Felix Magath, genialer Fußballlehrer und inkompetenter Manager © Patrik Stollarz/AFP/GettyImages

Wer spielt wann gegen wen?

Hamburger SV – Eintracht Braunschweig
1. FC Nürnberg – FC Augsburg
Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen
Hannover 96 – FSV Mainz 05
VfL Wolfsburg – Hertha BSC (alle Samstag, 15.30 Uhr)
FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30)
VfB Stuttgart – TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30)
Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hamburg gegen Braunschweig. Die leidgeprüften HSV-Fans können sich an der guten, alten Sesamstraße erbauen: Es ist egal, wie wenige Punkte Du hast. Da hat immer noch einer weniger als Du.

Spaß muss sein. Die Situation des HSV kann man aber auch politisch lesen. Dem Triumvirat Kreuzer, Fink und Jarchow scheint der Verein aus den Fingern zu gleiten, sie verlieren nach und nach den Respekt der Basis. Zeitgleich trifft sich der vermögende Separatist Klaus-Michael Kühne mit Felix Magath auf einer fernen Mittelmeerinsel, um den Verein zu retten. "Magath ist ein Mensch, der durchgreift, und beim HSV muss durchgegriffen werden",  sagt Kühne. Diktatorendämmerung im Hamburger Spätsommer 2013. Weder Kühne noch Magath haben übrigens einen Posten im Verein, Kühne ist lediglich Geschäftspartner. Das kann ja nur Putsch bedeuten, Revolution. Vielleicht fallen bald Revolverschüsse in Hamburg, vielleicht müssen die Blauhelme eingreifen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Chelsea gegen Bayern, das europäische Supercup-Finale am Freitag zwischen den beiden Europapokalsiegern der Vorsaison. Das Rückwärts-Tiki-Taka der Bayern, siehe das 1:1 am Dienstag in Freiburg, lockt uns nicht aus unseren Schreibstuben. Und Franck Ribéry hat ja jetzt seinen Preis. Nur das Duell Mourinho gegen Guardiola bringt etwas Dampf in den Kochtopf. Der Chelsea-Trainer hat schon laut gegen seinen Rivalen gebellt. Allerdings haben beide die Titel gar nicht geholt, die ihre Mannschaften sich für dieses Endspiel qualifizieren ließen. Das ist Trittbrettfahrerei, Pep und Mou pflügen mit fremdem Kalbe. Ohne uns.

Wer steht im Blickpunkt?

Dennis Aogo. Der Arbeitnehmer des HSV bekam wie seine Kollegen von seinem Trainer vergangene Woche zwei Tage frei. Also flog er für zwei Tage nach Mallorca, wieso auch nicht. Hamburger Boulevardmedien machten daraus eine Schlagzeile, Mallorca klingt nach Ballermann, Party und Saufen. Das war auch deswegen ein Aufreger im und um den Verein, weil der HSV zuvor 1:5 verloren hatte. Daraufhin, also weil der Arbeitnehmer Aogo an seinen freien Tagen tat, was er wollte, suspendierte ihn der Arbeitgeber für ein Spiel. Wer mit Fußball noch nie etwas zu tun hatte, wird fragen: Wie bitte? Um es mit Christian Streich zu sagen: "De Dennis hat bloß des gmacht, was heut Usus isch."

Das irrationale Geschäft Fußball hat seine eigene Moral, seine eigenen Gesetze. Deshalb ist Aogo nun nach Schalke ausgeliehen worden. Er dürfte erleichtert sein, zunächst zumindest. Schalke spielt Champions League, und sein Exkollege beim HSV, Heiko Westermann, sagt schon fast sehnsüchtig: "Fußballspielen auf Schalke macht Spaß."