Sabine Lisicki hat das Wimbledon-Finale verloren. Die 23-jährige Berlinerin unterlag der Französin Marion Bartoli in zwei Sätzen mit 6:1 und 6:4. Es war das erste Mal, dass Lisicki im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers stand.

Die Deutsche startete zunächst gut in das Spiel und konnte den ersten Punkt gewinnen. Doch Marion Bartoli gelang es schnell, Lisicki unter Druck zu setzen. Die Französin gewann den ersten Satz mit 6:1. Nur 54 Prozent von Lisickis ersten Aufschlägen landeten im Feld. Sie leistete sich 14 Fehler, Bartoli nur 4.

Den zweiten Satz begann Lisicki mit einem Ass. Doch sie hielt erneut dem druckvollen Spiel der Französin nicht stand. Diese führte zwischenzeitlich mit 5:1. In einem aufreibenden Duell gelang der Deutschen eine Aufholjagd zum Zwischenstand von 5:4. Doch eine Wende schaffte Lisicki nicht mehr. Den Sieg machte Bartoli schließlich mit einem Ass perfekt.

Die finale Krönung blieb Lisicki versagt. Die 1,78 Meter große Rechtshänderin hatte zuvor im Achtelfinale die fünfmalige Wimbledon-Siegerin Serena Williams sensationell bezwungen und auch die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur und die Weltranglisten-Vierte Agniezka Radwanska besiegt.

"Es war bislang eine großartige Reise. Sie ist noch nicht zu Ende. Seit Turnierbeginn hatte ich gute Matches und Herausforderungen, die mich vorbereitet haben. Ich bin wirklich bereit", hatte Lisicki vor dem Finalspiel gesagt.

Graf siegte 1996

Lisicki spielte als erste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf vor 14 Jahren im Finale des Rasenturniers in London. Sie wäre die erste deutsche Wimbledon-Siegerin seit Grafs Titel im Jahr 1996 gewesen.

Vor dem Finale hielten viele Experten Lisicki für die Favoritin. Der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker sagte mit Blick auf ihren Achtelfinalsieg gegen Serena Williams: "Da habe ich für mich zum ersten Mal den Gedanken zugelassen: Sabine Lisicki gewinnt Wimbledon 2013." Auch Tennisprofi Tommy Haas traute Lisicki den Sieg zu: "Für mich ist sie die Favoritin. Ich drücke ihr fest die Daumen."