Nationalspielerin Annike Krahn"Es nervt mich, wenn Sie mich weiter danach fragen"
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"Wir haben gar keine andere Wahl"

ZEIT ONLINE: Das erste Spiel gegen die Niederlande guckten rund sechs Millionen Deutsche, was wohl auch mit dem Werbespot des ZDF zusammenhing. Der hat hierzulande für Wirbel gesorgt. Was haben Sie davon mitbekommen?

Krahn: Das habe ich nur nebenbei mitbekommen und mich nicht damit beschäftigt. Ich konzentriere mich hier aufs Fußballspielen und alles andere interessiert mich in sehr geringen Maßen.

ZEIT ONLINE: Fällt es unter solchen Umständen nicht umso schwerer, sich auf die Spiele zu konzentrieren?

Krahn: Für mich ist es nicht schwerer, wenn in Deutschland über irgendwelche Werbespots diskutiert wird.

ZEIT ONLINE: Auch nicht, wenn wieder auf dem Rücken der DFB-Frauen eine Sexismus-Debatte ausgetragen wird?

Krahn: Das liegt ja an Ihnen und Ihren Kollegen, die uns immer wieder versuchen, darauf anzusprechen. Mich interessiert es nicht.

ZEIT ONLINE: Also sind Sie genervt?

Krahn: Es nervt mich, wenn Sie mich jetzt weiter danach fragen.

ZEIT ONLINE: Ist die gute Stimmung, die Lockerheit nach der schwierigen Gruppenphase jetzt dahin?

Krahn: Wir haben eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft und daran hat sich nichts geändert. Wir sind im Viertelfinale und wollen jetzt gegen Italien gewinnen.

ZEIT ONLINE: Fürchten Sie nach den bisherigen Spielen, dass die Mannschaft der nervlichen Belastung eines Alles-oder-nichts-Spiels nicht standhält?

Krahn: Nein, das glaube ich nicht.

ZEIT ONLINE: Obwohl Sie so viele junge Spielerinnen haben?

Krahn: Die jungen Spielerinnen werden aus dem Spiel gegen Norwegen gelernt haben. Wir vermitteln ihnen, was in diesem K.-o.-Spiel gegen Italien auf uns zukommt. Wir haben gar keine andere Wahl.

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Leserkommentare
  1. 17. [...]

    Der Ausgangskommentar wurde entfernt. Die Redaktion/sam

    Antwort auf "[...]"
  2. 18. [...]

    Der Ausgangskommentar wurde entfernt. Die Redaktion/sam

  3. 19. [...]

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass insbesondere schriftlich formulierte Ironie nicht immer als solche verständlich wird. Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/sam

    Antwort auf "[...]"
    • jofl
    • 21. Juli 2013 16:02 Uhr

    Dann will ich mal die sachlichen Bestandteile meiner an Herrn Maunz geübten Kritik wiederholen, nachdem dieser Anteil meines Kommentars gelöscht wurde.

    Falls Sie wieder mal ein Interview zu führen haben, Herr Maunz, denken Sie daran, dass offene Fragen a) weniger anmaßend klingen, b) weniger nach Verhör klingen, c) auf den Leser wie auf die Interviewte weniger rüde wirken und d) davon zeugen, dass Sie Ihr Handwerk verstehen. Wer wie Sie die überwiegende Zahl seiner Fragen „geschlossen“ formuliert (und somit nur eine Ja-nein-weiß-nicht-Antwort ermöglicht), muss damit rechnen, dass er auch vom Interviewten kurz und bündig abgehalftert wird. Gemessen daran, blieb Frau Krahn ausgesprochen höflich.

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    ...Sie schreiben das alles, als ob Sie dabei gewesen wären. Ich versichere Ihnen, dass Frau Krahn mir nichts getan hat und dass ich ihr genau so am Telefon begegnet bin.

    Wenn überhaupt, klingt dieses Interview nach seiner Redigatur nach einem Verhör, wobei ich das ganz und gar nicht so empfinde. Ich war immer höflich und habe die Fragen auch teils ausführlicher, sensibler gestellt, für die Verschriftlichung aber wäre das Füllsel gewesen.

    Auch können Sie davon ausgehen, dass ich weitere "offene Fragen" (danke, dass Sie sich um mich sorgen) gestellt habe, wenn diese Antworten oder gar gewinnbringende Antworten gefunden hätten, stünden sie im Artikel.

    Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass mir anstatt der vereinbarten 30 Minuten nur zehn Minuten für das gesamte Gespräch und meine vorbereiteten Fragen vergönnt waren. Die Atmosphäre in diesem kurzen Gespräch war von Vornherein, wohl durch die Niederlage am Vortrag bedingt, ich nenne es einmal: schwierig.

    Rufen Sie mich doch gerne mal an, ich kann gar nicht aggressiv sein.

    Herzliche Grüße
    Sören Maunz

  4. Braucht es diesen Hype um Frauen-Fußball eigentlich? MannoMann: Sport überhaupt ist eine Nebensache, zugegeben eine schöne, aber immer noch einfach und schlicht nur eine Nebensache!

  5. ...Sie schreiben das alles, als ob Sie dabei gewesen wären. Ich versichere Ihnen, dass Frau Krahn mir nichts getan hat und dass ich ihr genau so am Telefon begegnet bin.

    Wenn überhaupt, klingt dieses Interview nach seiner Redigatur nach einem Verhör, wobei ich das ganz und gar nicht so empfinde. Ich war immer höflich und habe die Fragen auch teils ausführlicher, sensibler gestellt, für die Verschriftlichung aber wäre das Füllsel gewesen.

    Auch können Sie davon ausgehen, dass ich weitere "offene Fragen" (danke, dass Sie sich um mich sorgen) gestellt habe, wenn diese Antworten oder gar gewinnbringende Antworten gefunden hätten, stünden sie im Artikel.

    Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass mir anstatt der vereinbarten 30 Minuten nur zehn Minuten für das gesamte Gespräch und meine vorbereiteten Fragen vergönnt waren. Die Atmosphäre in diesem kurzen Gespräch war von Vornherein, wohl durch die Niederlage am Vortrag bedingt, ich nenne es einmal: schwierig.

    Rufen Sie mich doch gerne mal an, ich kann gar nicht aggressiv sein.

    Herzliche Grüße
    Sören Maunz

    4 Leserempfehlungen
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    ... da würde mich schon sehr interessieren, welche weiteren "offenen Fragen" Sie noch gestellt haben. Können Sie diese hier veröffentlichen (gerne ohne Antworten) und wenn nicht, warum?

    Zudem würde ich gerne wissen, ob und wenn ja, wie "ausführlicher, sensibler" Sie ihre 4 Fragen zum Thema "Sexismus" gestellt haben. Sofern sich Ihre Äußerung nicht auf diese Fragen bezog, welche Fragen haben Sie denn "ausführlicher, sensibler" gestellt? Mag es für die Verschriftlichung nur "Füllsel" gewesen sein, wenn Sie hier eine dementsprechende Behauptung aufstellen, fände ich es angemessen, wenn Sie die Belege dafür liefern würden.

    Schließlich noch zu Ihrer Aussage, dass Ihre Fragen, auf die Sie keine ("gewinnbringende") Antworten erhalten haben, nicht im Artikel stehen: Was verstehen Sie unter "gewinnbringend"? Und wem hat es welchen Gewinn gebracht, dass Sie Frau Krahn mit vier Fragen (die meines Erachtens ihre vierfache Antwort "Nein" nonchalant ignorieren) so weit gebracht haben, Ihnen mitzuteilen, dass sie lediglich diese Art des Fragens nervt (abgesehen davon, dass es Ihnen die Überschrift geliefert hat)?

    Man kann Frau Krahn nur hoch anrechnen, dass Sie die Frage-10-Minuten an dieser Stelle nicht einfach abgebrochen hat und muss sie dafür bewundern, dass sie schließlich doch noch die Worte gefunden hat, die sowohl der leidigen Fragerei ein Ende bereitet haben als auch deutlich gezeigt haben, was von dieser Art zu Fragen zu halten ist.

    Da ja laut Ihrer Aussage im Artikel die Fragen teilweise verkürzt wurden - lief es vielleicht so?

    ZEIT ONLINE: Das erste Spiel gegen die Niederlande guckten rund sechs Millionen Deutsche, was wohl auch mit dem Werbespot des ZDF zusammenhing. Der hat hierzulande für Wirbel gesorgt. Was haben Sie davon mitbekommen?
    Krahn: Das habe ich nur nebenbei mitbekommen und mich nicht damit beschäftigt. Ich konzentriere mich hier aufs Fußballspielen und alles andere interessiert mich in sehr geringen Maßen.
    ZEIT ONLINE: Das glaube ich Ihnen nicht. Ist es nicht vielleicht doch so, dass Sie der Wirbel um den Werbespot sehr beschäftigt hat und fällt es unter solchen Umständen nicht umso schwerer, sich auf die Spiele zu konzentrieren?
    Krahn: Für mich ist es nicht schwerer, wenn in Deutschland über irgendwelche Werbespots diskutiert wird.
    ZEIT ONLINE: Das glaube ich Ihnen nicht. Sind Sie sich wirklich ganz sicher, dass Sie der Wirbel nicht irgendwie beeinflusst - auch nicht, wenn wieder auf dem Rücken der DFB-Frauen eine Sexismus-Debatte ausgetragen wird?
    Krahn: Das liegt ja an Ihnen und Ihren Kollegen, die uns immer wieder versuchen, darauf anzusprechen. Mich interessiert es nicht.
    ZEIT ONLINE: Das glaube ich Ihnen nicht. Es gibt Wirbel, es gibt eine Sexismus-Debatte auf dem Rücken der DFB-Frauen [kichert leise], dass muss Sie interessieren. Geben Sie doch endlich zu, was in Ihnen vorgeht. Also sind Sie genervt?
    Krahn: Es nervt mich, wenn Sie mich jetzt weiter danach fragen.

  6. eine Sexismusdebatte schüren will, aber viele derjenigen, die es vermeintlich betrifft, gar nicht interessiert sind. Ein weiteres mal entlarven sich die InitiatorINNEN selber!
    Da braucht es eben Frauen mit Rückgrat, wie Frau Krahn!

    Eine Leserempfehlung
  7. 24. Titel

    Wie das Interview gelaufen ist, kann wohl keiner beurteilen, der nicht dabei war. Wie das nun abgedruckt ist, sagt nichts ueber die Tonlage, die tatsaechliche Wortwahl oder die Atmosphaere des Gespraeches aus.

    Was ich beurteilen kann, ist der Titel, der dem Interview gegeben wurde. Dieser ist, meiner Meinung nach, sehr ungluecklich gewaehlt. Man haette auch "Die Leistungsdichte viel enger geworden" oder aehnliches titeln koennen, denn dann waere es wenigstens um den Sport selbst gegangen.

    Trotzdem: als Spitzensportler muss man damit rechnen, auch unangenehme Fragen gestellt zu bekommen, man (frau) muss ja nicht antworten.

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  • Schlagworte ZDF | Frauenfußball | Norwegen
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