FußballSchalke kämpft sich in die Champions League

Schalke 04 darf in der Königsklasse ran. Vor leeren Rängen beim Qualifikationsrückspiel in Saloniki erlöst Adam Szalai den Klub – und sichert die Millionen.

PAOK Saloniki – FC Schalke 04 2:3 (0:1)

Der FC Schalke 04 hat den Einzug in die Champions League geschafft. Dank zweier Tore von Adam Szalai (43./90.) gewannen die Gelsenkirchener im Geisterspiel beim Huub-Stevens-Klub PAOK Saloniki und ziehen nach dem 1:1 aus dem Hinspiel zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte in die Gruppenphase der Königsklasse ein. Damit sicherte sich der Verein etwa 20 Millionen Euro Startgeld.

Vor leerer Kulisse – nur etwa 150 mitgereiste Schalker Fans und die Delegationen beider Klubs saßen auf der Tribüne – bewiesen die Schalker mit ihrer Leistung allerdings, dass sie ihre Krise noch nicht überwunden haben. In einem äußerst schwachen Spiel blieben die Königsblauen vor allem in der Offensive verbesserungsbedürftig.

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Der zuletzt angeschlagene Jefferson Farfan konnte dem Spiel ebensowenig wie Draxler die erhofften Impulse geben. Beim Ausgleich ließ sich auch die Abwehr geradezu überrumpeln. Der frühere Schalke-Coach Stevens hatte seine PAOK-Mannschaft mit zwei Spitzen nominell offensiver aufgestellt als im Hinspiel, dennoch agierten die Griechen ähnlich zurückhaltend wie in Gelsenkirchen.

Die Schalker begannen zunächst vielversprechend. Beim Kopfball von Jones verhinderte PAOK-Torhüter Jacobo Sanz nach gerade einmal zwei Minuten die mögliche Gäste-Führung. Doch der anfängliche Schwung flachte schnell ab.

Ab der 64. Minute in Unterzahl

Von dem vorher beschworenen Willen, das fürs Weiterkommen benötigte Auswärtstor zu erzielen, war wenig zu sehen. Mit fortschreitender Spieldauer häuften sich die Unzulänglichkeiten in den Aktionen der Gelsenkirchener, die in der Vorwärtsbewegung ohne Tempo und Kreativität agierten. Als die Griechen merkten, dass in Schalkes Offensive kaum etwas zusammenlief, wurden sie mutiger. Nach 38 Minuten gab Miroslav Stoch, Ausgleichsschütze aus dem Hinspiel, den ersten gezielten Schuss auf das Tor von Timo Hildebrand ab.

Erst kurz vor der Pause gelang den Schalkern der erste durchdachte Angriff des Spiels. Jones spielte einen langen Pass auf Atsuto Uchida, der den Ball mit der Brust mitnahm und in die Mitte auf Szalai spielte. Dessen Direktabnahme landete im Tor der Griechen. Die Freude über die Führung war allerdings sieben Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit schon wieder verflogen. Mit einem einfachen Pass in die Spitze düpierte der überragende Lucas Schalkes Abwehrspieler Felipe Santana und Benedikt Höwedes – Athanasiadis traf aus 16 Metern genau in den Winkel (52.).

Als Jones wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Feld musste, wurde es für Schalke gefährlich (64.). Doch dann schickte der eingewechselte Youngster Max Meyer seinen Mittelfeldkollegen Draxler steil, der den Ball aus spitzem Winkel zum 2:1 im Tor unterbrachte (67.). Nachdem Konstantinos Katsouranis für Saloniki aber noch ein weiteres Mal ausgleichen konnte (79.), befreite erst Szalais Tor in der letzten Minute der regulären Spielzeit die Schalker von allen Sorgen.

PAOK Saloniki: Sanz - Kitsiou, Katsouranis, Vítor, Skondras - Tziolis, Kace - Lucas (80. Georgiadis), Stoch - Salpingidis (74. Oliseh), Athanasiadis (74. Necid)
FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Felipe Santana, Höwedes, Fuchs - Höger, Jones - Farfán (83. Matip), Draxler, Clemens (61. Meyer - 70. Neustädter) - Szalai
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande) - Zuschauer: 500 Tore: 0:1 Szalai (43.), 1:1 Athanasiadis (53.), 1:2 Draxler (67.), 2:2 Katsouranis (79.), 2:3 Szalai (90.)
Gelbe Karten: Kitsiou / Felipe Santana
Gelb-Rote Karten: - / Jones (64./wiederholtes Foulspiel)
Beste Spieler: Lucas, Stoch / Draxler, Szalai

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Leserkommentare
  1. Egal wie schlecht Schalke zur zeit spielt und gespielt hat,hat trotzdem die bessere Mannschaft das weiterkommen erreicht.Den Schalkern ist noch viel luft nach oben und die sind in der lage dies zu schafen.Man hat deutlich den unterschied zweier Liga sehen koennen,an qualitaet,durchltevermoegen und siegeswillen.Auch wenn die tribuenen voll gewesen waeren glaube ich nicht das es was aendern wuerde,Schalke hat erfahrung damit.
    Schalke musste,P.A.O.K. wuerde gerne weiterkommen und nur so kann ich das teilweise schlechte spiel der Schalker begruenden.Was auf jeden fall verbesserungs beduerftig ist,ist der Trainer...der quaselt was von Raupen...
    P.A.O.K...guter versuch,du hast unsere Herzen teilweise hoeher schlagen lassen.Vielleicht hast du dich bis Europa-League anfaegt etwas besser eingespielt.
    Huub Stevens...hut ab!!!

  2. Na, da hat Schalke es spannend gemacht. Zum Spiel muß man nicht viel sagen, sagen wenn mal ein Pass ankam wurde es gefählich, 3 Tore bei geschätzten 90% Fehlpässen, ist ja auch nicht schlecht.
    Aufallend ist, das es offenbar einige Spieler gibt, die jedes zurücklehnenmal wenn Schalke einen minimalen Vorsprung hat. Da ist es dann wiederum fast erstaunlich, das sie es dennoch geschafft haben, das lag aber wohl an Draxler und einem 17jährigen der ganze 9 Minuten gespielt hat.
    Einer der wenigen, der immer dran bleibt und der Mannschaft den notwendigen Tritt geben will ist Jones. Aber er ist eben Jones und das endet meist mit einer Gelb-Roten Karte.
    Viel Schukd da tatsächlich Keller hat, ist fraglich, er ist nicht der erste Trainer, der an der Mentalität der Mannschaft scheitert (noch ist er ja Trainer). Seine taktische Herrausnahme von Max, der als einer der Wenigen für Entlastung hätte sorgen können, wärend 9 anderen Spieler, ab Minute 80 die Zunge auf dem Boden hing, halte ich aber für einen schlechten Witz.Ein Glück, das es trotzdem gut gegangen ist.
    Wer meint, das Problem wäre mit 2-3 Zukäufen behoben, der muß ein ganz besonderer Held sein.

  3. Gestern hat Schalke eindeutig von einem leeren Stadion profitiert. Man stelle sich vor, das Stadion wäre gestern mit fanatischen Fans gefüllt gewesen. So wie die Schalker Spieler Pudding in den Beinen hatten und die Hosen voll, wären sie eingeschüchtert geschlagen worden.

    Gestern hat man einerseits begreifen müssen, wie wichtig Zuschauer für den Fußball sind und andererseits welchen immensen Einfluss Zuschauer auf die Heimmannschaft ausüben können, in dem sie die Mannschaft nach vorne peitschen und die gegnerische Mannschaft einschüchtern.

    Im ZDF wurde kurz angerissen, ob so ein Geisterspiel die richtige Maßnahme ist. Ich halte die Maßnahme für absolut korrekt und gestern wurde sie bestätigt, der Verein und insbesondere seine Fans wurden gestern für ihr Fehlverhalten extrem bestraft. Man kann nur hoffen, dass die Fans daraus eine Lehre ziehen. Der Verein sollte künftig effektivere Maßnahmen einleiten, um ihre Fans besser im Griff zu haben. Allerdings gehen viele Vereine, die den harten Kern ihrer Fanschaft nicht verschrecken wollen, zimperlich mit ihnen um.

  4. Habe beim Platzverweis von Jones zugeschaltet. Abgesehen von den Aktionen Draxlers war es in der letzten halben Stunde eher ein Grottenkick. Da guckt man sich doch lieber die 3. Liga an.
    Trotzdem Glückwunsch an die Schalker, vielleicht gelingt es ihnen ja zukünftig, mal wieder attraktiven Fußball zu spielen.
    Allerdings bin ich skeptisch, was die zu erwartenden Millioneneinnahmen aus der CL berifft. Man darf gespannt sein, wie Schalke die verbrennen wird.

    • Voce
    • 28. August 2013 16:49 Uhr

    und haarscharf an der Blamage vorbei.
    Aber nach Medienberichten "verstärkt" sich Schalke nun , Aogo , vom HSV nicht mehr benötigt, soll kommen.
    Ich hätte da auch noch einen Tipp für eine Verstärkung : Kai Lehmann vom BSV Hintertupfing.

  5. auf einen Gegner zu treffen. der noch schlechter als sie selbst waren.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, cw
  • Schlagworte Benedikt Höwedes | Fußball | Timo Hildebrand | FC Schalke 04 | FC Schalke 04 | Gelsenkirchen
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