French OpenFrontfrau im überfüllten Ü-30-Klub

Zum zweiten Mal steht Serena Williams im Finale der French Open. Seit Jahren beherrscht sie das Frauentennis und steht für einen neuen Tennistrend: 30 ist das neue 20. von Petra Philippsen

Serena Williams im Halbfinale der French Open 2013

Serena Williams im Halbfinale der French Open 2013  |  © Vincent Kessler/ Reuters

Für Serena Williams hat es nie allein den Tennissport in ihrem Leben gegeben. Die extrovertierte Amerikanerin schwärmt gerne von ihren vielseitigen Interessen und betont immer wieder ihre multiplen Begabungen besonders im musischen Bereich. Auch als Schauspielerin hatte sich die fünfzehnmalige Grand-Slam-Siegerin nebenbei schon versucht, Drehbücher schreibt sie ebenfalls, die nach Kritikermeinung jedoch ähnlich seicht geraten seien wie ihr biografisches Stückwerk On the line.

Inzwischen malt Serena Williams auch noch. Die wilde Blumenwiese samt Vogelschwarm vor blauen Bergen brachte sie unter dem Titel Xpressions auf eine Leinwand und veröffentlichte jüngst ein Foto in den sozialen Netzwerken. Die Reaktionen waren gemischt, aber das kümmert Serena Williams nicht. "Ich spiele nicht den vollen Tourkalender, weil ich einfach auch andere Dinge probieren will", sagt sie, "das hält meine Motivation oben".

Anzeige

Vielleicht liegt in den eingestreuten Auszeiten vom Turnieralltag ihr Geheimnis. Es ist schon verblüffend, wie Serena Williams mit inzwischen 31 Jahren das Frauentennis wieder beherrscht. Sie wirkt körperlich fitter, frischer im Kopf, zudem zehrt sie von ihrer jahrelangen Erfahrung. Im Halbfinale von Paris besiegte sie die italienische Vorjahresfinalistin Sara Errani fast mit dem Höchstergebnis 6:0 und 6:1, im Endspiel trifft Williams am Samstag auf Maria Scharapowa.

"30 ist die neue 20", lautet daher der Slogan, der in den vergangenen Monaten über dem neuen Phänomen kursierte. Denn Serena Williams ist längst nur noch die Frontfrau im überfüllten Ü-30-Klub. Allein die Statistiken der French Open zeigen die Entwicklung deutlich: Vor zehn Jahren standen nur 11 Männer über 30 in Paris im Hauptfeld, 2012 waren es 37, also fast ein Drittel des 128er-Tableaus. Diese Rekordmarke wurde dieses Mal zwar nicht überboten, dennoch sind 29 Spieler über 30 ein stattlicher Wert. 

"Trentenaires" nennen die Franzosen die Profis im gesetzteren Alter: Neben Thomas Haas standen noch drei weitere Mittdreißiger im Viertelfinale der French Open. "Wir sind in unserem Alter einfach erfahrener", sagt der 35-jährige Haas: "Wir wissen jetzt, wie wir am besten trainieren, essen und uns erholen. Deshalb sind so viele von uns noch so gut."

Leserkommentare
    • Lefty
    • 08. Juni 2013 13:21 Uhr

    wird nicht mehr als eine Mini-Chance gegen Serena Williams haben,mehr nicht.Zu stark und überlegen spielt diese.Vermutlich wird es ähnlich wie 2012 in London?Hoffentlich nicht,das wäre langweilig.

  1. 2. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/sam

  2. Andere jüngere Spielerinnen konnten bloss weiter vorne mitspielen, wenn die Platzhirschinnen verletzt waren.
    Die vielen Namen junger Damen, die kurz nach oben gespült wurden, sind mir gar nicht alle im Gedächtnis hängen geblieben.

    Der Satz "30 ist die neue 20" stammt allerdings von Heidi Klum, die anlässlich ihres 40. Geburtstags sagte, 40 ist die neue 30, also nicht der Rede wert.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service