LangstreckenrennenZwei Todesfälle in Le Mans und auf Nürburgring

Beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans ist der Däne Simonsen nach einem Unfall gestorben. Auch auf dem Nürburgring hat es einen Todesfall bei einem Langstreckenrennen gegeben.

Der Däne Allan Simonsen (Archivbild)

Der Däne Allan Simonsen (Archivbild)  |  ©EPA/JORGE FERRARI

Der tödliche Unfall des Dänen Allan Simonsen hat das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans überschattet. Auch am Nürburgring ist ein Fahrer am Wochenende tödlich verunglückt. In Le Mans starb der 34-jährige Simonsen an den schweren Verletzungen, die er sich bei seinem Unfall zugezogen hatte. Er hinterlässt eine Frau und eine kleine Tochter. Zuletzt war im Jahr 1997 der Franzose Sébastien Enjolras bei dem Rennen verunglückt, das in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Wenige Stunden zuvor hatte sich auch auf dem Nürburgring ein Todesfall ereignet: Beim vierten Lauf der deutschen Langstreckenmeisterschaft erlitt ein 55 Jahre alter Opel-Fahrer einen Herzinfarkt am Steuer.

Als Führender der GTE-Am-Klasse war Simonsen bei seinem siebten Start in Frankreich in der dritten Runde bei leichtem Regen in die Leitplanke gekracht. Nach Angaben anderer Rennfahrer sind die GT-Fahrzeuge am Ausgang der Tertre-Rouge-Kurve mit etwa 170 Stundenkilometern unterwegs. Streckenposten hatten ihn aus seinem Aston Martin mit der Startnummer 95 geborgen.

Anzeige

Simonsen, ein erfahrener Rennfahrer mit zwei Podiumsplätzen in Le Mans (GT2), war auf die blaue Streckenmarkierung gekommen und hatte dadurch die Kontrolle über sein Auto verloren. Ein anderer Pilot war an dem Unfall offenbar nicht beteiligt. Obwohl der Wagen schwer beschädigt war, hatte es zunächst keine Anzeichen für eine lebensbedrohliche Verletzung gegeben. In der Folge gab es eine Safety-Car-Phase, die fast eine Stunde andauerte.

Der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), Hans-Joachim Stuck, sagte: "Das war leider ein klassischer Rennunfall mit einem fatalen Ende. Man darf im Motorsport nie den Respekt verlieren. Motorsport ist und bleibt gefährlich. Der Unfall in Le Mans zeigt deutlich, dass immer ein Restrisiko besteht."

Rennen wurde fortgesetzt

Die anderen Fahrzeuge des britischen Herstellers setzten ihre Teilnahme in Le Mans fort. "Auf Wunsch der Familie von Allan Simonsen verbleiben die anderen vier Aston Martin im Rennen", sagte David Richards, Miteigentümer und Chef des Verwaltungsrats von Aston Martin. Richards hatte auch die Angehörigen informiert. Nach mehr als siebeneinhalb Stunden des diesjährigen Rennens lag Audi mit Rekordsieger Tom Kristensen an der Spitze. Die beiden Toyota Prototypen belegten nach über 110 Runden die Plätze zwei und drei.

Simonsen ist in dem seit 1923 ausgetragenen Klassiker der 117. Tote. Zuletzt war 1997 Enjolras in der Qualifikation für das Rennen ums Leben gekommen. Der schlimmste Unfall hatte sich 1955 ereignet, als der Franzose Pierre Levegh nach einer Kollision mit seinem Mercedes auf die Zuschauertribüne geflogen war. Levegh und 83 Zuschauer kamen bei dem Unglück ums Leben.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • TDU
    • 23. Juni 2013 10:55 Uhr

    Mein Beileid den Angehörigen und Freuden und Kollegen. Auch als Zuschauer wäre man nicht drauf gekommen, dass der Unfall diese Folgen hatte. Man sah zwar im ZV nur eine Seite des Unfallwagens, aber man hat schon Fahrer in der Formel 1 aus fast völlig zerstörten Autos unverletzt aussteigen sehen.

    Die Enscheidung weiter zu fahren, erst recht nach dem Wunsch der Familie ist sicher richtig. Was für den Zuschauer Unterhltung ist für allle Beteiligten harte Arbeit und Brotwerwerb. Eine Kolonne von z. B. Gerüstbauern wird auch nicht das Projekt abbrechen, wenn einer der Ihren abstürzt und sich tödliche Verletzungen zuzieht.

    Der tragische Tod auf dem Nürburgring kann auch mmer vorkommen. Mien Beileis auch da den Angehörigen. Ob der private Rennfahrer sich bezogen auf sein Gesundheit gecheckt hat? Man weiss es nicht. Aber es sollte sein.

    Denn eine Rennstrecke ist selbst bei moderater Fahrt schon Stress deswegen, weil andere Renner beteiligt sind. Viele Fahrer sind auch noch aktiv, wenn sie älter sind. Aber das sind in der Regel trainierte Profis.

    Alter schützt vor Leichtsinn nicht. Sogar ältere Rennradfahrer gehen im bergischen Land die Abfahrten an wie Zabel und Co und gefährden damit sich und andere. Und ein Sturz mit Ende 50 ist was anderes als mit 30 oder 40.

    2 Leserempfehlungen
  1. für die Überschrift: Nürburgring statt Nür(n)burgring?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Danke für den Hinweis, das haben wir korrigiert.

  2. Redaktion

    Danke für den Hinweis, das haben wir korrigiert.

    Antwort auf "Korrekturanfrage"
  3. andere Sportarten als Fussball nur zur Kenntnis nimmt wenn es negative Schlagzeilen oder Sensationen gibt. In den letzten Wochen seit dem CL Finale gab es einige sportliche Events die von der Zeit schlicht ignoriert werden. (z.B. letzte Woche Mountainbike EM). Aber 2 Tote im Motorsport oder das x.te Geständnis von Ulrich sind tatsächlich eine Meldung wert.

    Ich schätze die Fussballberichterstattung in der Zeit doch wenn ich es als "Sportteil" gesamt betrachte dann ist dies sicher der schwächste Teil der Zeit.

  4. 5. Frage

    Wieso gibt es kein Tempolimit bei Rennserien?
    Selbst dann gibt es noch Unterschiede zwischen den Teams, die sich aber nur noch in der Technik widerspiegeln. Abstaende gibt es weiterhin, wenn auch noch minimaler, aber die Zeitmessgeraete koennen so etwas. Dann schauen sich die Leute auch eher das Qualifying an, falls sie denn kein Interesse an Umweltschutz haben.

  5. ....und wer den Sport machen muss, muss wissen, was passieren kann. Tut es aber wahrscheinlich meistens eher nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 24. Juni 2013 17:50 Uhr

    Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über GMX Biker in Südamerika gesehen. In der besten Gegend dafür. Davor Springen und Segeln durch Felsspalten in Australien und Freeclimbing an Steilhängen. Ist das jetzt gefahrloser oder vernünftiger, weil da der Erzfeind "Auto" nicht bewegt und die Umwelt gar nicht belastet wird?

    Ich meine nicht. Man sollte die Entscheidung respektieren und den Tod oder eine Querschnittslähmung durchaus bedauern. Sonst wird der negative Spiesser, der nichts riskiert ausser moralinsauren Statements noch zum Vorbild. Stuck ist natrürlich nicht gemeint, und es gäbe noch viel zu sagen zum Thema.

    • TDU
    • 24. Juni 2013 17:50 Uhr

    Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über GMX Biker in Südamerika gesehen. In der besten Gegend dafür. Davor Springen und Segeln durch Felsspalten in Australien und Freeclimbing an Steilhängen. Ist das jetzt gefahrloser oder vernünftiger, weil da der Erzfeind "Auto" nicht bewegt und die Umwelt gar nicht belastet wird?

    Ich meine nicht. Man sollte die Entscheidung respektieren und den Tod oder eine Querschnittslähmung durchaus bedauern. Sonst wird der negative Spiesser, der nichts riskiert ausser moralinsauren Statements noch zum Vorbild. Stuck ist natrürlich nicht gemeint, und es gäbe noch viel zu sagen zum Thema.

    Antwort auf "Stuck hat alles gesagt"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dk
  • Schlagworte Herzinfarkt | Motorsport | Le Mans | Nürburgring
Service