StrandburgenGut geklopft ist halb gewonnen

Ein Teil Wasser, acht Teile Sand, schön festklopfen und ja nicht zu hoch bauen. Die wichtigsten Tipps für die beste, schönste, größte Strandburg des Sommers. von 

Eine Strandburg

Eine Strandburg  |  © Timmitom/photocase.com

Früher waren Strandburgen noch Strandburgen: Wallartige Barrikaden, mit denen man sich die Nachbarn vom zu bräunenden Leib hielt. Mittlerweile ist das Strandburgbauen ein Zeitvertreib wie viele andere Strandbeschäftigungen. Doch während Volleyball, Surfen oder Boccia nicht für jedermann gemacht sind, (der Ball zu schnell, der Wind zu lahm, das Spiel zu langweilig), kann jedes Kind Strandburgen bauen. Und macht es auch.

Ist das nicht furchtbar banal?

Ganz und gar nicht. Wer das nicht glauben will, dem hilft ein Blick in das Standardwerk Die Strandburg – Ein versandetes Freizeitvergnügen. Dort heißt es: "Was sich auf den ersten Blick wie das harmlose Treiben von Alltagssorgen entlasteter Menschen ausnimmt, erweist sich bei näherer Hinsicht als gesellschaftliches Verhalten von vielfältiger sozialgeschichtlicher Aussagekraft und erstaunlichem Symbolgehalt."

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Was braucht man?

Viel Sand hilft, ebenso Zugang zum Wasser. Es heißt ja nicht umsonst Strandburg. Zudem sind eine Schaufel zum Graben nützlich, Förmchen für außenarchitektonische Ambitionen, ein Löffel und ein Messer zum Modellieren, ein Eimer und zur Verzierung des Geschaffenen: Holzstöckchen, Muscheln, Fähnchen.

Was ist beim Baumaterial zu beachten?

Die gesamte Burg steht und fällt mit dem richtigen Mischungsverhältnis von Wasser und Sand. Wasser verdichtet die Lücken des Sandes, deshalb hält das Ganze überhaupt. Als Faustregel gilt: Ein Teil Wasser kommt auf acht Teile Sand. So verbinden sich die einzelnen Sandkörner auf optimale Weise. Ist zu viel Wasser im Spiel, zerfließt die Burg. Wird es zu trocken, zerbröselt sie.

Braucht es ein Fundament?

Experten empfehlen, einen kleinen Sandwall rund um den zukünftigen Standort aufzuschütten und dort Wasser reinzukippen. Das Wasser sickert in den Boden. Trocknet dieser, wird der Untergrund hart wie Beton, fast zumindest. Wer will, stampft noch fleißig mit den Füßen drauf rum.

Wie hoch kann man hinaus?

Viel hilft nicht immer viel. Sind die Burgen zu hoch und schmal brechen sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. Je größer und stabiler aber das Fundament, umso höher kann es hinausgehen. Experten haben errechnet, dass ein Sandzylinder mit 20 Zentimetern Durchmesser durchaus zweieinhalb Meter hoch werden kann. Profis schaffen es sogar auf fünf Meter Höhe.

Welche Qualitätsunterschiede gibt es bei Wasser und Sand?

Schmutziges Wasser macht die Sandburg stabiler. Meerwasser (so traurig es ist) ist daher gut geeignet. Destilliertes Wasser dagegen macht die Sache schwerer. Auf der anderen Seite ist Meersandstrand gar nicht so ideal. Die Gezeiten haben ihn rund gewaschen. Sand an Seen oder Flüssen eignet sich besser, weil er scharfkantiger und damit stabiler ist. Schauen Sie sich daher nach Meerwasser und einem Seesandstrand um.

Festklopfen ist nur was für Kinder?

Von wegen. Gut geklopft, ist halb gewonnen. Am Besten komprimiert man den Sand schon vor dem Verbauen in einem Eimer. Danach lässt er sich mit Löffeln oder der flachen Hand gut festklopfen. Aber Obacht, nicht zu doll!

Was ist mit kleckern?

Die Tröpfelmethode, die die legendären Kleckerburgen entstehen lässt, ist besonders für kleine Kinder geeignet. Sie ist der einfachste und schnellste Weg, Erfolg im Sand zu haben. Die Kleinen können den nassen Sand einfach durch die Finger tröpfeln lassen. Oder ihn wahlweise überall rumschmieren. Also: Kleckern, statt Klotzen.

Noch drei Geheimtipps?

Es klingt zwar doof, aber die Sonne ist der Tod jeder Sandburg. Sie trocknet den Sand aus, irgendwann fällt alles in sich zusammen. Ambitionierte Sandburgbauer helfen daher mit einem Wassersprüher nach, wie er daheim für Blumen benutzt wird. Die sogenannten Carver, die Sandskulpturenkünstler, die ihr Geld auf Festivals verdienen, bekleckern ihre Skulpturen mit einer eiweißhaltigen Mixtur, damit alles schön hält. Einfach, aber auch genial: ein Sonnenschirm.

Und warum das Ganze?

Weil es Spaß macht und weil ZEIT ONLINE einen Wettbewerb ausgerufen hat. Wir suchen die schönsten Strandburgen des Sommers. Wenn Sie was gebaut haben, machen Sie ein Foto, schicken es per Mail an online-sport@zeit.de (Betreff: Sandburg) und schreiben einen kurzen Text dazu, weshalb Sie Ihre Burg schön finden. Ab Mitte Juli veröffentlichen wir die besten Einsendungen. Bau auf!

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Leserkommentare
    • jzjzjz
    • 10. Juli 2013 18:21 Uhr

    vermisse ich in diesem artikel. hinweise auf den konsolidierungsgrad und eventuelle setzungsbeträge fehlen völlig

    2 Leserempfehlungen
  1. warum ich da gleich an Nacktbaden denke.
    Hä,hä!

  2. ...aus der Verlagsbeschreibung der ZEIT: "Gründlich recherchierte Hintergrundberichte, große Reportagen und meinungsstarke Kommentare machen DIE ZEIT nicht nur zu einer relevanten Informationsquelle, sondern vor allem auch zu einem wichtigen Orientierungsmedium – getreu der Devise der früheren Chefredakteurin und Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff: „Wir wollten dem Leser Material bieten, damit er sich selber eine Meinung bilden kann, wir wollten ihn nicht indoktrinieren.“"

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

  3. ... mit "Sport" zu tun? So was gehört allenfalls (wenn's denn unbedingt sein muß) in die Rubrik "Reise".

  4. Beim Anblick des Bildes und des Titels habe ich mich richtig auf den Artikel gefreut, aber wurde beim Lesen schnell enttäuscht. Fühlt sich durchgehend mager und substanzlos an. Hier hätte man weitaus mehr draus machen können.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Burg | Festival | Volleyball
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