Spätestens Freitagmittag wird es Gewissheit geben. Bernd Schultz, der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), wird dann mit einer Juniorenauswahl in Zagreb sein und auf einen Anruf aus der Heimat warten. Die Entscheidung, die das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitagvormittag in Frankfurt am Main trifft, ist nicht nur für den Berliner Fußball von großer Bedeutung: Es geht darum, ob es bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 Spiele in der deutschen Hauptstadt geben wird.

Berlin oder München? Das ist die Frage, die das DFB-Präsidium beantworten wird. "Es ist eine reine Bauchentscheidung", sagt Bernd Schultz. Sein Bauch wiederum sagt dem 55-Jährigen, dass München aus dieser Wahl als Sieger hervorgehen werde. Deutschland wäre dann vermutlich der einzige Mitausrichter der EM-Endrunde, der nicht mit der Hauptstadt vertreten wäre.

Das liegt auch daran, dass die Uefa ihren Ursprungsplan geändert hat. In der Ausschreibung des europäischen Verbandes hieß es zunächst, dass die EM-Endrunde in den Hauptstädten von dreizehn Ländern ausgetragen werde. Später wurde aus den Hauptstädten Metropolen, was auch München eine Bewerbung ermöglicht hat.

2020 wird die Europameisterschaft erst- und angeblich auch letztmalig nicht an ein einzelnes Land vergeben, sondern in Häppchen über den gesamten Kontinent verteilt. Der DFB hat sich zunächst für beide möglichen Pakete beworben. Paket eins umfasst drei Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung sowie ein K.-o.-Spiel im Achtel- oder Viertelfinale. Das zweite Paket beinhaltet die beiden Halbfinalbegegnungen und das Endspiel. 

Ob die Deutschen sich tatsächlich für diese Variante bewerben, hängt davon ab, ob Istanbul Ende der kommenden Woche den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020 erhält. In diesem Fall würden die Türken im selben Jahr nicht auch noch das EM-Finale ausrichten können. Sollte Istanbul bei Olympia erneut leer ausgehen, würde der DFB seine Bewerbung für das Finalpaket zurückziehen, um nicht mit der Türkei zu konkurrieren.