ZEIT ONLINE: Herr Hambüchen, Sie sind gerade bei der Universiade im russischen Kazan, einer Art Olympische Spiele für Studenten. Wir wussten gar nicht, dass Sie studieren.

Fabian Hambüchen: Schon seit zwei Semestern. Sportmanagement und Sportkommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln.

ZEIT ONLINE: Was lernt ein Profi wie Sie da noch? 

Hambüchen: Man bekommt im Profisport natürlich viel mit. Es ist ja nicht so, dass man nur vor sich hintrainiert. Aber gerade bei BWL ist vieles neu. Das ist nicht ganz einfach, aber interessant und macht Spaß. 

ZEIT ONLINE: Und in der Praxis? 

Hambüchen: Der Turnkurs kommt erst im nächsten Semester – aber auch da könnte ich noch etwas lernen, zum Beispiel Hilfestellungen zu geben. Bisher hatte ich Fußball, Badminton, Tischtennis und Wasserspringen. Es hat Spaß gemacht, das Talent liegt aber beim Turnen. 

ZEIT ONLINE: Wie ist das Campusleben als Promi? 

Hambüchen: Die ersten zwei Wochen haben die Kommilitonen geguckt und getuschelt, aber das hat sich gelegt. Mittlerweile bin ich einer von vielen, habe gut Anschluss gefunden und viele Leute kennengelernt. 

ZEIT ONLINE: Das heißt, sie werden ständig auf Partys eingeladen? 

Hambüchen: Ich habe bisher nicht groß auf Studentenfeiern auftauchen können, weil ich keine Zeit hatte. Es ist als Profisportler ein anderes Studentenleben, das ist klar. 

ZEIT ONLINE: Werden Sie bei der Universiade nicht ein bisschen unterfordert? 

Hambüchen: Von der Stimmung her ist es bei der Universiade lockerer als bei Olympischen Spielen – aber nicht im Wettkampf, der wird genauso ernst genommen. Die Bedingungen sind gleich, es waren auch Olympiasieger am Start. Das hier nimmt jeder für voll, da ist keiner nur zum Spaß da.