Uli Hoeneß"Da begann die Hölle für mich"

Als die Fahnder vor seiner Tür standen, hat sich sein Leben verändert. Erstmals spricht Uli Hoeneß ausführlich über seine Steueraffäre und seine Spielsucht.

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß  |  © Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Das erste Mal seit Bekanntwerden seiner Steueraffäre gibt Uli Hoeneß umfassend Auskunft zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. In einem ausführlichen Gespräch mit der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der ZEIT zeigt sich der Präsident des FC Bayern München reumütig und verzweifelt: "Ich habe eine große Torheit begangen, einen Riesenfehler, den ich so gut wie möglich korrigieren will." 

Die aktuelle Situation sei für ihn schwer erträglich, auch sein Sturz vom Vorbild zum Buhmann: "Das ist für mich ein ganz großes Problem. Ich fühlte mich in diesen Tagen auf die andere Seite der Gesellschaft katapultiert, ich gehöre nicht mehr dazu. Ich mache mir natürlich riesige Vorwürfe. Ich habe Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch."

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Er spüre großen Druck: "Sie glauben gar nicht, was ich alles spüre. Es ist eine Situation, die kaum auszuhalten ist. Ich schlafe sehr schlecht, ich schwitze sehr viel in der Nacht, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich wälze mich und wälze mich. Und dann wälze ich mich nochmal. Und denke nach, denke nach und verzweifle. Ich bin morgens auch manchmal schon eine Stunde nach dem Aufstehen völlig fertig."

Vollständiges Interview
Vollständiges Interview

Das vollständige Interview mit Uli Hoeneß lesen Sie ab Donnerstag in der neuen Ausgabe der ZEIT (19/2013).

Seine Familie stehe "wie eine Eins" hinter ihm, darauf sei er stolz: "Ich weiß, in welche Lage ich sie gebracht habe," erklärt Hoeneß. Auf die Frage, ob er den Gedanken zulassen könne, dass am Ende der Affäre möglicherweise eine Gefängnisstrafe stehe, antwortet Hoeneß: "Ich denke Tag und Nacht an meinen Fehler und an das, was ich meiner Familie angetan habe. Ich kann diesen Gedanken nicht zulassen."

Zur Kritik der Bundeskanzlerin, die ihn jahrelang regelmäßig zum Meinungsaustausch traf und sich nun "enttäuscht" zeigte, sagte Hoeneß unter anderem: "Ich würde mir wünschen, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekäme, der Bundeskanzlerin in einem persönlichen Gespräch zu erklären, wie es so weit kommen konnte, der ganze Mist."

In dem Gespräch rekonstruiert Hoeneß die Vorgänge seit Abgabe seiner Selbstanzeige im Januar: Von der Tatsache, dass seine Selbstanzeige öffentlich wurde, sei er vollkommen überrascht worden: "Es gab bislang Tausende von Selbstanzeigen, ich hatte noch von keiner gehört, die öffentlich wurde."

Leserkommentare
    • Chali
    • 01. Mai 2013 11:28 Uhr

    Keine Angst, Ulli, auf der Seite stehe ich und viele andere auch, wir fangen Dich auf!

    Du kriegst jetzt einen zwischen die Hörner, da musst Du durch. Aber wenn Du da durch bist, ist die Sache auch vergeben und vergessen.

    Dann darst Du auf Deine Seite zurück.

    Wir alle hoffen, dass man Dich dann dort willkommen heisst.

    16 Leserempfehlungen
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    so einfach? Das glaube ich nicht. Jedenfalls nicht, wenn man in einem, selbst herbeigeführten, öffentlichen Raum steht, so wie das Uli Hoeneß getan hat. Was ich auch glaube, dass die Gesellschaft auch ohne Uli Hoeneß und seine gut gemeinten Ratschläge klar kommt!

    • Chali
    • 01. Mai 2013 12:33 Uhr

    Ich weiss es nicht; ich war noch nie da. Ich kenne solche Leute nicht.

    Ich gehöre leider zur Klasse der Regel-Bevilger,
    "Was man nicht will, dass man Dir antu, das füge auch keinem anderen zu"

    Ich erteile keine guten (oder gar; gut gemeinten") Ratschläge, und ich möchte mir keine anhören.

    ist es anscheinend schon "die Hölle" wenn man von den Medien nicht mehr angehimmelt und als Held angesehen wird...

    Meine persönliche Meinung muss Sie natürlich nicht interessieren, Herr Hoeneß, aber ich glaube Ihnen kein Wort!

    Nun gibt es auch bei jedem Mörder eine tragische persönliche Facette.
    So what?
    Von der Hartz IV Ladendiebin, die als Wiederholungstäterin ins Gefängnis wandert, spricht niemand- und wenn dann nur in Verachtung.
    Aber die Nation zittert mit diesem bigotten Abzocker und seiner tragischen Geschichte. Deren einzige Tragik es ist- erwischt worden zu sein. So ein Pech aber auch.
    Ich finde diese Art Homestorys im Bunte-Stil so notwendig wie ein Kropf!
    Der Fall Hoeneß zeigt nur auf wie zynisch und selbstgerecht die selbst ernannten Eliten sind. Man kann nicht genug essen....

    Kommetar am Donnerstag:
    Sehe gerade Brisant, da erzählt eine Reporterin der Zeit, das der arme Ulli Hoeneß sich überhaupt nicht wohl fühlt, das er sich wie Dr. Jekill und Mr. Hyde fühlt, weil er so ein Zockerel ist, von wegen, ausreden gibt es immer wieder, will der uns jetzt noch verarschen und ablenken, das er von Addidas Schmiergeld angenommen hat und damit gezockt hat, krank ist, so einer darf doch erst recht nicht Präsident eines solchen bekannten Vereins sein!Er will sich nur rechtfertigen, weil er so lange gehofft hatte, nicht erwischt zu werden, armer, armer geläuterter Zocker, armer kranker , gieriger Ulli Hoeneß, geh in Rente, Geld genug hast du, geh in den Knast, nach 2 Jahren haste dann gebüßt und kannst wieder von vorn anfangen.......!

    • -lupo-
    • 01. Mai 2013 11:30 Uhr

    von Herrn Hoeneß, Respekt.

    "Ich habe Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch."

    Das Problem bei diesem Satz ist, dass Herr Hoeneß nicht selbst entscheiden kann, ob er ein schlechter Mensch ist. Das tun Andere.

    Ich bin weder Bayern-Fan, noch Hoeneß-Fan, ich wünsche ihm trozdem viel Glück bei der Bewältigung dieser Angelegenheit.

    20 Leserempfehlungen
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    "Das Problem bei diesem Satz ist, dass Herr Hoeneß nicht selbst entscheiden kann, ob er ein schlechter Mensch ist. Das tun Andere."

    ... tut das jedenfalls nicht, falls Sie dies glauben sollten.

    • mick08
    • 01. Mai 2013 14:40 Uhr

    UH: "Ich habe Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch."

    Kommentar: "Das Problem bei diesem Satz ist, dass Herr Hoeneß nicht selbst entscheiden kann, ob er ein schlechter Mensch ist. Das tun Andere."

    Nein, es gibt kein Problem UH handelt m.E. richtig. Andere maßen sich die Deutungshoheit über diesen Mann an und richten ihn. UH nimmt ihnen diese Deutungshoheit wieder aus der Hand und sagte selbstbewusst: Nein, ich bin kein schlechter Mensch.

    Das ist völlig richtig. Er entmachtet die selbsernannten Richter, die ihn nun glauben so gut beurteilen zu können.

    Ob UH schlecht oder gut ist - diese moralischen Kategorien - kann nur einer aufstellen, der ihn sehr sehr gut kennt. Und wenn UH sich nicht total über sich selbst täuscht, ist er derjenige, der sich selbst am besten kennt. Nur man selbst kann eigentlich wirklich sagen (wenn man klar und ehrlich genug sich selbst gegenüber ist) was wirklich in einem vorgeht, alles andere bleibt Spekulation und kann in Richtung Wirklichkeit gehen oder aber auch von ihr wegführen.

    Der Satz ist schlicht klug für mich: Ihr wollt mich zu einem schlechten Menschen machen, aber das bin ich nicht. Gut, wenn sich jemand so wehren kann.

    • AndreD
    • 02. Mai 2013 3:25 Uhr

    Entfernt, bitte bleiben Sie konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

    Der Mann soll seinen eigenen Angaben zufolge sogar mehrmals "schwere Verluste" an der Börse gemacht haben.

    Was irritiert: Wenn dem so ist, woher kommt dann diese ungeheure Steuerschuld? Bei Aktien- und Termingeschäften rechnen sich Gewinne und Verluste steuerlich gegeneinander auf. Wenn er so gewaltige Verluste gemacht haben sollte, dann stellt sich die Frage, woher dann diese gewaltige Summe auf der Plus-Seite herkommt.

    Hier stimmt was nicht.
    Ich glaube nicht, dass der Mann die Wahrheit sagt.
    Hat er ja schon gegenüber dem Finanzamt nicht getan.

  1. 1. Die Selbstanzeige darf nie und nimmer an die Öffentlichkeit kommen, ganz unabhängig von der Tat. Es geht hier um die Rechtstaatlichkeit und die Rechte, die jeder von uns genießt, völlig unabhängig was wir getan oder nicht getan haben. 2. Ich finde genauso wie die meisten Kommentatoren Steuerhinterziehung nicht richtig, das muss bestraft werden. Und das geltende Recht ist nunmal so, dass Herr Hoeneß über die Selbstanzeige und Steuernachzahlungen nicht ins Gefängnis kommt. Vielleicht muss dieses Gesetz überdacht werden. Aber, und das finde ich enorm bedenklich, wenn diese aus vielen guten Gründen geheime Selbstanzeige an die Öffentlichkeit gerät, dann muss auch hier vorgegangen werden. Das ist meines Erachtens ebenso eine Straftat, und egal wer was wie getan hat, gewisse rechtstaatliche Regeln müssen immer eingehalten werden, sonst macht der Rechtstaat als solcher keinen Sinn. Welche Ausnahmen machen wir denn dann noch? Nur weil Hoeneß ein polarisierender, in der Öffentlichkeit auftretender Mensch ist, müssen noch lange nicht alle Informationen auch in die Öffentlichkeit gelangen, sofern damit die Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Ich will auch nicht, dass hintenrum gemauschelt wird, dass jemand aufgrund seines Einflusses straffrei davon kommt. Aber ganz ehrlich? Viel wichtiger sind mir die Persönlichkeitsrechte jedes einzelnen, dafür nehme ich gerne in Kauf das einer mal durchkommt. So wie das hier gelaufen ist, ist das ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat.

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    Die Staatsanwaltschaft kann durchaus bei öffentlichem Interesse Informationen über Ermittlungen, sofern sie nicht gerade besonders geschützte Personen treffen, an die Presse weiterleiten. Die Bemerkungen einiger Anwälte der Sorte "Verfahren als Strafe!" usw. entsprechen nicht ganz der herrschenden juristischen Meinung.

    Aber nur zwei Sätze in diesem Konvolut befassen sich - halbherzig - mit der ursprünglichen Verfehlung. Der Rest ist jammernde Klage ob der Ungerechtigkeit der Verletzung des Steuergeheimnisses.

    Das gleicht 1:1 einer Vielzahl von Meinungen, die zunächst pflichtschuldigst etwas von "jaja, muss man bestrafen" erzählen, dann aber weit ausholen, um der Relativierung und dem Gegenargument Raum zu verschaffen.

    Nee, alles zu durchsichtig. Und zu billig.

    ... weil mit zu heißer Nadel und damit formfehlerbehaftet gestrickt. Und dann folgt ein ganz normales Ermittlungsverfahren, zu dem keinerlei "Schweigepflicht" besteht. Oder hätten die Ermittler bei der Haussuchung das Tegernseer Tal großräumig evakuieren lassen müssen?

    Wieso gehen eigentlich viele davon aus, dass Honeß die Sache nicht so geplant hat, wie sie gerade läuft, jedefalls in "groben Zügen"?

    Der Mann ist seit Jahrzehnten "Fürhungskraft" beim "FC Hollywood" und als Aufsichtsratsmitglied den Herausgeber des nach Auflage drittgrößten Wochenmagazins im Unternehmen.

    Wer dann meint, das hier nicht "Spin doctors" mitagieren, der ist ein wenig "realitätsfern".

    Hoeneß' Selbstanzeige greift deshalb nicht mehr, weil bereits im Sommer vorigen Jahres die Steuerfahnder aus NRW seinen Namen mit dem Konto bei Vontobel auf einer Steuer-CD entdeckt haben. Die bayerischen Behörden sind allerdings fast sechs Monate untätig geblieben. Damit Hoeneß noch einen Versuch der Selbstanzeige starten konnte? Hat aber nicht geklappt: zu spät und unvollständig. Deshalb der Haftbefehl mit Kaution.
    Wenn er wirklich nicht ins Gefängnis muss, dann höchstens wegen günstiger Resozialisierungsprognose. Ob die bayerische Spezlnwirtschaft und die FC-Amigos allerdings das geeignete Umfeld dafür sind, bezweifle ich. Die tätige Reue ist übrigens in solchen Fällen durchaus üblich. Momentan ist der gute Mensch aus der Säbener Straße eben auch ein ganz banaler Krimineller ...

    >>> Die Selbstanzeige darf nie und nimmer an die Öffentlichkeit kommen,

    Richtig, aber man kann sich auch überlegen, wer den grössten Nutzen der Veröffentlichung aus unbekannter Quelle hat: Die Steuerbehörden oder Staatsanwaltschaft sicher nicht, weil die Hausdurchsuchung bei Hoeness einen Stand der Ermittlungen darlegt, der nicht mehr mit dem üblichem verschwiegenem Verfahren einer "geglückten" Selbstanzeige übereinstimmt. Das heisst, das Verfahren, in den es schon zu einer Hausdurchsuchung kam, wäre in jedem Fall öffentlich geworden.
    Nutzen hat von der Veröffentlichung hingegen "Abteilung Attacke"-Hoeness, als nach der Hausdurchsuchung klar war, dass er mit einer verschwiegenen Abhandlung seiner Selbstanzeige nicht mehr davon kommen würde.

    Auf der einen Seite ist es sicherlich richtig, dass auch ein Ulli Hoeneß ein Recht auf den Schutz seiner Privatsphäre hat, auf der anderen Seite müssen menschen die so in der Öffentlichkeit stehen, ja sogar permanent hervorpresch(t)en um anderen auf die Füsse zu treten, ihnen zu sagen was sie zu tun oder zu lassen hätten, oder einfach nur um ihre Pfründe auf das radikalste zu behaupten, damit rechnen, daß ihr (Straf-) Verhalten von großem Interesse ist.
    Was mich am meissten an dieser ganzen Diskussion irritiert, ist die Tatsache, dass so viele Menschen U.H. für einen "Guten" halten. Wie unschwer zu erkennen ist, kann ich ihn nicht leiden und konnte das auch noch nie, denn ich habe in ihm immer den skrupellosen Geschäftsmann gesehen, der keine Aktion aus Goodwil startete, sondern immer aus eiskaltem Kalkül. Klar, auch ich kann ihm nur bis vor den Kopf gucken, aber daß U.H. wirklich so naiv sein soll, wie er sich hier darstellt, kann man einem dermaßen cleveren Menschen wohl kaum guten Gewissens abnehmen.
    Man kann jetzt nur hoffen, dass diese Straftat adäquat geahndet wird. Er darf weder als PromiSündenbock "hingerichtet" werden, noch dürfen seine vermeintlichen oder echten "Wohltaten" in irgendeiner Form strafmildernd wirken. Wenn das Finanzamt zweifel an irgendeiner meiner Tankquittungen hat, werden sie mir Feuer unterm Hint.... machen, das ich als Leuchtturm fungieren kann. Gleiches erwarte ich auch bei Herrn Hoeneß.

  2. warum lässt er nicht seine Ämter, bei seinem doch so geliebten FCB ruhen? Das verstehe ich nicht. Soviel Feingefühl sollte er, der doch zu jeder Gelegenheit, anderen gute Ratschläge meinte geben zu müssen. Er schadet mit seiner jetzigen Haltung dem Verein!

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    • Moika
    • 01. Mai 2013 16:02 Uhr

    Hoeness stellt sein "Zocken" als eine Art Dummheit da, die er begangen habe. Und Dummheiten kann man schließlich nach dem Motto verzeihen: Schwamm drüber und gut ist. Er würde gerne der Bundeskanzlerin erklären.... Dummheit und Größenwahn eben.

    Er hat jahrelang mit Beträgen gearbeitet, die von einem Dritten zu Verfügung gestellt wurden und deren Höhe für den Normalverbraucher fast unvorstelltbar sind. Hinzu kommt die zeitliche Nähe in Sachen Abschluß eines neuen Sponsorvertages für den FCB. Wenn das mal nicht zusammenhängt...., dann wäre es auch noch Bestechlichkeit.

    Er hat auch kein Wort darüber verloren, ob und wann er das Geld zurückbezahlt hat - es war ja schließlich ein Darlehen - und wer evtl. Verluste tragen mußte, wie Gewinne abgerechnet wurden usw.

    Hoeness soll froh sein, wenn er mit einer Bewährungsstrafe davonkommt.

  3. "Das Problem bei diesem Satz ist, dass Herr Hoeneß nicht selbst entscheiden kann, ob er ein schlechter Mensch ist. Das tun Andere."

    ... tut das jedenfalls nicht, falls Sie dies glauben sollten.

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    • -lupo-
    • 01. Mai 2013 11:45 Uhr

    entscheidet, ob er schuldig ist oder nicht.

    Ob er ein schlechter Mensch ist, entscheidet die Gesellschaft. Das ist ein Frage der Moral.

    darüber zu entscheiden, ob jemand ein guter oder schlechter Mensch ist. Die Justiz hat darüber zu urteilen, ob jemand justiziable Regelbrüche begangen hat, die entsprechend geahndet werden müssen.

    Über Gut und Böse entscheidet am Ende höchstens da Jüngste Gericht und das ist ganz sicher nicht mit Juristen besetzt.

    Abgesehen davon hat sich mir beim Lesen dann doch ein wenig der Verdacht aufgedrängt, dass da einer allzu sehr und allzu berechnend auf die Tränendrüse drückt und an das Mitleid appelliert, um möglichst schnell wieder im Schoße der allgemeinen Achtung die gewohnte Wärme zu finden.

    Echte Reue sieht nach meinem Dafürhalten anders aus.

    • ghoff
    • 02. Mai 2013 11:41 Uhr

    "Andere" sind Sie und ich und der Rest der Welt.

  4. Ist denn die massenmediale Einseitigkeit immer noch nicht perfekt, dass man immer weiter mit der Vereinseitigung machen muss?

    5 Leserempfehlungen
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    Ein Bankräuber kann sich auch nicht damit entschuldigen, dass die Bank mit dem Geld ohnehin nichts gescheites angefangen hätte.

    Ein Mörder kann sich nicht damit entschuldigen, dass der Ermordete ein schlechter Mensch war.

    Ein Betrüger kann sich nicht damit entschuldigen, dass der Betrogene selber ein Betrüger war.

    Ein Dieb kann sich nicht damit entschuldigen, dass der Bestohlene sich das Gestohlene ebenfalls ergaunert hat.

    • cm30
    • 01. Mai 2013 14:46 Uhr

    Ihre Sticheleien neoliberalen Denkens - auch aus älteren Kommentaren - sprechen für sich. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jk

    • sf2000
    • 01. Mai 2013 15:08 Uhr

    ... er hat nur versucht, das Geld vor Missbrauch zu schützen.

    • AndreD
    • 02. Mai 2013 3:32 Uhr

    Meinen Sie so was wie Public Private Partnership?
    Oder niedrige Steuersätze?
    Oder Schwarzgeld?
    Vielleicht nachgelagerte Korruption?
    Drehtüreffekte können Sie ja wohl nicht meine, oder?

    Oder wollen Sie sagen, dass die Bereitstellung der Infrasktruktur inklusive U-Bahnanschluss für eine Arena eines 400 Mio schweren Unternehmens Steuerverschwendung ist?

    Äußern sie sich doch bitte klar und deutlich, damit ich weiß, wovon Sie reden!

  5. so einfach? Das glaube ich nicht. Jedenfalls nicht, wenn man in einem, selbst herbeigeführten, öffentlichen Raum steht, so wie das Uli Hoeneß getan hat. Was ich auch glaube, dass die Gesellschaft auch ohne Uli Hoeneß und seine gut gemeinten Ratschläge klar kommt!

    30 Leserempfehlungen
    • illyst
    • 01. Mai 2013 11:43 Uhr

    Das er den Staat und somit seine Mitbürger um Steuern betrogen hat lies ihn keine schlaflosen Nächte, dass es jetzt alle wissen aber schon?

    113 Leserempfehlungen
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    Sein Hauptanliegen ist es eben, geliebt und bewundert zu werden, dass man zu ihm aufschaut usw. Genau das gerät jetzt ziemlich in Gefahr. Und wie schon die ganzen eitlen Sünderlein der letzten Jahre benutzt er jetzt die gleiche Taktik, um seinen "Wichtigkeitsverlust" vielleicht doch noch aufzuhalten.

    Möglicherweise liegt es ja auch nur an der selektiven Auswahl der Interviewpassagen hier auf ZeitOnline, aber ich habe das Gefühl, Hoeneß hätte lieber schweigen sollen, denn er trägt momentan - genau wie Wulff damals - nicht dazu bei, die Wogen zu beruhigen, sondern schürt eher noch durch überzogenes "Menscheln" und Mitleidheischen den Verdacht, dass mehr dahinter steckt, als nur eine vorübergehende menschliche Schwäche - ein "Fehler" wie er sagt und wie es auch alle zuvor hier vorgeführten Sünder der letzten Jahre gesagt haben - oder gar eine Sucht, die er aber eigentlich nicht eingesteht, sondern nur als Rechtfertigungsmöglichkeit in den Raum stellt.

    Ich habe angesichts der Interviewausschnitte eher das Gefühl, hier wird jetzt bloß Kapitel 4. des "Handbuchs für ertappe Sünder" aufgeschlagen, mit dem Titel "Menscheln, was das Zeug hält und Mitleid erzeugen".

    Kapitel 1 "Leugnen, was das Zeug hält" ist ja nicht mehr möglich, auch
    Kapitel 2 "Kleinreden und Bagatellisieren" hat nicht funktioniert nicht und auch das damit verbundene
    Kapitel 3 "Sind wir nicht alle kleine Sünderlein" hat nicht gefruchtet.

    Also kommen wir jetzt eben zum Kapitel 4 und später zu Kapitel 5, 6 usw.

    keinen Cent betrogen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Bundesliga | FC Bayern München | Fußball | Bundeskanzler | Börse
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