© Christof Stache/AFP/Getty Images

Fazit: "Viele Locher" gab es, sagte Pep Guardiola mit weit aufgerissenen Augen nach dem Spiel. Und es war natürlich seiner Tapferkeit, mit der er sich in die deutsche Sprache stürzt, geschuldet, dass man zuerst an Bürobedarf dachte. Es ging aber um die "Löcher" im Bayern-Spiel, die Guardiola, diesen Fußball-Perfektionisten, zum Wahnsinn trieben.

Der FC Bayern gewann trotzdem, 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach, in einem Saisoneröffnungsspiel, das kein Kracher war, aber auch kein Stimmungstöter. Für Gesprächswert sorgten insbesondere ein stets hakenschlagender Franck Ribéry, mit Dante ein Abwehrchef, der aus Mitleid mit seinen alten Kollegen das ein oder andere Mal gepflegt am Ball vorbei- und ihn einmal sogar ins eigene Tor trat, und eben die Löcher im Mittelfeld. Phasenweise sah das Spiel aus wie in der langen 118. Minute einer Verlängerung.

Auf keinen Fall aber wird ein gewisser Álvaro Dominguez diesen Abend vergessen. Gladbachs spanischer Innenverteidiger brachte das Kunststück fertig, innerhalb von zwei Minuten zwei Handelfmeter zu verursachen. Zwei durchaus berechtigte. Falls sich innerhalb der nächsten 33 Spiele herausstellen sollte, dass Fußball für den Mann aus dem Land des Handballweltmeisters doch der falsche Sport ist, haben wir für Dominguez schon eine Alternative bei der Hand.

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Vorbemerkungen:

Der FC Bayern hat ja, das weiß kaum jemand, in diesem Jahr ein doppeltes Triple gewonnen. Ein Sextuple sozusagen. Neben Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League holten die Münchner auch den Telekom-Cup, den Uli-Hoeneß-Cup und den Audi-Cup. Und es hätten noch viel mehr sein können, hätte der FC Bayern nicht die Teilnahme am Rolex-Cup, Klaus-Zumwinkel-Cup und dem Cup der guten Hoffnung abgelehnt. Die Bayern sind eben Titelbiester.

Zehn Wochen hat sie gedauert, diese Sommerpause. Wir mussten uns die Zeit mit Fußlümmeleien wie beim Confed-Cup, der Frauenfußball-EM (Finale war gut, ey!) oder den oben erwähnten sommerlichen Sinnloscups vertreiben. Gut also, dass es weitergeht.

Im Fokus steht in dieser Spielzeit natürlich Pep Guardiola, der (siehe oben) in diesem Jahr schon genau so viele Titel einheimste wie Jupp Heynckes, obwohl er erst seit ein paar Wochen bairisch spricht. Der Pep ist ja das Ereignis in dieser Spielzeit. Wird er es schaffen, die beste Mannschaft der Welt, den FC Bayern München, noch besser zu machen? Und wo soll das hinführen? Zum Centuple?

Erst einmal geht es gegen Borussia Mönchengladbach, gegen die Mannschaft von Lucien Favre, dem Schweizer Guardiola sozusagen. Ein ressortfremder Kollege sagte vorhin, er hätte das Gefühl, dass jede Saison mit diesem Spiel eröffnet wird und erinnerte sich an Manuel Neuers Lapsus vor zwei Jahren. Ich sagte, dass das nicht stimmen könne, in den vergangenen zwei Jahren eröffnete Borussia Dortmund die Saison, weil das immer der Meister darf. Genau das wollte der Kollege hören, und schritt triumphierend von dannen. Der Mann ist Dortmund-Fan.

Um 20.30 Uhr ist Anpfiff. Hier wird gebloggt, unser Mann im Stadion heißt Oliver Fritsch, der twittert und twittert und twittert. Bis dahin unterhalten wir Sie mit branchenspezifischer Musik.