zu beherrschen. Wir können in einem 4-2-3-1-System mit Mittelstürmer spielen und genauso ohne echte Spitze wie die Spanier. Das wird die Mannschaft nur stärker machen. Stellen Sie sich mal vor – was sich natürlich niemand wünscht –, Miroslav Klose und Mario Gomez stoßen im ersten Training mit den Köpfen zusammen und fallen aus! Das wäre ein schwerer Schlag, trotzdem würde vermutlich niemand nervös werden. Weil wir sagen können: Dann spielt halt Marco Reus vorne drin. Oder Mario Götze. Oder Mesut Özil. Sie haben nämlich schon gezeigt, dass sie das können. Es wäre doch fahrlässig, diese Möglichkeiten nicht zu nutzen. 

Frage: Haben Sie trotzdem den klaren Auftrag des Bundestrainers, in den Nachwuchsteams einen Mittelstürmer zu entwickeln?

Dutt: Das ist nicht der Auftrag des Bundestrainers, sondern des gesamten Fußballs. Wir werden weiter einen Linken Außenverteidiger und einen Mittelstürmer brauchen, genauso wie diese flexiblen Mittelfeldspieler, die einen fließenden Mittelstürmer spielen können. Aber die Vereine leisten die Hauptaufgabe, weil ihnen die Spieler häufiger zur Verfügung stehen als uns.

Frage: Götze, Özil, Reus, Draxler: Der deutsche Fußball hat zuletzt viele technisch begabte Spieler hervorgebracht. Hat man andere Positionen dafür etwas vernachlässigt?

DFB-Stützpunkte

In der Saison 2001/02 modernisierte der DFB unter der Führung von Gerhard Mayer-Vorfelder seine Nachwuchsarbeit. Es wurden über das ganze Land 392 Talentförderstützpunkte eröffnet, wo die Besten einen zusätzlichen Trainingstag pro Woche absolvieren konnten. Anfangs galt das für 11- bis 17-, heute für 10- bis 14-Jährige. Das Programm beschäftigt 40 hauptamtliche und rund 1.200 freie Mitarbeiter. Das Netz der Stützpunkte ist sehr dicht, der DFB gewährleistet, dass kein Junge oder Mädchen länger als 25 Kilometer anreisen muss. Geschult werden keine "deutschen Tugenden", sondern das Spiel mit dem Ball. Rund zehn Millionen Euro pro Jahr (im Anfangsjahr: zwanzig Millionen Mark) kostet das Programm.

Leistungszentren

Ab 2001 wurden Profivereine vom DFB dazu angeregt, eigene Nachwuchsleistungszentren zu unterhalten. Seit 2004 ist es verbindliche Voraussetzung, um eine Lizenz für die Erste oder Zweite Liga zu erhalten. Ein Mal pro Jahr zertifiziert eine Kommission deren Qualität.

A-Jugend-Bundesliga

Seit der Saison 2001/02 gibt es eine A-Jugend-Bundesliga, sie teilt sich in die drei Staffeln Nord/Nordost, Süd/Südwests und West. Später kam das Pendant für die B-Jugend hinzu. Dadurch ist gewährleistet, dass sich schon 14- bis 18-Jährige auf höchstem Niveau messen.

Dutt: Sie müssen sich noch einmal an die Situation erinnern, die es 2000 gab, als der DFB und die Vereine angefangen haben, ihre Nachwuchsarbeit zu reformieren und viel Geld zu investieren. Damals hieß es: Die Deutschen können zwar kämpfen und rennen, aber Fußball spielen können sie nicht. Also haben sich die jungen Trainer damals speziell mit diesem Thema beschäftigt. Welche Trainings- und Spielformen führen dazu, dass wir fußballerisch besser werden? Was dabei allerdings zu kurz gekommen ist, ist das traditionelle Positionsspiel. Das Mittelstürmertraining und das Flankentraining sind, zugegeben, etwas in den Hintergrund getreten. Das müssen wir jetzt korrigieren. Wir wollen ja die Götzes und Draxlers, aber wir wollen auch jemanden haben, der in der Lage ist, mit links eine scharfe und gezielte Flanke zu schlagen. 

Frage: Können Sie den Vereinen vorschreiben, verstärkt Mittelstürmer oder Linke Verteidiger auszubilden?

Dutt: Wir sind nicht in der Position, den Vereinen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Mein Konzept zielt darauf, das Potenzial der kompletten Fußballfamilie zu nutzen. Wir wollen den inhaltlichen Austausch stärken und durch Argumente überzeugen. Wir haben in den Vereinen so viele gute Trainer, dass sich weder der Bundestrainer noch der Sportdirektor des DFB anmaßen sollte zu sagen: Also, ihr bei Borussia Mönchengladbach oder ihr beim 1. FC Köln, ihr müsst jetzt die und die Trainingsform machen. Ich habe gerade eine Rundreise zu den Vereinen hinter mir, und wenn ich, sagen wir, aus Gladbach nach Hause komme, hat mir der dortige Nachwuchsleiter ein paar Ideen mit auf den Weg gegeben. Und umgekehrt hat er vielleicht ein paar spannende Punkte von mir gehört. Wir wollen alle Ebenen so vernetzen, dass wir in Deutschland bei Technik und Taktik ein paar Grundsätze haben. So wie wir einmal die deutschen Tugenden als Markenzeichen hatten, so wollen wir jetzt mit Gegenpressing, Tempo- und Kombinationsfußball auf engem Raum eine neue Identität schaffen.

Leserkommentare
  1. denn beides gehört zusammen und das sah man an Brasilien, Frankreich, Spanien (Italien würde ich ausklammern). Diese Teams haben Titel gewonnen und dabei am schönsten gespielt, aber auf dieser Ebene, auf diesem Level entscheidet dann auch der Willen. Für uns als Fans muss (!) es ok sein, dass Deutschland nicht den Titel gewinnt, für Spieler und Trainer gilt das nicht, denn diese spielen und leben auf den Moment hin, Titel zu gewinnen. Darum kann ich dieser Perspektive nur bedingt zustimmen und glaube auch, dass Dutt intern anders reden wird.
    Darum ist es interessant, dass auch Sammer erwähnt wird, denn dieser ist das Musterbeispiel dafür, dass man als Profi, alles erreichen wollen muss und sich nicht mit dem zweiten Platz zufrieden geben sollte. Wohlgemerkt. Als Fan finde ich es völlig ok, vor allem wenn das Team alles gibt und toll gespielt hat, aber wenn ein Spieler den olympischen Gedanken an den Tag legen würde, wäre ich der Meinung, er hat die falsche Berufsauffassung.
    Beispiele dafür sind eben in der Tat die Spanier. Es war eben für sie nicht ok, die zweiten Sieger zu sein, in Halbfinals zu scheitern etc.
    Eine Sache, die Dutt leider im Interview nicht erwähnt ist die Tatsache, dass die ausländischen Talentschmieden nicht schlafen. Spanien, Brasilien, Argentinien, Frankreich, Italien, Portugal, Urugay und eben Deutschland sind die Topfavouriten auf den Titel und die können alle toll spielen.

    2 Leserempfehlungen
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    • dacapo
    • 17. Mai 2013 2:05 Uhr

    Spanien hat sehr lange gebraucht, bis mit der NM erfolgreich wurden. Davor war im Gegensatz zu den Vereinsmannschaften tote Hose. Es wurde viel darüber diskutiert, warum das so sei. Manche Stimmen behaupteten, es sei der Konkurrenz-Kampf zwischen den Katalanen zum Königlichen-Klub, der die Entwicklung hemmt. Günther Netzer hatte aber schon vor den ersten Erfolgen darauf hingewiesen, dass der spanische Fussballverband großen Wert auf die Ausbildung von jungen Spielern Wert legte. Diese Arbeit hatte sich gelohnt, aber eben lange Zeit war nichts. Deutschland hatte abgesehen von den Titeln zwei Etappen guten Fußballs, in den 70-er und den 90-ern. Und eben seit 2004 sieht es noch erfreulicher aus, leider bisher ohne Titel.

    • LTank
    • 14. Mai 2013 10:37 Uhr

    Sehr gutes Interview. Dutt wird an manchen Stellen überraschend konkret. Zum Beispiel, wenn er sagt, dass Deutschland für die WM zwei Systeme einübt. Das konnte man nach den letzten Spielen zwar schon ahnen, aber so direkt hatte ich das noch nicht gehört.

    Auch zur an sich unsäglichen Führungsspieler-Debatte sagt Dutt Interessantes. Seine Definition des Führungsspielers ist weit entfernt vom schreihalsigen Mannschaftsdiktator, der von diversen Ex-Spielern und selbsternannten Experten gefordert wird.

    Für Dutt sind auch Leute wie Xavi oder Iniesta Führungsspieler. Beide sind, was ihr Auftreten auf und neben dem Platz angeht, so ganz anders, als die Kahns und Ballacks.

    Ich persönlich sehe sogar die Gefahr, dass die Nationalmannschaft in absehbarer Zeit über zu viele große Egos verfügen wird. Hummels, Lahm, Schweinsteiger, Khedira und Müller halte ich alle für recht starke Persönlichkeiten. Wenn sich da Risse auftun oder sich zwei Parteien bilden, könnte das kontraproduktiv sein.

    Ist natürlich alles Zukunftsmusik. Und recht pessimistisch gedacht. Ich wollte nur aufzeigen, dass dieser empfundene Mangel an Führungsspielern sich ganz schnell in sein Gegenteil verkehren kann.

  2. ... sind m.E.vollkommen kontraprouktiv und wurden zu Recht abeschafft. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass diese Ex-Profis erstmal vernünftig ihre Trainerscheine machen und dann Fußballlehrer werden.

    Wir hatten in der Bundesliga ohnehin zu lange den Trend, irgendeinen Ex-Spieler als Trainer zu installieren, weil der ein bekanntes Gesicht hat und weiß, wie man Interviews gibt, statt einen wirklichen Trainer zu verpflichten, der das Handwerk auch gelernt hat. Klopp ist ein Beispiel, dass es zwa funktionieren kann, einen Spieler plötzlich zum Trainer zu befördern, letztlich war es aber Zufal, dass er der richtige Typ für so einen Job ist. Die Beispiele Tuchel, Streich, Rangnick, etc. sind für meinen Geschmack besser. Sie haben den Fußball auch konzeptionell weitergebracht. Jetzt nach Ballack, Matthäus und Co. zu rufen, ist der falsche Weg.

    Ein Satz zu Dutt: Ich vermisse die Sammer-Mentalität schon. Dieser Gewinner-Gen geht uns gerade ab, U19 und U17 haben die EM-Quali verpasst, mit Ziege hat man einen Trainer verpflichtet, der das Gegenteil von Erfolg ist, mit Freund hat man einen Erfolgstrainer verloren, ein Erfolgstrainer Hrubesch wird aus dem aktiven Geschäft abgezogen. Das wird uns mittelfristig schaden!

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    • LTank
    • 14. Mai 2013 19:31 Uhr

    Naja, ob das Gewinnen im Jugendbereich so wichtig ist, ist für mich nicht so klar. Natürlich ist es schön, wenn eine deutsche U-Mannschaft einen Titel holt. Das ist ein Indiz dafür, dass sie über gute Spieler verfügt.

    Aber, das ist keine Garantie dafür, dass gut gearbeitet wurde. Vielleicht wurden auch nur die reifsten Spieler aufgestellt, nicht die talentiertesten. An sich sind die Jugendtitel ja wertlos. Sie haben nur einen Wert im Bezug auf die Entwicklung der jungen Spieler. Diese muss maximal gefördert werden.

    Wenn man also U-17 Europameister mit einer Truppe voller Frühreifer wird, die aber später nicht die absolute Spitze bilden werden, da ihre temporär vorhandenen Vorteile wegfallen, dann bringt das nix.

    Andersrum ist eine verpasste Quali nicht notwendig ein Beweis für schlechte Arbeit. Vielleicht sind die Spieler zwar sehr talentiert, aber gegen reifere Gegner geschietert. Dann hat man trotzdem alles richtig gemacht.

    Trotzdem haben Sie auch Recht. Es sollte das Ziel sein bei den Turnieren mindestens dabei zu sein. Sie bringen die Spieler weiter. Das sollte erreicht werden - aber nicht auf Kosten der Talentförderung!

    der bei Bayern gespielt hat, bei Chelsea, mehrere Weltmeisterschaften als Kapitän die Nationalmannschaft geführt hat, soll also erstmal alle Lizenzen erwerben, weil er keine Ahnung von Taktik hat? Eine steile These.

    • LTank
    • 14. Mai 2013 19:31 Uhr

    Naja, ob das Gewinnen im Jugendbereich so wichtig ist, ist für mich nicht so klar. Natürlich ist es schön, wenn eine deutsche U-Mannschaft einen Titel holt. Das ist ein Indiz dafür, dass sie über gute Spieler verfügt.

    Aber, das ist keine Garantie dafür, dass gut gearbeitet wurde. Vielleicht wurden auch nur die reifsten Spieler aufgestellt, nicht die talentiertesten. An sich sind die Jugendtitel ja wertlos. Sie haben nur einen Wert im Bezug auf die Entwicklung der jungen Spieler. Diese muss maximal gefördert werden.

    Wenn man also U-17 Europameister mit einer Truppe voller Frühreifer wird, die aber später nicht die absolute Spitze bilden werden, da ihre temporär vorhandenen Vorteile wegfallen, dann bringt das nix.

    Andersrum ist eine verpasste Quali nicht notwendig ein Beweis für schlechte Arbeit. Vielleicht sind die Spieler zwar sehr talentiert, aber gegen reifere Gegner geschietert. Dann hat man trotzdem alles richtig gemacht.

    Trotzdem haben Sie auch Recht. Es sollte das Ziel sein bei den Turnieren mindestens dabei zu sein. Sie bringen die Spieler weiter. Das sollte erreicht werden - aber nicht auf Kosten der Talentförderung!

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    Selbstverständlich soll Ballack diese Scheine erwerben, wenn er meint, Trainer werden zu wollen. Dein Kommentar zeigt den weit verbreiteten Unverstand vom Trainerberuf. Es geht nicht vorrangig um das Erlernen einer oder mehrerer Taktiken, sondern um Methodik, Trainingslehre, etc. Für diese Faktoren spielt es keine Rolle, ob man 20 oder 100 Länderspiele, 50 oder 300 Bundesligaspiele hat. Man "kann" aus seiner aktiven Karriere sicher Erfahrung mitnehmen, diese Unterscheidung ist jedoch künstlich und wird den Anforderungen nicht gerecht.

    Zum Thema Titel im Jugendbereich:
    Sicher kann man sich im Seniorenbereich für einen U17-EM-Titel nichts kaufen, klar hat dies auch etwas mit Entwicklungsunterschieden zu tun. Es ist auch keinesfalls so, dass unsere U17/U19 dieses Jahr schlechte Spieler hätten. Es hat aber etwas mit Mentalität zu tun. Wenn ich nicht den Willen habe, Siege zu erringen und nach dem Motto "Bitte nach Ihnen" verfahre, werde ich trotz allen Talents wenig erreichen. Sammer hat diese Entwicklungen forciert und war mitverantwortlich für 3 EM-Titel, seit zwei Jahren entwickeln wir uns rückwärts, was auch mit den Trainern im U-Bereich zu tun hat. Es ist kein Zufall, dass Ziege noch in keinem Verein Erfolg hatte.

    Oder schaue man sich die U21 bei ihrem Titelgewinn an.Eilts, der überall gescheitert ist, wäre um ein Haar ausgeschieden, dann setzt man einen Erfolgstrainer auf die Mannschaft an und sie schafft es den Titel zu holen. Zufall sagen die einen, Mentalität sage ich.

  3. der bei Bayern gespielt hat, bei Chelsea, mehrere Weltmeisterschaften als Kapitän die Nationalmannschaft geführt hat, soll also erstmal alle Lizenzen erwerben, weil er keine Ahnung von Taktik hat? Eine steile These.

  4. Selbstverständlich soll Ballack diese Scheine erwerben, wenn er meint, Trainer werden zu wollen. Dein Kommentar zeigt den weit verbreiteten Unverstand vom Trainerberuf. Es geht nicht vorrangig um das Erlernen einer oder mehrerer Taktiken, sondern um Methodik, Trainingslehre, etc. Für diese Faktoren spielt es keine Rolle, ob man 20 oder 100 Länderspiele, 50 oder 300 Bundesligaspiele hat. Man "kann" aus seiner aktiven Karriere sicher Erfahrung mitnehmen, diese Unterscheidung ist jedoch künstlich und wird den Anforderungen nicht gerecht.

    Zum Thema Titel im Jugendbereich:
    Sicher kann man sich im Seniorenbereich für einen U17-EM-Titel nichts kaufen, klar hat dies auch etwas mit Entwicklungsunterschieden zu tun. Es ist auch keinesfalls so, dass unsere U17/U19 dieses Jahr schlechte Spieler hätten. Es hat aber etwas mit Mentalität zu tun. Wenn ich nicht den Willen habe, Siege zu erringen und nach dem Motto "Bitte nach Ihnen" verfahre, werde ich trotz allen Talents wenig erreichen. Sammer hat diese Entwicklungen forciert und war mitverantwortlich für 3 EM-Titel, seit zwei Jahren entwickeln wir uns rückwärts, was auch mit den Trainern im U-Bereich zu tun hat. Es ist kein Zufall, dass Ziege noch in keinem Verein Erfolg hatte.

    Oder schaue man sich die U21 bei ihrem Titelgewinn an.Eilts, der überall gescheitert ist, wäre um ein Haar ausgeschieden, dann setzt man einen Erfolgstrainer auf die Mannschaft an und sie schafft es den Titel zu holen. Zufall sagen die einen, Mentalität sage ich.

    • dacapo
    • 17. Mai 2013 2:05 Uhr

    Spanien hat sehr lange gebraucht, bis mit der NM erfolgreich wurden. Davor war im Gegensatz zu den Vereinsmannschaften tote Hose. Es wurde viel darüber diskutiert, warum das so sei. Manche Stimmen behaupteten, es sei der Konkurrenz-Kampf zwischen den Katalanen zum Königlichen-Klub, der die Entwicklung hemmt. Günther Netzer hatte aber schon vor den ersten Erfolgen darauf hingewiesen, dass der spanische Fussballverband großen Wert auf die Ausbildung von jungen Spielern Wert legte. Diese Arbeit hatte sich gelohnt, aber eben lange Zeit war nichts. Deutschland hatte abgesehen von den Titeln zwei Etappen guten Fußballs, in den 70-er und den 90-ern. Und eben seit 2004 sieht es noch erfreulicher aus, leider bisher ohne Titel.

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