Frauenfußball-EMDFB-Elf siegt klar gegen Island

Nach dem verpatzten EM-Auftakt gewinnen die DFB-Frauen gegen Island. Für das befreiende erste Tor sorgt eine 19-Jährige mit ihrem ersten Länderspiel-Treffer.

Lena Lotzen feiert ihren Treffer gegen Island.

Lena Lotzen feiert ihren Treffer gegen Island.   |  © Martin Rose/Getty Images

Deutschland – Island 3:0 (1:0)

Die deutschen Fußball-Frauen haben ihr zweites Spiel in der Europameisterschaft gewonnen. Nach dem 0:0 gegen die Niederlande vor drei Tagen erspielte die DFB-Elf vor 4.620 Zuschauen in der Arena von Växjö einen klaren Sieg gegen Island.

Wie angekündigt hatte Bundestrainerin Silvia Neid nach dem Spiel gegen die Niederlande ihre Startelf auf einer Position geändert. Für die routinierte Anja Mittag stürmte auf der linken Seite die junge Freiburgerin Melanie Leupolz. Die DFB-Auswahl begann offensiv, verpasste es aber anfangs, präzise im Abschuss zu sein. Der robuste und zweikampfstarke Gegner konnte sich kaum einmal befreien, hatte aber nach einer guten Einzelaktion eine Schusschance aus der Distanz durch Holmfridur Magnusdottir (15.).

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Wenig später hätte bei einem Kopfball von Lena Lotzen nach Freistoß von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan schon das 1:0 fallen können. Doch die starke isländische Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir verhinderte die deutsche Führung und lenkte den Ball an die Latte.

Die Führung ließ dann aber nicht mehr lange auf sich warten: Marozsan passte erneut zur 19-jährigen Lena Lotzen, die daraufhin das 1:0 und ihr erstes Länderspieltor schoss (24.).

"Das 3:0 geht in Ordnung"

Auch die junge Leupolz versuchte kurz danach einen Volleyschuss (35.), der allerdings über das Tor strich. Bis zur Pause zeigten sich die Deutschen spielerisch stark verbessert und frischer als gegen die Niederlande und hatten noch mehrere gute Möglichkeiten, durch Célia Okoyino da Mbabi (43.) und erneut Lotzen den Vorsprung auszubauen. 

Nach dem Wechsel drosselten die deutschen Frauen das Tempo, ohne aber die Spielkontrolle gegen die sehr defensiven Isländerinnen zu verlieren. Torjägerin Okoyino da Mbabi schaltete nach einem zunächst abgewehrten Schuss von Leonie Maier am schnellsten und erhöhte zunächst zum 2:0 (55.). In der Schlussphase war Top-Stürmerin Okoyino da Mbabi ein weiteres Mal zur Stelle und erzielte im 81. Länderspiel ihren 43. Treffer (84.).

Nach dem Spiel zeigte sich Neid mit den Spielerinnen zufrieden: "Sie haben alles umgesetzt, was wir vorher besprochen haben. Das 3:0 geht in Ordnung", sagte sie im ZDF. "Wir haben von der ersten Minute an die Zweikämpfe angenommen. Nach vorne hat es Spaß gemacht, das hat man auch gesehen", sagte Dszenifer Marozsan.

Damit stehen die Deutschen an der Tabellenspitze der Gruppe B. Zuvor hatte Norwegen in Kalmar die Niederlande mit 1:0 (0:0) besiegt und zunächst die Tabellenführung übernommen. Um sich als Gruppensieger für das Viertelfinale zu qualifizieren, genügt der Elf nun am Mittwoch gegen die Norwegerinnen (18.00 Uhr live auf ARD und Eurosport) sogar ein Unentschieden.

Island: Gunnarsdóttir - Lárusdóttir, Viggósdóttir, Katrin Jónsdóttir, Gisladottir - Hönnudóttir, Brynjarsdottir (46. Ómarsdóttir - 70. Ódinsdóttir), Gunnarsdottir (60. Olina Vidarsdottir), Magnúsdóttir - Torsteinsdóttir, Margret Lara Vidarsdottir

Deutschland: Angerer (Brisbane Roar) - Maier (BayernMünchen), Krahn (Paris St. Germain), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine Potsdam) - Goeßling (VfL Wolfsburg - 70. Laudehr/1. FFC Frankfurt), Keßler (VfL Wolfsburg) - Lotzen (Bayern München - 64. Bajramaj/1. FFC Frankfurt), Marozsan (1. FFC Frankfurt - 74. Mittag/LdB FC Malmö), Leupolz (SC Freiburg) - Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt)

Schiedsrichterin: Heikkinen (Finnland)

Zuschauer: 4.620

Tore: 0:1 Lotzen (24.), 0:2 Okoyino da Mbabi (55.), 0:3 Okoyino da Mbabi (84.)

Gelbe Karten: Katrin Jónsdóttir / Cramer

Beste Spielerinnen: Gunnarsdóttir / Marozsan, Lotzen   

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Leserkommentare
  1. Das sah gestern schon deutlich besser aus als zuletzt, aber für eine Titelverteidigung ist noch eine deutliche Steigerung erforderlich. Für meinen Geschmack wird schon wieder zu viel Selbstzufriedenheit verbreitet.

    Positiv: Bartusiak mit guter Antizipation, die Abwehr wurde aber nicht gefordert. Maroszan endlich mit Akzenten und guten Ideen, Okoyino da Mbabi sucht den Abschluss, wenn auch teilweise sehr unglücklich im Abschluss. Lotzen wieder eine positive Erscheinung. Das Stellungsspiel und die Raumaufteilung waren besser.

    Negativ: Die Außenpositionen defensiv zwar engagiert, aber zu fehlerbehaftet. Goeßling/Keßler als Doppelsechs keine gute Mischung, beides Defensivspielerinnen, die zu wenig in der Spieleröffnung können. Laudehr (wenn sie denn in Form wäre), könnte hier die richtige Balance finden, sie wirkt aber übermotiviert und spielt ohne Übersicht.

    Gegen stärkere Gegner wird sich zeigen, wie fit Krahn ist und ob das Mittelfeld die nötige Qualität besitzt. Für mich ist Frankreich momentan der Topfavorit.

    Bester Akteur gestern abend: Claudia Neumann. Super Kommentatorin, mit viel Sachverstand, kann sich gut artikulieren. Kurzum: all das, was die übrigen ZDF-Kommentatoren nicht haben.

    2 Leserempfehlungen
    • E.Wald
    • 15. Juli 2013 21:50 Uhr

    ... dass Okoyino da Mbabis tolle Volleyabnahme kein Tor geworden ist, es wäre echte Werbung für die deutsche Elf gewesen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kk
  • Schlagworte Bundesliga | Fußball | Island | Silvia Neid | SC Freiburg | VfL Wolfsburg
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