FußballDortmund besiegt Bayern im Supercup

Borussia Dortmund hat dem Selbstbewusstsein der Bayern schon vor Saisonbeginn einen Dämpfer verpasst. Dem BVB halfen dabei zwei schwere Fehler der Bayern-Spieler.

Borussia Dortmund - Bayern München 4:2 (1:0)

Noch vor dem Beginn der neuen Bundesliga-Saison haben die Bayern die erste Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft verlor im Supercup gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund mit 2:4 und verpasste damit den angestrebten ersten Titel unter dem neuen Coach Pep Guardiola

Etwa zwei Monate nach dem 2:1-Sieg der Münchner im Champions-League-Finale von London hatten die Bayern ihre Startelf auf fünf Positionen verändert. Nationaltorhüter Manuel Neuer und der Franzose Franck Ribéry waren mit leichten Blessuren daheim geblieben. Bastian Schweinsteiger saß nur auf der Bank. Außerdem fehlten die ganz spät ins Training eingestiegenen Confed-Cup-Teilnehmer Xavier Martinez und Dante, der zumindest noch wenige Minuten zum Einsatz kam.   

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Auch der für 37 Millionen Euro von Dortmund gewechselte Mario Götze konnte nach seiner Verletzung noch immer nicht spielen. Deshalb gab es bei den Dortmundern gegenüber dem ersten deutschen Champions-League-Finale nur eine einzige Änderung. Statt des verletzten Polen Lukasz Piszczek war Nuri Sahin dabei.

Im ersten Aufeinandertreffen von Dortmund-Trainer Jürgen Klopp und Guardiola war der Dortmunder Coach schon vor dem Anpfiff gut gelaunt. "Er sieht gut aus, hat eine Superfigur", sagte Klopp. Viel bekomme er nicht mit über das Geschehen in München, meinte Klopp, aber "die Bayern spielen geilen Fußball".

Das Saison-Vorspiel war dann auch ein echtes Fußballfest. Nationalspieler Marco Reus erzielte bereits in der sechsten Minute nach einem Fehler von Bayern-Ersatztorhüter Tom Starke die Führung. Im Stadion sangen die Fans: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus". 

Anschließend kamen die Bayern besser ins Spiel, obwohl die Mannschaft mit Guardiolas Veränderungen noch nicht  vollkommen klar kam. Vor allem das Umschalten auf die Abwehrarbeit klappte noch nicht so richtig. Lewandowski hätte nach Reus-Flanke in der 19. Minute für das 2:0 sorgen können, doch das verhinderte Starke mit einer Glanzparade. Auf der Gegenseite war es Roman Weidenfeller, der zweimal gegen den Schweizer Xherdan Shaqiri (10./14.) klärte.

Arjen Robben war es schließlich, der in der 54. Minute für den zwischenzeitlichen Ausgleich und in der 64. Minute für den Anschlusstreffer und neue Hoffnung sorgte. In der 56. Minute hatte der Bayern-Belgier Daniel van Buyten nach Gündogan-Flanke ins eigene Tor geköpft, ehe der Nationalspieler nur eine Minute später die Bayern-Abwehr narrte und den Ball ins lange Eck schlenzte. Kurz vor Schluss machte Reus mit seinem zweiten Treffer alles klar (86.)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (46. Kehl), Sahin - Blaszczykowski (72. Aubameyang), Gündogan (88. Sokratis), Reus - Lewandowski

Bayern München: Starke - Lahm, van Buyten, Boateng, Alaba - Thiago - Robben, Müller, Kroos (86. Dante), Shaqiri (67. Schweinsteiger) - Mandzukic (75. Pizarro)

Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Reus (6.), 1:1 Robben (54.), 2:1 van Buyten (56./Eigentor), 3:1 Gündogan (57.), 3:2 Robben (64.), 4:2 Reus (86.)

Gelbe Karten: - / Boateng

Beste Spieler: Reus, Gündogan / Robben, Lahm

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Leserkommentare
  1. Gott sei Dank endet die Transferperiode erst am 31. August; also genug Zeit für den FC Bayern, sich punktuell zu verstärken. Wie wär's denn mit Gündogan oder Reus?

    6 Leserempfehlungen
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    "Gott sei Dank endet die Transferperiode erst am 31. August; also genug Zeit für den FC Bayern, sich punktuell zu verstärken. Wie wär's denn mit Gündogan oder Reus?"

    Gute Idee!
    Allerdings sollte der FCB dann bei DFB und UEFA noch rasch die Lizenz erwerben, 13 bis 15 Spieler auf den Platz zu stellen.

    Überhaupt wäre das DIE revolutionäre Neuerung: Die Zahl der Spieler auf dem Platz steht nicht fest, sondern die Vereine müssen für die Aufstellung jedes Spielers Lizenzen erwerben - sagen wir 10 Mio. pro Spieler pro Saison. Dann würden sich endlich die wahren sportlichen Kräfteverhältnisse ungehindert zeigen!

    • fx66
    • 28. Juli 2013 2:12 Uhr

    Das muss doch nichts heißen. Dortmund hat sich in den Neunzigern nach der CL ordentlich eingedeckt - und ist über Jahre in der Versenkung verschwunden.

    Sollte es mit Pep eine Schlappe geben - denn bisher konnte man außer Medienhype nichts sehen (und Medienvertreter lagen mit solchen Hypes sehr oft daneben) - dann verschwinden solche Kommentare wie da oben auch ganz schnell wieder.

    Sobald Pep auf die Idee kommt im zentralen Mittelfeld Martinez und Schweinsteiger aufzustellen, Neuer und Dante statt Starke und Buyten spielen zu lassen, dann gehen die Spiele gegen den BVB wieder so aus wie in der letzten Saison.

  2. 2. Klopp

    weiß halt, wie man gegen Bayern zu spielen hat, egal mit welchem Trainer...

    Natürlich ist es nur Vorbereitung und bis zum Ligastart sind noch 3 Wochen.

    Doch die letzten Jahre und auch das Championsleaguefinale ( soo klar haben
    die Bayern da nicht gewonnen ) haben gezeigt, daß Dortmund so weit nicht von den Bayern weg ist, und so eine Saison wie die letzte spielen die nicht mehr.

    Und vielleicht gibt es ja auch Überraschungsteams wie Leverkusen und ganz
    andere.

    Und die Bayern werden den Verlust des Supercups auch verkraften können...

    8 Leserempfehlungen
  3. Auch wenn es der Champions League Sieg haette sein sollen ...
    Dortmund wird dieses Jahr wieder ganz oben mitmischen, in der BL als auch der CL. Wenn Goetze nur dageblieben waere ... Da waechst eine Mannschaft heran, die ueber Jahre schwer zu schlagen sein wird, auch ohne Goetze, aber mit ihm waere es noch etwas schwerer gegen Dortmund zu bestehen. BM wird nur aufgrund der Laenge der Saison und der Tatsache auch in der zweiten Reihe bestens besetzt zu sein am Ende vorne stehen koennen. Den besseren Fussball spielt aber Dortmund! Dortmund hol das Triple!

    12 Leserempfehlungen
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    "BM wird nur aufgrund der Laenge der Saison und der Tatsache auch in der zweiten Reihe bestens besetzt zu sein am Ende vorne stehen koennen."

    Sperren, Verletzungen, Formtiefs und taktische Umstellungen mit einer starken "zweiten Reihe" kompensieren zu können, und außerdem über die "Laenge der Saison" kontinuierlich (nicht: punktuell) hohe Leistung zu bringen, können durchaus als zwei nicht unwesentliche Kriterien von "Gutsein" durchgehen. Anders herum: "Gutsein" heißt nicht zuletzt auch, dass man die eingeplanten drei Punkte nicht in Freiburg und Hannover liegen lässt, auch wenn man drei Tage vorher noch Gäste aus London hatte.

    Außerdem: Den "besseren Fußball" spielt eine Mannschaft, die 1) ansehnlich spielen und 2) verdient gewinnen kann, so wie das in den letzten Jahren bei Dormund UND Bayern der Fall war. Im Gegensatz z.B. zu den beiden Londoner Vereinen, denen entweder Punkt 1 (Chelsea) oder Punkt 2 (Arsenal) fehlt. Freuen Sie sich doch, dass wir in Deutschland zwei Mannschaften haben, die beides können.

    greetz, BG

  4. Ausgeglichen und Spannend über einen Großen Zeitraum (bis zur 86. Minute).
    Gündogans Treffer und Robbens zweiter Treffer waren für mich die Highlights.

    3 Leserempfehlungen
    • LTank
    • 27. Juli 2013 23:27 Uhr

    Wirklich ein feines Spiel. Dortmunds Pressing war wirklich beeindruckend- insbesondere bei der Hitze!

    Aber auch die Innenverteidigung mit Hummels und Subotic funktionierte blendend. Grade zusammen spielen beide großartig. Subotic ist der etwas konventionellere Spieler. Er rückt weniger raus und konzentriert sich auf die basics, sowohl mit als auch ohne Ball. Das führt dazu, dass er nur höchst selten gröbere oder auch nur kleine Fehler macht.

    Hummels hingegen wächst über den eigentlichen Aufgabenbereich des Innenverteidigers hinaus. Man achte darauf, wie viele seiner defensiven Aktionen zu einem sicheren Ballgewinn führen. Z.B. gewinnt er nicht nur Kopfballduelle, sondern gewinnt sie so, dass der Ball bei einem Mitspieler landet. Auch rückt er oft raus, damit der Gegner nicht den Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr bespielen kann. Seine Fähigkeiten mit dem Ball am Fuß sind ja bekannt und provozieren Beckenbauer-Vergleiche. Die Kehrseite dieser Spielweise ist naturgemäß eine etwas höhere Fehlerquote. Letzte Saison war sie aber höher, als sie hätte sein müssen.

    Zusammen ergänzen sie sich großartig. Hummels agiert, Subotic putzt aus- grob vereinfacht gesagt. So eine Stabilität hatten die Bayern heute nicht und können sie auch kaum haben. Dante und Badstuber könnten jedoch mittelfristig ein ähnliches Tandem bilden.

    Eins noch: Dieser Poschmann... tut so, als müssten die Bayern Dortmund bei Normalform weghauen. Das ist Quatsch und ungerecht gegenüber Dortmund und Bayern!

    18 Leserempfehlungen
    • SteB
    • 27. Juli 2013 23:38 Uhr

    Abgesehen davon, dass ich mich natürlich über den Sieg des BVB freue, war das ein ganz wichtiges Zeichen an die Liga. Diese Über-Bayern sind schlagbar! Auch, wenn sie am Ende vielleicht trotzdem vorne stehen, wird die Saison vielleicht doch ein bisschen spannender, als befürchtet.

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    4 Leserempfehlungen
  5. ...ist der BVB vom FCB - was die Spielstärke betrifft.

    Heute wurde ein Spiel durch individuelle Fehler entschieden. Auf hohem und höchstem Niveau ist das fast schon die Regel. Also unumwundener Glückwunsch an die Dortmunder! Pokal ist Pokal...

    Hinsichtlich der Frage, welche Aufschlüsse diese 90 Minuten über die kommende BL-Saison geben könnte, sieht es allerdings finster aus. Mit Neuer wäre das 0:1 womöglich nicht passiert... - wer weiß?

    Was jedoch vielleicht nicht nur mich sehr verwundert: das verzogene Gesicht Guardiolas bei dem Foul eines seiner Spieler (glaube, es war Mandzukic). Ein Trainer, der glaubt, mit Ballett-Fußball den Deutschen Meister gewinnen zu können, wird sich bald jenseits der CL-Plätze wieder finden. Eine derart festgezurrte Hierarchie wie in der Primera Division gibt es in der BL nicht!

    Kann es sein, dass Guardiola das noch nicht weiss???

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    "Ein Trainer, der glaubt, mit Ballett-Fußball den Deutschen Meister gewinnen zu können, wird sich bald jenseits der CL-Plätze wieder finden. Eine derart festgezurrte Hierarchie wie in der Primera Division gibt es in der BL nicht!"
    In den letzten 20 Jahren waren Dortmund und Bayern zusammen 16 mal dt. Meister. Davon allein Bayern 11mal. In Spanien? Real und Barca in den letzten 20 Jahren wie oft Meister ;)
    Und was den Balettfußball betrifft. Der wird sich durchsetzen. Vielleicht wird es in den ersten Wochen, vielleicht sogar Monaten etwas schwierig, aber ab einem bestimmten Punkt wird Bayern leider alles in Grund und Boden spielen, wenn alle Spieler relativ fit bleiben. Heute fehlten Ribery, Götze, Neuer und Martinez. Allein diese vier haben nicht zu unrecht einen Marktwert von 150Millionen -> wenn alle Spieler wieder an Bord sind, sich gerade vor der WM nochmal präsentieren wollen, wird Bayern mit Balettfußball dt. Meister. Dortmunds größte Schwäche ist es, dass sie gegen Mannschaften wie Stuttgart, Hamburg etc. Federn lassen. Im direkten Duell jedoch werden sich beide Teams auf Augenhöhe begegnen, was besonders, wenn es die Situation hergibt, in der CL und DFB Pokal interessant machen würde.
    Bin schon sehr gespannt auf die CL Auslosung.

    Was mich beim heutigen Spiel überrascht hat, war das irre Tempo, was beide Teams gegangen sind.
    Eine Sache die mich jedoch sehr stört. Das ZDF beginnt die Übertragung, es wird YNWA angestimmt und diese 2Minuten Atmosphäre wird totgequatscht

    "Ein Trainer, der glaubt, mit Ballett-Fußball den Deutschen Meister gewinnen zu können, wird sich bald jenseits der CL-Plätze wieder finden."

    Ah ja, die "gesunde Härte" aka das Umbügeln der Angreifer durch die Aussenverteidiger. Insgesamt eine richtig schlechte Strategie, wenn man gewinnen möchte. Fragen Sie mal in Italien an, wie gut das gegen Neymar so geklappt hat.

    Es war auch nicht Mandzukic, sondern Boateng, bei dem das verzogene Gesicht eingeblendet wurde. Vorher hat man nämlich dem BVB lange Zeit gegeben den Ball um den gegnerischen Strafraum zirkulieren zu lassen und stand dabei immer so etwa 2 Meter vom ballführenden Spieler entfernt. Bis Boateng ungeduldig wurde und (mal wieder) Lewandowski umgerannt hat. Ergebnis: Freistoss in aussichtsreicher Position. Und mal ernsthaft: Man kann schon auch mehr vom Triple-Sieger Bayern erwarten, als dass sie erst dem Ball hinterherschauen und dann aus Frust einen gegnerischen Spieler über den Haufen rennen. Sind doch immerhin alle Weltklasse bei Bayern.

    Was solche Fouls angeht, kann man übrigens auch schnell mal Karten kassieren – sollte der Schiedsrichter seine Karten so gerne mögen, dass er sie gerne allen zeigt. Und die Karten betreffen natürlich auch Mandzukic, der immer wenn ich ihn sehe seinen Ellenbogen im Gesicht des Gegenspielers hat.

    Aber schon klar, mit 10 Spielern in wichtigen Spielen spielen, weil man Frustfouls begeht ist so wahnsinnig viel besser als "Ballett-Fußball".

    • LTank
    • 28. Juli 2013 0:17 Uhr

    Bei allem Respekt, aber wer glaubt, dass Guardiola für zimperlichen Ballet-Fußball steht, der täuscht sich. Mit dem Ball erinnerte seine bisherige Mannschaft, also Barcelona, zwar in ihren besten Phasen an ein Ballett, aber ohne Ball sah die Sache anders aus. Da war extrem aggresives Pressing und Gegenpressing angesagt. Und wenn's nicht anders ging, spielte man kleine taktische Fouls. Man frage nur mal Jürgen Klopp danach, was ihm an Barca am besten gefallen hat. Der wird sicher nicht zuerst von Ballett reden, sondern von der Aggressivität und der Gier den Ball zurückzugewinnen.

    Was im heutigen Fußball jedoch zurecht verpönt ist, sind unnötige Fouls und nicht zielführende Aggressivität. Ob die Mandzukic-Aktion so eine war, sei dahingestellt. Man sollte in einzelne Gesichtsausdrücke nicht zu viel hineinlesen.

    Neuer hätte auch einen schlechten Tag erwischen und noch ein Tor mehr kassieren können ... wer weiß.
    Solche Vermutungen sind gegenstandslos. 22 Spieler waren auf dem Platz und das Spiel ging 4:2 aus. Ende.

  6. ....dass sie mit Bayern absolut auf Augenhöhe sind...allerdings nur im direkten Vergleich.

    Bayerns Stärke ist, neben Weltklasseindividualisten wie Robben und Ribery die 2. Reihe, die man braucht, um eine so lange Saison mit so vielen Spielen in allen Wettbewerben erfolgreich bestreiten zu können. Dortmund muss, das ist diese Saison nicht anders als in der letzten zudem einen höheren läuferischen Aufwand betreiben um Erfolg zu haben.

    Für mich bester Mann auf dem Feld: Gündogan, der, wenn seine Entwicklung so weiter geht, ein echter Weltklassespieler werden wird, er ist jetzt schon nicht mehr weit davon entfernt.

    Bayern wird die Meisterschaft entspannt einfahren, Probleme könnte es hingegen in engen K.O.-Spielen geben, da scheint die Mannschaft nach den heutigen Eindrücken weniger gefestigt als sie es unter Heynckes war. Offenkundig will Guardiola doch mehr von seiner "Barca-Schule" beim FCB einbringen als zuvor angekündigt, dafür hat er allerdings nur begrenzt die Spieler. Für einen der Stars der letzten Runde, nämlich Schweinsteiger, könnte es eng werden,

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  • Quelle dpa, fz
  • Schlagworte Jürgen Klopp | Pep Guardiola | Roman Weidenfeller | Borussia Dortmund | Manuel Neuer | Dante
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