Bundesliga-RückschauHeynckes und Johnny Cash gleichen sich im Spätwerk

München feiert wild, doch der Meistertrainer hat sich von jedem Schnörkel befreit. Schalke macht alles richtig, bloß beim Fußballspielen nicht. Alles zum 33. Spieltag von  und

Jupp Heynckes freut sich über die Meisterschale.

Jupp Heynckes freut sich über die Meisterschale.  |  © Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wann gegen wen?

Bayern München - FC Augsburg
 3:0
VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 3:3

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart
 1:2
Fortuna Düsseldorf - 1. FC Nürnberg 1:2

1899 Hoffenheim - Hamburger SV
 1:4
1. FSV Mainz 05 - Borussia M'gladbach 2:4
Bayer 04 Leverkusen - Hannover 96
 3:1
Werder Bremen - Eintracht Frankfurt
 1:1
SpVgg Greuther Fürth - SC Freiburg 1:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Bremen gegen Frankfurt. Auf den Tag genau vor 14 Jahren war Thomas Schaaf Trainer von Werder geworden. Damals rettete er es vor dem Abstieg. Anschließend formte er den Verein mit Klaus Allofs zur Spitzenmannschaft, wurde Double-Sieger 2004, Dauergast in der Champions League und Liebling grün-angehauchter Fußballfans. Inzwischen hat Werder den Anschluss an die Spitze verpasst, vielleicht auf Dauer. Zwei der besten Spieler, Kevin de Bruyne und Sokratis, wollen Werder wohl verlassen. Allofs ist schon in Wolfsburg. Und aus der Führung vernimmt man kritische Stimmen zu Schaaf. Nach dem Klassenerhalt am Samstag gab es nochmals Grund zu großer Freude. Wohl auch, weil die Fans spürten, dass etwas zu Ende gehen könnte. Sie feuerten ihr Team wie in den Vorwochen an, als stünde es im Pokalfinale. "Es gibt viele Beispiele, bei denen Mannschaften im Abstiegskampf ihre Fans verloren haben", sagte Sebastian Prödl. "Doch bei uns gibt’s das Gefühl, dass wir welche dazugewonnen haben." Die Bremer sprangen wirklich über ihre Schatten: Sie jubelten sogar über Tore von Bayern und dem HSV.

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Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Fürth gegen Freiburg. Die possierliche Trolli Arena wurde abermals von einer Tragödie heimgesucht. Dass Nikola Đurđić auch noch einen Elfmeter in der Nachspielzeit vergab, hatte Symbolkraft. Die Fürther bleiben als erste Mannschaft der fünfzigjährigen Bundesliga-Geschichte ohne Heimsieg. Damit halten die bemitleidenswerten Kleeblätter einen Rekord für die Ewigkeit. "Das ist sehr bitter", sagte Trainer Frank Kramer, der allerdings nur einen geringen Teil an der Heimmisere zu verantworten hat. Immerhin, die Antagonisten aus Freiburg hatten ihren Spaß. Christian Streich machte seinem Mantra, alle Mitarbeiter seien für den Erfolg wichtig, alle Ehre und beorderte Stefan Spohn mit Megafon zur Humba-Party mit den Fans auf den Zaun. Der Mann ist der Busfahrer des Vereins.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Schalker und ihr Hang zur Tragikomödie. Sie wollten diese Woche alles richtig machen. Der Vertrag mit Jens Keller wurde verlängert, auch der mit Julian Draxler. Diesen Coup inszenierten die Königsblauen, indem sie Pritschenwagen durchs Ruhrgebiet schickten. Von Plakaten lächelte der Schalker Jungstar. Einen davon schickten sie vor das Stadion der Dortmunder, die an- und vergeblich um Draxler gebuhlt hatten. Die Schalker Verantwortlichen Horst Heldt und Clemens Tönnies ließen sich genüsslich zitieren. Ein schöner Triumph für Blau und Weiß. Wenn da bloß nicht das Fußballspiel am Samstag gewesen wäre, an dessen Ende eine verdiente 1:2-Niederlage gegen die Mittelmaßmannschaft aus Stuttgart stand. Dadurch ist die Schalker Qualifikation für die Champions League in Gefahr, am Samstag steigt in Freiburg das Finale um Platz 4.

Leserkommentare
    • rey200
    • 13. Mai 2013 12:34 Uhr

    Ja, immer diese langweiligen gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit, die dafür sorgen, dass Europa-Dauergast Freiburg sich für den internationalen Wettbewerb qualifiziert....

    Eine Leserempfehlung
    • Pnin05
    • 13. Mai 2013 13:05 Uhr

    Sind Sie sich sicher, dass Sie den Artikel richtig gelesen haben? Wo steht denn da ein negatives Wort zum SC Freiburg? Das Spiel war öde, das Stadion ist - wie treffend bemerkt wurde - possierlich. Aber mit keinem Wort wurde die sensationelle Leistung des SCF in dieser Saison tangiert. Dass diese insgesamt in der Saison von Zeit-Online viel zu wenig gewürdigt wurde/wird, steht dabei auf einem anderen Blatt.

    @ Oliver Fritsch: mal wieder ein sehr schöner Artikel, Kompliment!

    • rey200
    • 13. Mai 2013 13:26 Uhr

    Das Spiel steht nunmal in der Rubrik "was man ruhigen Gewissens verpassen konnte". Und ich behaupte, dass ein gehaltener Elfer in der Nachspielzeit, der ein Endspiel um die CL bringt, eben nicht unbedingt zu verpassen ist.
    Ich denke es gab einfach andere Spiele, die man in diese Rubrik hätte packen können. Wenn man Fürths Serie erwähnen will, kann man das woanders machen.

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    • Pnin05
    • 13. Mai 2013 13:39 Uhr

    Mein Einwand war, dass das Spiel insgesamt öde war. Der gehaltene Elfer in der Nachspielzeit rechtfertigt es nicht, dass man das vorher öde Spiel hätte sehen müssen.

    Wir sollten uns aber hier nicht wegen sowas streiten. Als Bayern-Fan habe ich riesengroßen Respekt vor der Leistung der Freiburger in dieser Saison (s.o.). Ich denke, Ihre Verstimmtheit wegen mangelnder Anerkennung der Freiburger Leistung ist berechtigt (habe ich oben auch geschrieben), im konkreten Fall aber nicht treffend.

    Sportliche Grüße
    Pnin.

  1. Jupp Heynkes mit Johnny Cash zu vergleichen halte ich als Anti-Bayern und Cash-Hörer unschön.

    Dass der Lahm sowas rausposaunt mit "Die Schale ist wieder in München, wo sie hingehört." zeugt von arger Arroganz.

    Aber wen interessiert der erneute Sieg der Bayern? Der geht doch eher unter unbedeutend.
    Die Feier der BVBler war doch viiiel schöner!

    5 Leserempfehlungen
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    vorwirft, dann wirkt das nicht "arrogant"? (Auf die unzähligen Possen des tollen Herrn Watzkes gehe ich erst gar nicht ein)
    Aber wenn der Herr Lahm auf der Meisterfeier euphorisiert vor wie auch immer vielen Fans sagt, dass die Schale nach München gehört (man ist ja immerhin mit gewaltigem Abstand Rekordmeister), DAS ist dann arrogant?

    Ach ja, wie ich Sie doch liebe, die in ihrer eigenen Welt lebenden BVB-Anhänger...

    "Dass der Lahm sowas rausposaunt mit "Die Schale ist wieder in München, wo sie hingehört." zeugt von arger Arroganz."

    Also, wenn man das nicht mal sagen darf, wenn man als Mannschaftskaptitän vor Tausenden von feiernden Fans steht, ohne gleich arrogant zu wirken, dann weiß ich es aber auch nicht. Zu so einem Anlass darf man eigentlich alles vom Balkon brüllen. Und, nein, ich bin kein Bayern-Fan.

  2. vorwirft, dann wirkt das nicht "arrogant"? (Auf die unzähligen Possen des tollen Herrn Watzkes gehe ich erst gar nicht ein)
    Aber wenn der Herr Lahm auf der Meisterfeier euphorisiert vor wie auch immer vielen Fans sagt, dass die Schale nach München gehört (man ist ja immerhin mit gewaltigem Abstand Rekordmeister), DAS ist dann arrogant?

    Ach ja, wie ich Sie doch liebe, die in ihrer eigenen Welt lebenden BVB-Anhänger...

    3 Leserempfehlungen
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    Das angebliche Interesse war offenbar ein tatsächliches. Draxler hat bestätigt, dass es eine Anfrage der Dortmunder an Draxlers Berater gab. Diese Aussage wurde von Dortmunder Seite nicht dementiert.

    http://www.derwesten.de/s...

  3. >> Sein Spätwerk gleicht demjenigen von Johnny Cash ... <<

    ... gibt zu denken - Johnny Cash hatte seinen späten Erfolge mit Songs anderer Leute, z.B. Hurt von Trent Reznor.

    Dem war es allerdings eine Ehre, dass sein Song als Vorlage diente ;-)

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    es sollte dem BVB auch *eine Ehre* sein, dass Götze nun bald in München spielt :-)

  4. ...kam das Spätwerk Jonny Cashs so richtig erst in Fahrt als er schon tot war. Hoffen wir, dass der Jupp Wembley überlebt.

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