TennisNadal holt Rekordsieg bei French Open

Das hat noch keiner vor Rafael Nadal geschafft: Zum achten Mal gewinnt der Spanier das Grand-Slam-Turnier in Paris. David Ferrer konnte nur phasenweise mithalten.

Rafael Nadal nach seinem Sieg beim Finale der French Open 2013

Rafael Nadal nach seinem Sieg beim Finale der French Open 2013  |  © Kenzo Triboulliard/AFP/Getty Images

Rafael Nadal hat bei den French Open Tennisgeschichte geschrieben. Der spanische Titelverteidiger siegte 6:3, 6:2, 6:3 gegen seinen Landsmann David Ferrer und gewann damit als erster Spieler zum achten Mal dasselbe Grand-Slam-Turnier – und dies nur vier Monate, nachdem er nach monatelangen Kniebeschwerden sein Comeback gegeben hatte.

"Das ist einer der speziellsten Siege", sagte Nadal, bevor Ehrengast Usain Bolt ihm den Musketier-Cup überreichte. "Ich spiele, seit ich ein Kind bin. Ich habe nicht gedacht, dass ich in der Lage wäre, so etwas zu schaffen."

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Insgesamt holte der 27-Jährige nach 2:16 Stunden Spielzeit zum zwölften Mal einen Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Dafür erhielt Nadal 1,5 Millionen Euro Preisgeld. Der Weltranglisten-Fünfte Ferrer bekam nach der Niederlage in seinem ersten großen Endspiel die Hälfte.

Nadal war als klarer Favorit in das Finale des Tournoi de Roland Garros gegangen. Die Fakten sprachen angesichts einer 19:4-Bilanz gegen Ferrer klar für ihn. Die vergangenen acht Partien – alles Spiele auf Sand – hatte er für sich entschieden und Ferrer vor einem Jahr im Halbfinale von Paris regelrecht abgefertigt. In den Viertelfinals von Madrid und Rom hatte Nadal jüngst jedoch einige Mühe gegen den nur 1,75 Meter großen, dafür aber überaus fitten und flinken Ferrer.

Der 31-Jährige aus Valencia war ohne Satzverlust in das Endspiel eingezogen und stand dabei sechs Stunden weniger auf dem Platz als Nadal. Der Weltranglisten-Vierte musste am Freitag viereinhalb Stunden gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic bestehen.

Zwei Zwischenfälle auf dem Court

Davon war im vierten rein spanischen Finale der French Open nichts zu spüren. Als der gebürtige Mallorquine Nadal sich warm gespielt hatte, diktierte er vor allem mit seiner Vorhand die Partie. Selbst geriet der Linkshänder nicht so oft in die Defensive.

Nach stundenlangem Regen, der erst am Vormittag aufgehört hatte, begann es im zweiten Satz wieder ein wenig stärker zu tröpfeln. Zu diesem Zeitpunkt lag Nadal bereits deutlich vorn. Ferrer konnte nur phasenweise dagegenhalten, auch wenn er zumindest nach außen nicht die von ihm selbst befürchtete Nervosität zeigte.

Nach Nadals zweitem Break zum 4:3 und einem Doppelfehler von Ferrer nutzte er seinen ersten Satzball zur Führung und zog danach sofort auf 3:0 davon. Sein Landsmann hatte die Chance, auf 3:2 zu verkürzen, riskierte im bis dahin besten Ballwechsel der nur teils hochklassigen Partie aber nicht genug. Vor allem mit dem zweiten Aufschlag konnte er kaum punkten.

Beim Stand von 5:1 für Nadal gab es einen Zwischenfall: Ein Zuschauer drang mit einer bengalischen Fackel auf den Court Philippe Chatrier vor. Sicherheitskräfte führten ihn ab, Nadal bedankte sich dafür per Handschlag. Zuvor hatten zwei andere Zuschauer mit einem Plakat gegen die Home-Ehe in Frankreich protestiert.

Beide Tennisprofis verloren kurzzeitig ihren Rhythmus. Der Weltranglisten-Vierte gab gegen die Nummer fünf im dritten Satz eine 2:0-Führung wieder ab, während viele der 15.000 Fans Schirme aufgespannt hatten. Ferrer kam noch einmal heran, nach dem Break zum 3:5 war sein Widerstand jedoch gebrochen.

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Leserkommentare
  1. beeindruckende Leistung. Warum ist Nadal auf Sand so unfassbar stark?

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    • Cs13
    • 10. Juni 2013 12:47 Uhr

    Er ist Mallorquiner, spielte großteils seiner Jugend auf Sand und hat ein unfassbares Talent.

    Nach so einer Verletzung in kürzer Zeit zurück zukommen ist groß für ein Sportler.
    Bin gespannt auf Wimbledon ,wenn Andy Murray zurück kommt...

    Ich muss Cs13 recht geben, Nadal ist sehr erfahren auf Sand und außerdem hoch talentiert. Er hat sich im Vergleich zu früher auch sehr positiv entwickelt, wie ich meine.

    Die Antwort auf die Frage, warum er gerade auf Sand so überlegen ist, ist jedoch anders zu beantworten, denn auch andere Topspieler sind hochtalentiert und haben Erfahrung auf Sand. Die Antwort heißt: Topspin. Sand ist ein generell eher langsamer Belag im Vergleich zu Hartplätzen oder Rasen. Das heißt, dass der Ball beim auftreffen auf den Boden stärker abgebremst wird, weil der Boden "griffiger" ist. Und da kommt zum Tragen, dass Nadal's Topspin-Bälle laut einer Untersuchung mit über 3000 Umdrehungen pro Minute vorwärts rotieren. Andere Spitzenspieler schaffen nur etwa 2000 U/min. Es ist auch bei seiner Schlagtechnik mit bloßem Auge zu erkennen, dass er sehr viel mehr Topspin auf den Ball gibt als andere Spieler, die gerade bei Vorhandwinnern bzw. Winner-Versuchen den Ball mit viel weniger Topspin spielen. Dieser hohe Topspin hat zur Folge, dass der Ball nach dem Aufsetzen deutlich stärker beschleunigt wird als die Bälle der Gegner, was auf einem langsamen und griffigen Belag wie Sand eben sehr viel stärker zum Tragen kommt als etwa auf schnellem Rasen, wo auf ein weniger "überrissener" Ball nach dem Aufsetzen sehr schnell bleibt. Hoffe, ich konnte Ihnen helfen :-). Und achten Sie mal auf Nadals Schlagtechnik, Sie werden sehen, was ich meine. Er schlägt viel weniger "vorwärts" als viel mehr nach "oben".

    • Cs13
    • 10. Juni 2013 12:47 Uhr
    2. Talent

    Er ist Mallorquiner, spielte großteils seiner Jugend auf Sand und hat ein unfassbares Talent.

    Nach so einer Verletzung in kürzer Zeit zurück zukommen ist groß für ein Sportler.
    Bin gespannt auf Wimbledon ,wenn Andy Murray zurück kommt...

    Antwort auf "Eine sehr "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wie die Karriere von König Roger weitergehen wird, denn die Konkurrenz und Leistungsdichte im Spitzenbereich ist wirklich sehr stark. Auch finde ich es spektakulär, wie sehr der Untergrund scheinbar wirklich entscheidende Vorteile bietet.

  2. wie die Karriere von König Roger weitergehen wird, denn die Konkurrenz und Leistungsdichte im Spitzenbereich ist wirklich sehr stark. Auch finde ich es spektakulär, wie sehr der Untergrund scheinbar wirklich entscheidende Vorteile bietet.

    Antwort auf "Talent"
  3. Ich muss Cs13 recht geben, Nadal ist sehr erfahren auf Sand und außerdem hoch talentiert. Er hat sich im Vergleich zu früher auch sehr positiv entwickelt, wie ich meine.

    Die Antwort auf die Frage, warum er gerade auf Sand so überlegen ist, ist jedoch anders zu beantworten, denn auch andere Topspieler sind hochtalentiert und haben Erfahrung auf Sand. Die Antwort heißt: Topspin. Sand ist ein generell eher langsamer Belag im Vergleich zu Hartplätzen oder Rasen. Das heißt, dass der Ball beim auftreffen auf den Boden stärker abgebremst wird, weil der Boden "griffiger" ist. Und da kommt zum Tragen, dass Nadal's Topspin-Bälle laut einer Untersuchung mit über 3000 Umdrehungen pro Minute vorwärts rotieren. Andere Spitzenspieler schaffen nur etwa 2000 U/min. Es ist auch bei seiner Schlagtechnik mit bloßem Auge zu erkennen, dass er sehr viel mehr Topspin auf den Ball gibt als andere Spieler, die gerade bei Vorhandwinnern bzw. Winner-Versuchen den Ball mit viel weniger Topspin spielen. Dieser hohe Topspin hat zur Folge, dass der Ball nach dem Aufsetzen deutlich stärker beschleunigt wird als die Bälle der Gegner, was auf einem langsamen und griffigen Belag wie Sand eben sehr viel stärker zum Tragen kommt als etwa auf schnellem Rasen, wo auf ein weniger "überrissener" Ball nach dem Aufsetzen sehr schnell bleibt. Hoffe, ich konnte Ihnen helfen :-). Und achten Sie mal auf Nadals Schlagtechnik, Sie werden sehen, was ich meine. Er schlägt viel weniger "vorwärts" als viel mehr nach "oben".

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Eine sehr "
  4. ...dass Tennis keinen mehr interessiert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ds
  • Schlagworte Rafael Nadal | David Ferrer | Tennis | Grand-Slam-Turnier | Novak Djokovic | Roland Garros
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