Frauenfussball-EMDFB-Elf verpasst den Gruppensieg

Nach dem Sieg gegen Island wollten sich die deutschen Fussballerinnen gegen Norwegen den Spitzenplatz in ihrer Gruppe sichern. Doch daraus wurde nichts.

Die deutschen Fussball-Frauen sind enttäuscht nach dem verpassten Gruppensieg.

Die deutschen Fussball-Frauen sind enttäuscht nach dem verpassten Gruppensieg.  |  ©Carmen Jaspersen/dpa

Deutschland - Norwegen 0:1 (0:1)

Die deutschen Fußballerinnen haben erstmals nach 20 Jahren wieder ein Spiel bei einer Europameisterschaft verloren. Im abschließenden Vorrundenspiel der Gruppe B unterlag die bereits vorher für die K.o.-Runde qualifizierte DFB-Auswahl am Mittwoch gegen Norwegen und trifft damit im Viertelfinale auf Italien.

Ein abgefälschter Schuss von Ingvild Iskasen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bedeutete in Kalmar die erste Pleite nach 28 EM-Spielen ohne Niederlage. Deutschland spielt nach dem verpassten Gruppensieg nun am kommenden Sonntag in Väjxö gegen die Italienerinnen.

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Der Viertelfinal-Gegner von Gruppensieger Norwegen wird an diesem Donnerstag am letzten Spieltag der Gruppe C ermittelt. Neben den Spanierinnen kommen auch Russland und England infrage. Durch den 1:0 (1:0)-Sieg von Island im Parallelspiel gegen die Niederlande eroberten die Isländerinnen noch den dritten Platz in der Gruppe B und qualifizierten sich erstmals für ein EM-Viertelfinale. Holland, 2009 in Finnland noch Halbfinalist, muss nach Hause fahren.

Die deutsche Auswahl musste ohne die Gelb-gesperrte Jennifer Cramer und die kurzfristig wegen eines grippalen Infekts ausgefallene Lena Goeßling auskommen. Das Duo wurde durch Luisa Wensing, die rechts verteidigte, und Simone Laudehr im defensiven Mittelfeld ersetzt. Leonie Maier übernahm die Position links in der Viererkette. Norwegens Trainer Even Pellerud veränderte sein Team vom 1:0 gegen die Niederlande gleich auf sechs Positionen und schickte eine bessere B-Elf ins Duell mit dem Titelverteidiger. 

Deutsches Spiel war zu unpräzise

Die Skandinavierinnen erwischten bei Temperaturen um 25 Grad die etwas bessere Anfangsphase und hatten durch Emilie Haavi in der 4. Minute eine Freistoß-Chance. Die deutsche Torhüterin Nadine Angerer reagierte großartig, obwohl sie den scharf geschossenen und gut platzierten Ball erst spät sah. Danach kam die DFB-Elf besser ins Spiel und ihrerseits zu Möglichkeiten. Celia Okoyino da Mbabi zielte erst knapp am langen Eck vorbei (13.) und scheiterte dann mit einem Heber-Versuch (24.) an der norwegischen Torhüterin Ingrid Hjelmseth.

Der vor Hjelmseth gefährlich aufsetzende Fernschuss von Saskia Bartusiak (29.) war eher ein Zufallsprodukt, aber Luisa Wensings Kopfball auf die Latte hätte kurz darauf fast die deutsche Führung bedeutet. Bei den Norwegerinnen war der Anfangsschwung etwas dahin. Auch die beiden für Turbine Potsdam spielenden Maren Mjelde, die für die fehlende Invild Stensland die Kapitänsbinde trug, und Ada Hegerberg konnte sich nicht in Szene setzen. So kam das 1:0 durch den von Elise Thorsnes unhaltbar abgefälschten Isaksen-Schuss (45.+1) überraschend.

Nach dem Wechsel bemühte sich Deutschland vor 10.346 Zuschauern nicht mit letzter Kraft darum, die Partie noch zu drehen. Dabei hatte man betont, unbedingt Gruppenerster werden zu wollen, um weiter in Kalmar zu spielen. Doch oft war das Passspiel in die Spitze zu unpräzise. Auch die Einwechslungen von Melanie Behringer und Anja Mittag brachten nicht mehr den Ausgleich, der zum Gruppensieg genügt hätte. Die beste Chance zum 1:1 hatte noch Okoyino da Mbabi (72.).    

Deutschland: Angerer (Brisbane Roar) - Wensing (VfL Wolfsburg), Krahn (Paris St. Germain), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Maier (Bayern München) - Keßler (VfL Wolfsburg), Laudehr (1. FFC Frankfurt - 66. Behringer/1. FFC Frankfurt) - Lotzen (Bayern München - 79. Däbritz/SC Freiburg), Marozsan (1. FFC Frankfurt), Leupolz (SC Freiburg - 66. Mittag/FC Malmö) - Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt)

Norwegen: Hjelmseth (Stabæk IF) - Mjelde (Turbine Potsdam), Skammelsrud Lund (Lillestrøm SK), Holstad Berge (Arna-Bjørnar Bergen), Akerhaugen (Stabæk IF) - Tofte Ims (Klepp IL - 58. Gulbrandsen/Vålerenga Oslo), Isaksen (Kolbotn IL), Høegh Dekkerhus (Stabæk IF) - Haavi (Lillestrøm SK - 72. Stensland/Stabæk IF), Stolsmo Hegerberg (Turbine Potsdam), Thorsnes (Stabæk IF - 58. Graham Hansen/Stabæk IF)

Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz)

Zuschauer: 10.346

Tor: 0:1 Isaksen (45.+1)

Gelbe Karten: - / Tofte Ims

Beste Spielerinnen: Angerer, Krahn / Isaksen, Haav

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Leserkommentare
    • fx66
    • 17. Juli 2013 21:32 Uhr

    Wen interessiert das..!?

    4 Leserempfehlungen
    • Ullli
    • 17. Juli 2013 22:15 Uhr

    Es darf unwidersprochen behauptet werden (vgl. u.a. Link), dass die Bundestrainerin Silvia Neid vom DFB ein Jahreseinkommen von rd. 700.000 Euro bezieht. Das ist das Dreifache der Besoldung der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unsere Bundeskanzlerin kann abgewählt werden.
    Jedenfalls erwarten die Fußballfans - auch ohne Neid auf Neid - mehr als "Rumpelfußball" von unseren Fußballfrauen.

    http://www.focus.de/sport...

    3 Leserempfehlungen
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    • aadk23
    • 17. Juli 2013 23:42 Uhr

    und wieviel verdient Jogi? Die Geldbeträge im Fussball sind so oder so völlig Realtitätsfremd!

  1. Die Spielrinnen zeigen allesamt, mit graduellen Unterschieden, grauenhafte Mängel in der Ballannahme, Ballkontrolle und im Passspiel. Oft erreichen sie den Ball auch nicht, wenn der Pass mal ankommt, können ihn nicht stoppen oder sinnvoll und zielsicher weiterleiten, lassen ihn wegspringen, spielen ihn ins Nirvana oder legen ihn sich zu weit vor. Sie machen teils sehr merkwürdige Laufwege, laufen dem Ball oft nicht entgegen, sondern manchmal sogar davon. Und vernünftig schießen können sie vor laujter Gestolper auch nicht. Das ist einfach erbärmlich! Und für Spielerinnen mit einer dermaßen großen Klappe und dem selbst gestellten Anspruch, in der Weltspitze mitspielen zu können, viel zu wenig. Im Viertelfinale ist hoffentlich Schluss. Die 2011er Lektion wurde offenbar noch nicht genügend gelernt.

    Das sind ja nicht irgendwelche Feinheiten, sondern die BASICS, an denen es mangelt. Hier haben die Vereine offenbar in der Ausbildung krass versagt und versagen noch immer. Das führt zu einem extrem unpräzisen Spiel, das nur auf den Zufall setzt - die sogenannten zweiten Bälle, die zufällig vom (idealerweise ebenso unfähigen) Gegner abprallen oder zurückkommen, weil auch er sie nicht kontrollieren kann.

    So kann das nichts werden. Außer gegen Fauschaften, die spielerisch genau so unfähig oder noch unfähiger sind als das deutsche Team.

    Einzig der Einsatz stimmt - und überwiegend auch die Physis. Aber das alleine macht es nicht. Bei den spielerischen Mängeln reine Energieverschwendung.

    8 Leserempfehlungen
  2. 4. ......

    Dieses Gekicke hat alle Vorurteile, die man ggü. Frauenfußball haben kann, bestätigt. Man könnte annehmen, dass das Ganze eher aus ideologischen als aus sportlichen Gründen übertragen wird.

    4 Leserempfehlungen
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    • fx66
    • 18. Juli 2013 1:00 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und äußern Sie sich sachlich zum konkreten Inhalt des Artikels. Die Redaktion/au

  3. ... haben gewonnen. Alles ist okay.
    Oder gibt's ernsthaft ein anderes Kriterium um Fußball für Frauen zu schauen?

    3 Leserempfehlungen
    • aadk23
    • 17. Juli 2013 23:38 Uhr

    Schön zu lesen, dass im Kommentarbereich die Herren Fussballtrainer mal wieder alles besser wissen und dabei dem Frauenfussball faktisch die Daseinsberechtigung als gleichwertige Sportart verweigern. Frei nach dem Motto: "Frauen spielen schlechter als Männer, aber zum Glück sind sie deutlich attraktiver, wodurch der Blick in die Live-Übertragung vor den hartgesottenen Couchkumpels noch gerechtfertigt werden kann.

    Mich würde mal interessieren, wie viele der obigen Kommentatoren schon einmal gegen Damenbundesligisten "gekickt" haben? War das auch eine souveräne Machtdemonstration (seitens der Herren der Schöpfung) gepaart mit der Unfähigkeit den Fussball zu beherrschen (seitens der verehrenswerten Damen)? Wohl kaum...

    Bevor man über die Leistungsfähigkeit anderer herzieht, wäre es angebracht mal kurz zu überlegen, ob man es selbst wirklich hätte besser machen können. Aber das ist wohl nur ein Wunschtraum in unserer Gesellschaft, in der es viel mehr "Spaß" macht, auf die Anderen drauf zu hauen....

    2 Leserempfehlungen
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    die haltung ihrer vorkommentatoren ist teilweise erschreckend simple. es scheint diese zu wurmen dass, obwohl sich die leistungen im frauenfussball auf nationalebene nur mit den leistungen der männer in regional-oder oberliga messen können, diese trotzdem mehr erhöhte aufmerksamkeit bekommen.

    dabei verkennen sie natürlich dass dies eben die nationalmannschaft ist und hier eine em gespielt wird. selbst völlig unpatriotische menschen können sich hier mit "ihrem" team mitfiebern ohne jetzt die ganz hohe fussballkunst zu bewundern. regionalligamannschaften haben schließlich auch ihre fans, obwohl hier mal ein ball zuviel verspringt.

    nichtsdestrotz sind auch in diesen ligen die akteure scharfer kritik ausgesetzt, grade wenn die leistungen schlechter werden oder aus dem rahmen fallen, so wie die heutige leistungen der deutschen elf.

    sie dagegen, werte/r aadk23, begehen den kindischen kritikverbietenden "kannst-du-es-besser"-fehler. denn natürlich können weder der arbeiter auf der couch noch jogi löw himself besser spielen als schweinsteiger: trotzdem stimmen manche vorwürfe und analysen.
    wer sich stellt, der wird gemessen, das gilt für musiker, schauspieler, schriftsteller, redner, köche. gemessen von leute die selbst vielleicht nur die hälfte können und trotzdem berechtigt verstellen dass die suppe versalzen ist.
    dazu muss man nicht erst mit dem koch wetteifern....

    • fx66
    • 18. Juli 2013 1:05 Uhr

    Frauenfußball hat nicht mal für Frauen tatsächliche Relevanz. Deshalb sind die Belustigungen durchaus gerechtfertigt. Kommentar #4 hat Recht: Hier wird etwas hochgezogen, was niemand braucht. Eine Art Girl's Day im Kickersport.

    • ekbül
    • 18. Juli 2013 11:34 Uhr

    Wir sprechen hier von Profi-Fußball also von professionellem Schaugeschäft. Da ist es selbstverständlich erlaubt zu kritisieren, ohne es selber besser zu können.
    Dieses Argument ist ja schon aus Altersgründen Schwachsinn. Da dürfte sich ja kein 40-jähriger ein Urteil über professionelle sportliche Leistungen erlauben.

    • aadk23
    • 17. Juli 2013 23:42 Uhr
    7. .....

    und wieviel verdient Jogi? Die Geldbeträge im Fussball sind so oder so völlig Realtitätsfremd!

    2 Leserempfehlungen
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    • fx66
    • 18. Juli 2013 0:55 Uhr

    Ich denke Männerfußball hat ein Vielfaches der Fangemeinde gegenüber dem Frauenfußball. Somit lässt sich seine (Jogis) Relevanz im Verhältnis zu seinem Gehalt relativieren. Drei Millionen sind ein lächerliches Gehalt im Vergleich zu den Beträgen im Vereinsfußball.

  4. Die Ruhe im Spiel fehlt und Norwegen ist keine schlechte Mannschaft.
    Außerdem fehlt ein "Magnet" wie Prinz, auf die haben die Gegner eben besonders aufgepaßt, weil man wusste, dass sie mal für ein Tor oder auch mehr gut ist. Gab gibt es Ja auch im Herrn-Fussball, dass selbst wenn man den Topspieler rausnimmt, die anderen aber auch so spielen.
    Siehe Finale 2009.

    Die Taktik war grotten schlecht heute, Spiel ohne Ball etc..
    Nur die meisten von denen könen es, müssen nur "abgebrühter" werden.

    Auch ein Problem ist, dass Frau Neid relativ arrogant rüberkommt, das war unter TTM noch anders!

    Eine Leserempfehlung

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