Jupp Heynckes mit der historischen Trophäe © Christof Stache/AFP/Getty Images

Bayern München – VfB Stuttgart 3:2 (1:0)

Der FC Bayern München hat sich in den Fußball-Geschichtsbüchern verewigt. Im letzten Spiel unter Trainer Jupp Heynckes gewannen die Münchner das DFB-Pokal-Finale gegen den VfB Stuttgart und brachten als erster deutscher Klub nach der Meisterschale und dem Champions-League-Pokal auch die dritte Trophäe in einer Saison in ihren Besitz.

Thomas Müller (37. Minute/Foulelfmeter) und der Ex-Stuttgarter Mario Gomez (48./61.) sicherten den Bayern den 16. Pokalsieg ihrer Vereinsgeschichte. Der leidenschaftlich kämpfende VfB verlangte dem Favoriten in einem spannenden Spiel alles ab und wurde mit zwei Treffern von Martin Harnik (71./80.) belohnt, die die Bayern in der Schlussphase noch einmal zittern ließen.

Die Bayern stellten im Finale zwar, wie erwartet, das spielerisch reifere Team, doch von der angekündigten Gier nach dem dritten Titel der Saison war lange Zeit nicht viel zu sehen. Eine Woche nach dem Champions-League-Triumph agierte der Rekordmeister in der Defensive ohne die nach Brasilien beorderten Defensivstrategen Dante und Luiz Gustavo unkonzentriert und im Aufbau häufig fehlerhaft. Geradezu fahrig wirkte vor allem Javier Martínez.

Als Sturmspitze hatte Heynckes etwas überraschend Gomez den Vorzug vor Mario Mandžukić gegeben. Von einem Teil der VfB-Fans wurde der frühere Schwabe mit Pfiffen begrüßt, feierte aber dann als Doppeltorschütze den gelungenen Abschluss einer persönlich nicht zufriedenstellenden Saison.

Der VfB hielt mit viel Kampf und Leidenschaft die Partie über weite Strecken ausgeglichen. Im Abschluss waren die Schwaben, die die Bundesliga auf einem enttäuschenden zwölften Platz abgeschlossen hatten, allerdings mehrfach ohne Glück. Trotz gelegentlicher Mängel im Aufbau erspielten sich die Bayern ein deutliches Plus an Chancen. Schon nach 122 Sekunden lief Arjen Robben allein auf das VfB-Tor zu, doch Sven Ulreich lenkte den Schuss des Helden von Wembley aus spitzem Winkel ab.

Das erste Achtungszeichen auf der Gegenseite setzte Alexandru Maxim, der unbedrängt von der Münchner Abwehr eine Flanke von Ibrahima Traoré am Tor vorbeischoss (9.). In der 22. Minute bewahrte Manuel Neuer den Favoriten vor dem drohenden Rückstand. Der Nationaltorwart meisterte zunächst den Kopfball von Harnik und war auch gegen den nachsetzenden Georg Niedermeier zur Stelle.

Nachdem David Alaba (27.) und Robben (31.) weitere gute Möglichkeiten verpasst hatten, kamen die Bayern durch einen etwas umstrittenen Strafstoß zur Führung. Nach einem Rempler von Traoré an Kapitän Philipp Lahm zeigte der Schiedsrichter Manuel Gräfe auf den Punkt, der nervenstarke Müller ließ sich die Chance zu seinem ersten Pokal-Tor der Saison nicht entgehen. Sekunden vor der Pause vergab Gomez sogar das zweite Tor.

Dafür war der Nationalstürmer drei Minuten nach dem Seitenwechsel zur Stelle, als sich Lahm auf der rechten Seite durchgesetzt hatte. Die flache Hereingabe des Außenverteidigers stolperte Gomez zu seinem fünften Pokal-Tor in dieser Spielzeit über die Linie. Erst nach diesem Treffer setzten die Münchner auch ein paar spielerische Glanzlichter. 13 Minuten später sorgte Gomez mit dem Treffer zum 3:0 nach Vorlage von Müller für die endgültige Entscheidung und räumte unter dem Applaus der Münchner Fans seinen Platz für Mandžukić.

Als bereits "Heynckes, Heynckes"-Sprechchöre der siegesfreudigen Münchner Anhänger durch die Arena hallten, belohnte sich der VfB für eine engagierte Vorstellung: Harnik köpfte eine Flanke von Gōtoku Sakai zum 3:1 an Neuer vorbei. Zehn Minuten vor dem Ende gelang dem Österreicher Harnik auch noch der Anschlusstreffer, nachdem er selbst zuvor den Pfosten getroffen hatte. Die Bayern mussten plötzlich noch einmal bangen, brachten den knappen Vorsprung aber über die Zeit.

"Das ist ein emotionaler Moment. Die Mannschaft hat sich und mir ein super Geschenk gemacht. Das Triple ist einzigartig. Das hat es in der Bundesliga noch nie gegeben", sagte Jupp Heynckes nach dem Spiel. Er werde am Dienstag eine Abschlusspressekonferenz geben, sagte Heynckes weiter. "Dann werde ich etwas zu meiner Zukunft sagen. Dann werde ich sagen, wie es weitergeht oder auch nicht."

Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Boateng, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben (83. Timoschtschuk), Müller, Ribéry (90.+1 Shaqiri) - Gomez (62. Mandžukić)
VfB Stuttgart:
Ulreich - Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro (67. Sakai) - Gentner, Boka - Harnik, Maxim (61. Okazaki), Traoré (75. Cacau) - Ibišević
Schiedsrichter:
Gräfe (Berlin)
Zuschauer:
75.420 (ausverkauft)
Tore:
1:0 Müller (37./Foulelfmeter), 2:0 Gomez (48.), 3:0 Gomez (61.), 3:1 Harnik (71.), 3:2 Harnik (80.)
Gelbe Karten:
Mandžukić, Schweinsteiger / Boka, Ibišević, Traoré
Beste Spieler:
Neuer, Gomez, Robben / Harnik, Boka