DFB-Pokal : Vier Erstligisten scheitern in Runde eins

Nürnberg und Gladbach unterliegen im Elfmeterschießen, auch Braunschweig verliert. Werder blamiert sich erneut und scheitert zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde.
Werder Bremens Spieler Clemens Fritz beim Pokal-Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken © Dennis Grombkowski/Getty Images

Negativrekord für die Bremer: Werder Bremen ist zum dritten Mal nacheinander in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Eine Woche vor dem Bundesliga-Start verloren die Hanseaten gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken mit 1:3 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Es war das erste Pflichtspiel unter dem neuen Trainer und Schaaf-Nachfolger Robin Dutt.

Die erste Saarbrücker Führung durch Nils Fischer (45.) konnte Sebastian Prödl in der regulären Spielzeit noch ausgleichen (59.). Tim Stegerer und Marcel Ziemer erzielten jedoch in der 105. und in der 112. Minute die entscheidenden Tore für den Außenseiter. Der mit zwei Niederlagen miserabel in die Drittliga-Saison gestartete Saarbrücker Traditionsverein spielte bissiger als der Erstligist und hätte bereits früher in Führung gehen können. Auch in der Verlängerung waren die Saarländer die engagiertere Mannschaft.

Im vergangenen Jahr war Werder in der ersten Runde an Preußen Münster, in der Saison davor am 1. FC Heidenheim gescheitert. Dutts Mannschaft steht nun schon vor dem ersten Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag bei Eintracht Braunschweig unter Druck.

Braunschweig unterliegt Bielefeld

Auch für Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig gab es im DFB-Pokal eine Enttäuschung. Die Mannschaft von Torsten Lieberknecht scheiterte durch ein 1:2 (0:1) bei Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld ebenfalls gleich in der ersten Runde. Sebastian Hille (36.) brachte die Gastgeber zunächst in Führung. Nach dem Ausgleich von Timo Perthel (66.) traf Tim Jerat (72.) per Handelfmeter zum Sieg für die Arminia.

Als dritter Fußball-Bundesligist ist Borussia Mönchengladbach bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Lucien Favres Gladbacher scheiterten beim Drittligisten SV Darmstadt 98 nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen. Branimir Hrgota schoss den entscheidenden Elfmeter an die Unterkante der Latte, nachdem sich beide Teams zuvor jeweils einen Fehlschuss geleistet hatten. Fünf Tage vor dem Bundesliga-Auftakt beim Triple-Gewinner Bayern München präsentierte sich die Fohlen-Elf noch weit entfernt von ihrer Topform.

SC Wiedenbrück schlägt Düsseldorf in letzter Minute

Der VfB Stuttgart und der Hamburger SV haben die zweite Runde des DFB-Pokals dagegen erreicht. Die Schwaben setzten sich in Berlin mit 2:0 (1:0) beim Oberligisten BFC Dynamo durch. Die Hanseaten taten sich im Duell beim SV Schott Jena lange Zeit schwer, bezwangen den Fünftligisten am Ende aber souverän mit 4:0 (0:0). 

Dem Regionalligisten SC Wiedenbrück ist in der Auftaktrunde des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf eine Überraschung gelungen. Durch den 1:0 (0:0)-Erfolg über den Bundesliga-Absteiger erreichte der viertklassige Club am Sonntag erstmals in seiner Vereinsgeschichte die zweite Runde. Marwin Studtrucker erzielte in der Nachspielzeit (90.+1 Minute) mit einem Foulelfmeter das entscheidende Tor.

Hertha BSC hat sich im DFB-Pokal in die zweite Runde gezittert. Der Berliner Fußball-Bundesligist gewann beim Regionalligisten VfR Neumünster schmeichelhaft mit 3:2 (2:2, 2:1) nach Verlängerung. In der Nachspielzeit der Extrazeit erzielte Sami Allagui per Foulelfmeter den entscheidenden Treffer.

Münster schlägt St. Pauli, Eintracht siegt mit Mühe

Drittligist Preußen Münster gelang derweil ein weiterer Coup. Die Mannschaft von Trainer Pawel Dotschew erreichte mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg gegen den Zweitligisten FC St. Pauli die zweite Runde. Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Münsteraner Preußenstadion war Matthew Taylor (33. Minute) für die Hausherren erfolgreich. In der vergangenen Saison hatte Münster bereits den Bundesligisten Werder Bremen in der ersten Pokalrunde besiegt (4:2). 

Ohne jeden Glanz zog die Frankfurter Eintracht in die zweite Runde ein. Die Europa-League-Starter von Trainer Armin Veh taten sich gegen den Fußball-Regionalligisten FV Illertissen wesentlich schwerer als gedacht, erst durch eine Leistungssteigerung in der Schlussphase sprang im Augsburger Bundesliga-Stadion noch ein 2:0 (0:0)-Sieg für die Hessen heraus. Neuzugang Joselu (64. Minute) und Sebastian Rode (90./+2) erzielten die Treffer für die Eintracht.

Am Abend verlor mit dem 1. FC Nürnberg schließlich auch der vierte Bundesligist gegen einen unterklassigen Gegner. Ein Jahr nach dem Desaster beim Viertligisten TSV Havelse (2:3 n.V.) unterlagen die Franken dem SV Sandhausen mit 3:4 im Elfmeterschießen und verpassten damit erneut den Einzug in die zweite Runde. Vor 7.300 Zuschauern hatte Sandhausens Torhüter Manuel Riemann im Hardtwaldstadion die Elfmeter von Hanno Balitsch und Marvin Plattenhardt gehalten. Zuvor hatte Daniel Ginczek (27. Minute) die Franken in Führung geschossen. Julian Schauerte (58.) erzielte per Foulelfmeter den 1:1-Ausgleich, der auch noch nach 120 Minuten Bestand hatte.

Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Die Frage ist doch sehr leicht zu beantworten:

und am besten eignet sich der Zirkusvergleich. Die Schausteller werden danach bezahlt, wie oft ihre Vorstellungen besucht werden und genauso ist es mit den Ligen. (die Amateure kann man da wohl ausklammern). Das Gehaltsgefälle der Ligen, der Vereine reflektiert nur die Anzahl der Zuschauer, sei es im Stadion, PayTV oder bei den ÖR.
Schauen Sie sich morgen die Einschaltquote für das heutige Bayernspiel an und Sie werden verstehen, was ich meine.
Fußballer werden nach Leistung, vor allem aber für ihren Publikumswert bezahlt und genau darum nennt man es Fußballzirkus, Rennzirkus etc. denn neben dem professionellen Aspekt des Sports, ist es eben auch eine Show.
Ich bin froh, dass einige Bundesligisten ausgeschieden sind und trotzdem wäre es mir lieber, wenn es ein anderes Losverfahren geben würde. Mit etwas Losglück könnten dann Amateurvereine in Regionen des Pokals vorstoßen, die bei diesem System eher unrealistisch sind. Das könnte auch einiges an Geld in die Kassen spülen.