ZEIT ONLINE: Das erste Spiel gegen die Niederlande guckten rund sechs Millionen Deutsche, was wohl auch mit dem Werbespot des ZDF zusammenhing. Der hat hierzulande für Wirbel gesorgt. Was haben Sie davon mitbekommen?

Krahn: Das habe ich nur nebenbei mitbekommen und mich nicht damit beschäftigt. Ich konzentriere mich hier aufs Fußballspielen und alles andere interessiert mich in sehr geringen Maßen.

ZEIT ONLINE: Fällt es unter solchen Umständen nicht umso schwerer, sich auf die Spiele zu konzentrieren?

Krahn: Für mich ist es nicht schwerer, wenn in Deutschland über irgendwelche Werbespots diskutiert wird.

ZEIT ONLINE: Auch nicht, wenn wieder auf dem Rücken der DFB-Frauen eine Sexismus-Debatte ausgetragen wird?

Krahn: Das liegt ja an Ihnen und Ihren Kollegen, die uns immer wieder versuchen, darauf anzusprechen. Mich interessiert es nicht.

ZEIT ONLINE: Also sind Sie genervt?

Krahn: Es nervt mich, wenn Sie mich jetzt weiter danach fragen.

ZEIT ONLINE: Ist die gute Stimmung, die Lockerheit nach der schwierigen Gruppenphase jetzt dahin?

Krahn: Wir haben eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft und daran hat sich nichts geändert. Wir sind im Viertelfinale und wollen jetzt gegen Italien gewinnen.

ZEIT ONLINE: Fürchten Sie nach den bisherigen Spielen, dass die Mannschaft der nervlichen Belastung eines Alles-oder-nichts-Spiels nicht standhält?

Krahn: Nein, das glaube ich nicht.

ZEIT ONLINE: Obwohl Sie so viele junge Spielerinnen haben?

Krahn: Die jungen Spielerinnen werden aus dem Spiel gegen Norwegen gelernt haben. Wir vermitteln ihnen, was in diesem K.-o.-Spiel gegen Italien auf uns zukommt. Wir haben gar keine andere Wahl.