Champions-League-FinaleNur jeder vierte Deutsche ist für den FC Bayern

Obwohl Bayern Favorit ist, drücken die meisten Deutschen dem BVB die Daumen. Fast 60 Prozent der Bevölkerung empfinden den Stellenwert des Fußballs als übertrieben.

BVB gegen FCB: Im Champions-League-Finale von Wembley treffen zwei Bundesligisten aufeinander.

BVB gegen FCB: Im Champions-League-Finale von Wembley treffen zwei Bundesligisten aufeinander.  |  © Franck Fife/AFP/Getty Images

Wenn am kommenden Samstag der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund im Finale der Champions League antritt, drücken 51 Prozent der Deutschen die Daumen für Dortmund. Nur 26 Prozent wollen, dass der FC Bayern das deutsche Finale gewinnt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE. 

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Die Unterstützungswerte für den ehemaligen Deutschen Meister sind unter Wählern der SPD und der Grünen noch höher: 60 Prozent der befragten Gruppe sind für den BVB. Der FC Bayern hat im Vergleich zum Durchschnitt mehr Anhänger unter den Unions- (34 Prozent) und FDP-Wählern (30 Prozent). 

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Diese Sympathiewerte decken sich jedoch nicht mit den Vorhersagen, wer das Finale dann auch gewinnen wird. Die Erfolgsprognosen für das Endspiel im Londoner Wembley-Stadion fallen umgekehrt aus. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse Agentur (dpa) rechnen 45 Prozent der Deutschen mit dem Titelgewinn der Bayern, nur ein Drittel traut Dortmund den Sieg zu. Noch größer ist der Unterschied in den Sympathiewerten der Trainer: Jürgen Klopp ist bei 50 Prozent der Deutschen beliebt, der scheidende Bayern-Coach Jupp Heynckes nur bei 16 Prozent.


In den Tagen vor dem wichtigen Fußballendspiel empfinden fast 60 Prozent der Befragten den Stellenwert des Fußballs in der deutschen Gesellschaft und in den Medien als übertrieben. Bei Wählern der Linken (68 Prozent) oder der FDP (62 Prozent) ist der Anteil der Fußball-Kritiker noch höher. 

Auf die Frage, ob es gerecht sei, dass Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern trotz seiner Steuerhintergehen in London im Stadion sitzt, antwortete fast jeder zweite Deutsche mit "Ja". 

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Die ZEIT-ONLINE-Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Onlineinterviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für diese repräsentative Umfrage befragte YouGov vom 17. bis 21. Mai 1.052 Menschen. 

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Leserkommentare
  1. Als Bub hab ich das Bolzen geliebt. Kameradschaft, sich auspowern, Erfolge, Kämpfen.. eine wahre Schule fürs Leben. Aber das was der Kommerz aus dem Fußball macht, die Aufregung von Fans als ob es irgendwas an ihrem Leben ändert oder sie auch nur einen Cent mehr oder weniger in der Tasche haben wenn "ihre Mannschaft" verliert oder gewinnt, das geht an mir vorbie. Vorallem aber die ganzen Agressionen befremden mich. Sportsgeist heißt für mich es genauso "wegstecken" zu können wenn man unterliegt und nach Spielende mit dem "Gegner" auch noch was trinken gehen zu können. Denn was einen verbindet ist die Liebe und das Interesse am Sport. Alles "Trennende" ist doch nur.. ja, ein Spiel.

    Im Übrigen wird der FC Bayern natürlich gewinnen, das sage ich schon aus Trotz als Bayer, obwohl mir Fußball egal ist - alleine um die erboßten Gesichter in Restdeutschland zu genießen, die einfach aus Prinzip gegen "die Bayern" sind weil sie generell gegen "die Bayern" sind. Erwischt, etwas emotional involviert bin ich also doch. Na ich bin mal gespannt wie es ausgeht.

    Mein Tipp: Bayern gewinnt ohne Gegentor ^^

    12 Leserempfehlungen
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    Oooh, sie haben den Eindruck, dass keiner die Bayern mag. Ja ich mag die Bayern (Primär die Fussballmannschaft) auch nicht.
    Viele reiten auf den Bayern rum. Macht doch Spass das Bayern-Bashing. :D

    Kurzum, es interessiert doch keine Sau ob Bayern wieder Meister geworden ist. Ist doch auf dauer extremst lanweilig, wenn Bayern wieder Meister wurde.
    Meister der Herzen werden sie vll nur bei den Hardcore-Bayernfans.

    Ich bin im Finale für Dortmund! Heja BVB!

  2. doch so viele?

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  3. ...entweder man ist Fan, oder man hasst diesen Verein. Viel dazwischen existiert nicht. In den letzten jahren hat sich das ein bisschen verändert, da die Bayern Führung ein bisschen am Image gearbeitet hat. Spätestens mit dem Götze Transfer hat sich das aber wieder erledigt.

    Der BVB hingegen ist auch für Nicht-Fans sympatisch. Der Meister der Herzen...kann man sich nichts für kaufen aber immerhin...

    4 Leserempfehlungen
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    Das mag für Schalke gelten, die in einer Saison während des letzten Spiels 20 oder 30 Minuten Meister waren und wegen einem Tor die Schale nicht bekommen haben.
    Dortmund war nun die letzten beiden Male Meister. Diese Saison hat es Bayern einfach verdient, weil sie eine erdrückend, rekordverdächtige Leistung erbracht haben.
    Das muss man einfach eingestehen. Alles andere ist emotionales Rumgepinsel.
    Und nein, ich bin nicht FCB-Fan...

  4. in Sympathie-Werten.

    Wenn Klopp und der BVB wählen könnten zwischen Sympathie-Champion und Champions-Ligue-Sieger, so würden sie sich sicherlich für Champions-Ligue-Sieger entscheiden.

    Nur am Rande und immer wieder gerne zitiert: "Neid muss man sich erarbeiten und Mitleid bekommt man geschenkt".

    5 Leserempfehlungen
    • bapon1
    • 22. Mai 2013 14:34 Uhr

    Fußball ist Dauertheater.

    Es geht um Ehre, Selbstbehauptung, Anstand, Moral, Heuchelei, Geld, Intrigen und um Gefühle ("Emotion pur" würde Kahn sagen).

    Und: Es ist auch noch "Reality" (Wirklichkeit würde ich das noch nicht nennen).

    Wenn es auch nicht intellektuell ist, so ist es doch ein Spiegelbild unseres Daseins, in einem Wort:

    Kultur.

    2 Leserempfehlungen
    • vyras
    • 22. Mai 2013 14:41 Uhr

    ... den Stellenwert des Fußballs als übertrieben".

    Danke, danke, ...... danke. Dazu fällt mir nur ein: Panem et circenses. Dazu hier Zitat, wie die Wikipedia die heutige Bedeutung des Begriffs sieht.

    Zitat:"Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch die Strategie politischer (oder industrieller) Machthaber, das Volk mit Wahlgeschenken und eindrucksvoll inszenierten Großereignissen von wirtschaftlichen oder politischen Problemen abzulenken. Dies kritisiert aber gleichzeitig auch eine abgestumpfte Gesellschaft, deren Interesse über elementare Bedürfnisse und „niedere Gelüste“ nicht hinausgeht. Eine moderne Abwandlung des Ausdrucks kam in Deutschland durch einen Postkartenentwurf von Wolfgang Flatz in Umlauf: „Fressen, ficken, fernsehen“." Zitatende.

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    wir uns doch alle im stillen Kämmerlein ein und sinnieren über die Unsinnigkeit und Traurigkeit der menschlichen Existenz.
    Ich kann dieses arrogante einfach nicht mehr hören. Ja, für viele Menschen ist dieser Samstag etwas ganz besonderes, etwas herausragendes. Muss man nicht verstehen und schon gar nicht teilen, aber bitte, bitte nicht mit dieser Arroganz betrachten, denn dieses würde bei jedem Hobby, jeder Leidenschaft der Sie nachgehen genauso funktionieren.
    Es ist die gleiche stumpfsinnige, oberflächlich Argumentation wie "Opium fürs Volk" "Brot und Spiele" bei der sich diejenigen, die sich diesen Thesen bedienen sich selbst erhöhen, als diejenigen, die den Durchblick haben. Ich würde Ihnen gerne leidenschaftlich entgegenhalten, welche Wirkung Fußball auch hat. Millionen Menschen, die gemeinsam und friedlich dem selben Ereignis beiwohnen, miteinander diskutieren. Junge Menschen die inspiriert werden, die lernen, was Integration wirklich bedeutet, Teamgeist. Mit der Ästhetik des Spiels möchte ich Sie nicht belästigen und ja, das Pferd Fußball wird gerne mal medial zu Tode geritten, bzw. die Kuh finanziell gemolken, aber welches positive, "ständeübergreifendes" Ereignis bringt so viele Menschen zusammen? Und keine Sorge. Die Alltagssorgen, die Probleme im Land werden garantiert nicht vergessen, nur vielleicht in diesen 90 Minuten.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

  5. Möchte gerne mal wissen, wer da so repräsentiv gefragt wurde? Ware Fussballanhänger oder diese "Ballermann & Faschingsfans". Die nur bei grossen Events ala WM & EM, geschminkt zum "Publicdoofing" unter ihrem Stein hervorgegrochen kommen.

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    • 15thMD
    • 22. Mai 2013 15:15 Uhr

    ....für Deutschland heißt, dass sowohl Leute, die keine Ahnung haben als auch absolute Experten gefragt wurden. Undzwar genau in dem Verhältnis, in dem sie auch in Deutschland vorkommen.

    Schreiben Sie unter den nächsten Artikel über Wahlumfragen auch: Wurden da jetzt nur BILD-Leser gefragt?

    Hier nochmal zum nachlesen:
    http://www.duden.de/recht...
    https://de.wikipedia.org/...

  6. Für dieses Ergebnis hätte man wahrscheinlich keine Umfrage gebraucht!

    Bei sportlichen Zweikämpfen hält der neutrale Zuschauer meistens zum "Underdog" und das ist beim Fussball halt selten der FCB...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte FC Bayern München | Bundesliga | Fußball | Grüne | Borussia Dortmund | Jürgen Klopp
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