Bundesliga-RückschauSchalke-Spieler verstehen Psycho-Prämie nicht

Jens Kellers Idee geht nach hinten los, Stuttgarts Fans fordern schon den Rauswurf des Trainers und Sammer pöbelt nach Spanien. Alles Wichtige vom 2. Spieltag von 

Schalkes Felipe Santana (l.) und Marco Höger schauen bedröppelt drein.

Schalkes Felipe Santana (l.) und Marco Höger schauen bedröppelt drein.  |  © Peter Steffen/picture alliance/dpa

Wer spielte wie gegen wen?

VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen 0:1
VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 4:0
Werder Bremen - FC Augsburg 1:0
SC Freiburg - 1. FSV Mainz 05 1:2
Hamburger SV - 1899 Hoffenheim 1:5
Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:1
Bor. Mönchengladbach - Hannover 96 3:0
1. FC Nürnberg - Hertha BSC 2:2
Borussia Dortmund - Eintracht Braunschweig 2:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

"Die Fans müssen für so eine Scheiße auch noch Geld bezahlen", sagte der HSV-Torhüter René Adler nach dem 1:5 gegen Hoffenheim. Er vergaß dabei: Wer keine sonderlichen Sympathien für die Hamburger aufbrachte, konnte richtig Gefallen daran finden, der Truppe beim Auseinanderfallen zuzusehen. Manch einer hätte dafür sogar Geld bezahlt. An der Katastrophe für die Hanseaten hatte der Trainer Thorsten Fink seinen Anteil. Zu seinem leichten Größenwahn, er redet ja ständig und immer davon, international spielen zu wollen, kam diesmal noch eine tragische Auswechslung: Fink brachte beim Stand von 1:2 den Stürmer Rudnevs für den defensiven Mittelfeldspieler Badelj. Badelj war aber noch einer der wenigen Spieler gewesen, die Ordnung ins Spiel gebracht hatten. Es dauerte nur 15 Minuten, da stand es 1:5. Fink gab sich wenig lernfähig. "Die Saisonziele werden nicht revidiert", sagte er nach dem Spiel.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Stuttgart gegen Leverkusen, alleine schon, weil das Spiel durch ein Eigentor entschieden wurde. Daniel Schwaab, der erst im Sommer von Leverkusen nach Stuttgart gewechselt war, grätschte den Ball ins eigene Netz. Das hat ihm sichtlich leid getan, auch in den Interviews nach dem Spiel versuchte er, sich irgendwie zu entschuldigen. Ansonsten war wenig los in der Partie, die eigentlich mehr versprochen hatte. Einige Stuttgart-Fans riefen noch "Bruno raus!". Am zweiten Spieltag.

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Wer stand im Blickpunkt?

Jens Keller, der Trainer des FC Schalke, versucht offenbar mit dem Stöbern in Psychologie-Ratgebern den Erfolg zu erzwingen. Zu Saisonbeginn hatte er sich etwas Besonderes aus der Behaviorismus-Rubrik einfallen lassen: Kassiert seine Mannschaft einen Treffer nach einem Freistoß oder Eckball, würde sie eine vierstellige Summe bezahlen müssen. Umgekehrtes würde für den Fall gelten, dass sie selbst ein Tor nach einem Standard erzielt. "Es geht in erster Linie nicht um das Geld, sondern um die Konzentration", sagte der Sportdirektor Horst Heldt. Das ist schlecht, denn vom Geld haben die Schalker Spieler zu viel und Konzentration noch immer zu wenig. Die Wolfsburger schenkten ihnen gleich zwei Gegentore nach Ecken ein, schon am ersten Spieltag gegen den HSV hatten die Schalker ein Tor auf diese Weise hinnehmen müssen. Jens Keller sollte seine Spieler lieber auf eine Art konditionieren, wie es ihnen wirklich schmerzt. Vielleicht müssen sie sich beim nächsten Gegentor ein Tattoo entfernen lassen.

Leserkommentare
  1. Mann, ich liebe diese Kolumne! Ist besser als das ganze Rumgekicke am Wochenende davor.

    8 Leserempfehlungen
  2. das sollte ins offizielle Regelwerk, vielleicht nach einer Schwalbe oder einer Tätlichkeit...

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    • VanC
    • 19. August 2013 12:38 Uhr

    Wie immer lese ich diese Kolumne als eines der wenigen Highlights an einem Montag. Aber: Die Bruno-raus-Rufe der Stuttgarter Fans hatten nichts mit dem zweiten Spieltag oder der Niederlage gegen Leverkusen zu tun. Zur Info-Lektüre, ein Artikel eines Journalisten-Kollegen aus Stuttgart:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vfb-stuttgart-wie-der-trainer-s...

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    zudem ist es zwar der zweite Spieltag, andererseits aber auch die dritte Saison die er mit dem VfB startet. Wenn man dann immer nur hört, dass man "viel Aufwand betrieben habe" und sowieso ja einer der laufstärksten Mannschaften sei, ist das etwas wenig.

    Die letzte Saison galt der Kader noch als Ausrede/Erklärung. Diese Saison muss Labbadia beweisen, was er kann. Im Moment zweifel ich sehr daran, dass da viel kommt.
    Dummerweise gibt es auch nicht viele Alternativen. Tuchel hätte ich gerne, aber den bekommt man von Mainz nicht weg...

    • Panic
    • 19. August 2013 12:45 Uhr

    Das war mir aber ein wenig zu wenig zum Spiel Eintracht - Bayern.
    Gagelmann, ein Albtraum!

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=386848561437592&set=a.3015386266...

    Salut

    • Voce
    • 19. August 2013 12:52 Uhr

    sondern auch gleichzeitig durch seine menschliche Wärme.

    Damit sich seine Spieler - und natürlich auch er selbst - vom 1:5 Schock richtig erholen können, steht am Wochenanfang erst einmal ausgiebiges Relaxen auf der Tagesordnung. So geht man die nächste schwere Aufgabe und das nächste Debakel dann wenigstens gut ausgeruht an.

  3. zudem ist es zwar der zweite Spieltag, andererseits aber auch die dritte Saison die er mit dem VfB startet. Wenn man dann immer nur hört, dass man "viel Aufwand betrieben habe" und sowieso ja einer der laufstärksten Mannschaften sei, ist das etwas wenig.

    Die letzte Saison galt der Kader noch als Ausrede/Erklärung. Diese Saison muss Labbadia beweisen, was er kann. Im Moment zweifel ich sehr daran, dass da viel kommt.
    Dummerweise gibt es auch nicht viele Alternativen. Tuchel hätte ich gerne, aber den bekommt man von Mainz nicht weg...

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    Antwort auf "Bruno raus!?"
  4. Wenn Spieler nach nicht einmal einer Woche Abwesenheit derart große Konditionsprobleme haben, dann kann dies doch im Grunde nur an Sammer selbst liegen.

    Spieler können nun einmal nicht gescheit trainieren, wenn sie sich vor, während und nach dem Training ständig die Ohren zuhalten müssen, um dem Sammer-Smog zu entgehen. Auf Dauer bekommen sie dadurch auch nicht alles mit, was der Trainer sagt, und können dann während des Spiels nicht dessen Anweisungen richtig umsetzen.

    Tzz, tzz, tzz.

    Was soll mann/frau dazu sagen?

    ;-)

    2 Leserempfehlungen
  5. 8. Sammer

    ist nur lächerlich.
    Zwei spanische Vollprofis haben also nach einer knappen Woche Abwesenheit
    ihre Kondition verloren. Wie wäre es man kritisiert deswegen mal lieber seinen hauseigenen spanischen Trainer ? Ich freue mich schon auf die Reaktionen der spanischen Medien.

    2 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 19. August 2013 15:07 Uhr

    was hat der FCB seit dem Amtsantritt des lächerlichen Herrn Sammer gewonnen? Das Triple, so ich mich recht entsinne und mehr Spiele, als je ein Bundesligist zuvor in einer Saison?
    Ich versteh es nach wie vor nicht, warum Sammer bei vielen, einschließlich der ZO Redaktion so wahnsinnig schlecht wegkommt? Man kann es doch am Ende immer nur von Außen betrachten, was er leistet, aber mir erscheint es so, als hätten Heynckes, Hoeneß, Rummenige und viele Spieler eine sehr hohe Meinung von ihm. Ich frage mich, wenn man es zusammenrechnet, wieviele Stunden in der Woche Sammer etwas innerhalb des FCB spricht und warum dann nur eine Aussage und in der Regel immer die motzige genommen und als Aufhänger genommen wird?
    Zum Spieltag selbst. Der nicht so optimale Start der Schalker sollte viele andere Vereine, die auf die Cl schielen freuen. Fragt sich, ob sie selbst ihre Chancen nutzen.
    Zu Spanien sei noch vermerkt, dass es doch eine tolle Entwicklung ist: Die Vereine der Liga haben zusammen durch Transfers ein + von 136Millionen gemacht. Im Vergleich dazu Frankreich: 163Mio Minus. und England 367Millionen Minus.
    http://www.transfermarkt.de/de/premier-league/transferuebersicht/wettbew...
    Dauerhaft wird es der spanischen Liga, im Gegensatz zur englischen gut tun, sich gesundzuschrumpfen.

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