Raphael Holzdeppe ist der erste deutsche Weltmeister im Stabhochsprung. Der 23-Jährige verwies in einem nahezu perfekten Wettkampf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau mit Renaud Lavillenie den Goldmedaillengewinner von London auf den zweiten Platz. Auf der Ehrenrunde wurde Holzdeppe von Björn Otto begleitet, der Bronze holte.

Es war der erste Titel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Moskau und die erste Medaille der Stabhochspringer seit dem dritten Platz von Danny Ecker 2007 in Osaka. "Er hat genau gewusst, was er machen wollte", sagte Holzdeppes Trainer Chauncey Johnson. "Er hat seine Ziele gehabt." 

Favorit Lavillenie hatte zu Beginn einen missglückten Versuch über die Einstiegshöhe von 5,65 Meter gemacht. Sein jüngerer Bruder Valentin war an der Einstiegshöhe von 5,55 gescheitert und vergoss bittere Tränen. Renaud Lavillenie war kürzlich in London 6,02 gesprungen. Sechs der acht Sprünge, die in diesem Sommer 5,90 Meter oder höher waren, gingen auf sein Konto.

Holzdeppe, der Jüngste unter den deutschen Teilnehmern, machte von Beginn an den mit Abstand sichersten Eindruck. Ottos Trainer Michael Kühnke war mit seinem Schützling hingegen nicht ganz zufrieden und forderte nach ersten beiden Sprüngen: "Er muss jetzt einen härteren Stab nehmen, im Anlauf ist er mir noch ein bisschen zu unsicher. Das zeigt, dass er etwas nervös ist." Otto hatte in dieser Saison Lavillenie zweimal bezwungen.

Aber nicht der Olympia-Zweite und Vize-Europameister Otto, sondern Holzdeppe überflog als Erster die 5,82 Meter. Auch die 5,89 schaffte Holzdeppe im ersten Versuch. Seine deutschen Konkurrenten konnten nicht nachziehen, und Lavillenie konnte nicht mehr zulegen. Der Wattenscheider Malte Mohr wurde am Ende Fünfter.