Bundesliga : Freiburg trotzt den Bayern Remis ab

Am vorgezogenen Spieltag ärgert der SC Freiburg den FC Bayern: Drei Tage vor dem Supercup-Finale gegen Chelsea kamen die Münchner über ein Unentschieden nicht hinaus.

SC Freiburg – Bayern München 1:1 (0:1)

Vor der ersten großen Kür in dieser Saison ist der FC Bayern München über die Pflichtaufgabe beim SC Freiburg gestolpert. Drei Tage vor dem Supercup-Finale gegen den FC Chelsea spielte der Triple-Gewinner mit einer besseren B-Elf in einer vorgezogenen Begegnung des vierten Spieltages Remis. Der FC Bayern gab damit nach drei Siegen in Serie die ersten Punkte ab.

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion erzielte Nicolas Höfler in der 86. Minute den überraschenden Ausgleichstreffer für den Außenseiter. Zuvor hatte Xherdan Shaqiri (33.) die Bayern in Führung gebracht. Damit liegen die Münchner in der Tabelle zwar zunächst erst einmal vor dem großen Rivalen aus Dortmund. Die Borussen können am Wochenende allerdings nachlegen. Das Bayern-Spiel war wegen des Supercup-Finales vorverlegt worden.

Mit Blick auf die erste große Titel-Entscheidung der Saison ließ Bayern-Trainer Pep Guardiola rotieren. Gleich sieben neue Spieler beorderte er in die Startelf. Nur Bastian Schweinsteiger, Dante, Manuel Neuer und Mario Götze behielten ihren Stammplatz aus dem Spiel gegen Nürnberg vom vergangenen Samstag (2:0). So saßen Kapitän Philipp Lahm, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jérôme Boateng, Mario Mandzukic und David Alaba zunächst auf der Bank. Thiago Alcantara (Syndesmoseriss) fehlte wie Javi Martinez (Adduktoren) verletzungsbedingt.

Freiburg kam besser ins Spiel

So hatten die Münchner beim Europa-League-Teilnehmer Freiburg, gegen den sie letztmals vor über 17 Jahren ein Spiel verloren, von Anfang an Probleme. Sie agierten weit weniger souverän als gegen Nürnberg und erlaubten sich in der Anfangsphase einige Abspielfehler. Die erste Chance gehörte dann auch den engagiert spielenden Gastgebern, als Oliver Sorg mit einem 20-Meter-Schuss Manuel Neuer zu einer Parade zwang (12.).

Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Münchner mehr Initiative und kamen auch zu ersten Gelegenheiten. Ein Distanzschuss von Toni Kroos (14.) und ein misslungener Heber von Claudio Pizarro (19.) fanden nicht ins Ziel. Das erledigte dann Shaqiri. Nach einer Flanke von Thomas Müller ließ Sorg Shaqiri außer Acht, sodass dieser unbedrängt zur Führung einschießen konnte. Kurz darauf tauchte Mario Götze gefährlich vor SC-Torwart Oliver Baumann auf, doch der Winkel war zu spitz (37.).

Im zweiten Durchgang verwalteten die Bayern mit viel Ballbesitz ihre Führung. Bei einem der wenigen Freiburger Konter traf Charles-Elie Laprévotte den Außenpfosten (60.). Kurz darauf war für Götze in seinem zweiten Bayern-Spiel Schluss. Nach einer unauffälligen Leistung wurde er gegen Lahm ausgewechselt. Von der Bank aus sah er dann, wie Kroos und Müller (74.) beste Chancen liegen ließen. Vier Minuten vor Schluss folgte dann der Ausgleich, als Höfler nach Flanke von Freis sein erstes Bundesliga-Tor erzielte.

SC Freiburg: Baumann - Günter, Diagne, Ginter, Sorg - Schmid, Schuster (61. Höfler), Fernandes, Laprevotte (60. Kerk) - Guédé (75. Hanke), Freis
Bayern München: Neuer - Rafinha, van Buyten, Dante, Contento - Schweinsteiger (79. Ribéry) - Müller, Götze (62. Lahm), Kroos, Shaqiri - Pizarro (88. Mandzukic)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Shaqiri (33.), 1:1 Höfler (86.)
Gelbe Karten: Günter (1), Höfler (1) / van Buyten (1)
Beste Spieler: Baumann, Fernandes / Müller, Shaqiri

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Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Naja...

Ich finde nicht, dass Klopp den Fussball "revolutioniert" hat. "Revolutionen" gibt es eh nicht mehr wirklich, alles sind kleine Weiterentwicklungen der Systeme anderer Trainer und Mannschaften.
Beispielsweise hat (wenn ich mich richtig erinnere) der FCB in der BL als erstes grosses Team mit dem 4-2-3-1 System gespielt, das war unter van Gaal. Der hat es selbst nicht erfunden, sondern von anderen abgeschaut. Heute spielt der BVB auch mit diesem System (wenn ich mich hier täuschen sollte: Es gibt auch andere Beispiele, in denen ein Verein etwas macht und die restliche Liga bemerkt, dass es gut ist - und es ist nicht immer der BVB).
Genauso hat auch Heynckes ein eigenes System entwickelt, das dem Dortmunder nicht unähnlich war, aber ganz offensichtlich überlegen.
Und leider hat hier jemand vergessen, wie viel besser die Bayern letztes Jahr in der CL gespielt hat. Und nicht nur dort.

Beide haben nix erfunden

Ja, der Klopp hat mit der Spitze in der Tat die Fußball Diskussion in Deutschland noch weiter verflacnen lassen. In meinen Augen haben weder Klopp noch Heynckes irgendwas im Fußball erfunden. Sie haben allerdings beide die bereits bestehenden Elemente zu einem ausser ordentlich gut funktionierenden ganzen zusammengebastelt.

Zu dem Gegenpressing an und für sich: Selbst das war bei den Bayern und dem BVB in der letzten Saison so unterschiedlich, dass man da kein Copyright beansprüchen könnte, wenn es das denn gäbe (Zur Einführung: http://spielverlagerung.d...).

Und ob jetzt das eine System dem anderen System überlegen war, bin ihc mir nicht sicher. Ich meine die haben sich beide wenig genommen (was ja auch die direkten Vergleiche wiedergespiegelt haben). Allerdings merkte man irgendwann bei den Bayern den individuell noch ein wenig besseren Kader und die größere Konstanz. Das hat aber so gar nichts mit dem gespielten System zu tun.

Ich versteh nicht diese

Diskussion um Systeme und Taktik. Bayern hat 2 der besten und vor allem schnellsten Außen der Welt mit Robben und Ribery und die Trainer, also auch schon van Gaal, haben es geschafft, deren Stärke perfekt auszuspielen.
Beide Spieler, Robben und Ribery, können allein schon den Unterschied machen, aber zusammen ...
Es ist im Übrigen nicht müssig darüber zu streiten, wenn man bedenkt, dass gerade das Spielsystem des FC Barcelona ebenfalls auf sofortigen Pressing nach Ballverlust und Tempo beruht. Jedoch sind sie von einem Spieler abhängig, der in im letzten Jahr über 100Tore in Pflichtspielen geschossen hat.
Und Dortmund? Wenn man es versucht realistisch zu betrachten, dann spielen System und Taktik sicher eine Rolle, aber man sollte nicht unterschätzen, welche Qualität mit einem Reus, Gündogan, Götze, Kuba, Lewandowski etc. auf dem Platz stand in der letzten Saison.
PS: Wenn man zwischen 75% - 80% Ballbesitz hat, dann kann man kein Gegenpressing spielen, weil der Gegner fast nie im Ballbesitz ist. Da gibt es schlicht kein Umschaltspiel, weil das Spiel nur in eine Richtung läuft. Bayern kommt momentan sehr selten in die Situation, die im Fußball mit am gefährlichsten ist. Zu kontern. Wenn man den Gegner über weite Strecken des Spiels in der eigenen Hälfte einschnürt, so ist es sehr schwer Tore zu erzielen.