Schalke gegen Saloniki : Schalke kritisiert Polizeieinsatz gegen seine Fans

Mindestens 30 Menschen sind bei einem Polizeieinsatz gegen Fans des FC Schalke 04 verletzt worden. Die Polizei hatte versucht, ein provozierendes Banner zu entfernen.
Polizeieinsatz bei dem Spiel FC Schalke gegen PAOK Saloniki © Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat den Polizeieinsatz während des Playoff-Hinspiels zur Champions League gegen PAOK Saloniki am Mittwochabend als "unverhältnismäßig" kritisiert. "Wir können dies absolut nicht gutheißen und bringen dafür nicht das geringste Verständnis auf", sagte Schalkes Geschäftsführer Peter Peters über den Einsatz. Er fordert eine Aufarbeitung des Vorfalls.

Schalke-Fans hatten in der Nordkurve ein Banner befreundeter Fans des mazedonischen Klubs Vardar Skopje aufgehängt. An dem Banner mit der Aufschrift "Komiti Skopje" hatten sich die griechischen Fans gestört. Skopje ist die Hauptstadt Mazedoniens, Griechenland und Mazedonien liegen seit vielen Jahren im Konflikt.

Wie die Polizei erklärte, fühlten sich die Gästefans "als Volksgruppe beleidigt und erheblich verunglimpft". "Nach Aussage eines der griechischen Polizeibeamten handelte es sich bei dem Inhalt des Banners um volksverhetzende Tatbestände", teilte die Polizei in ihrer offziellen Stellungnahme am Donnerstag mit. Die mehr als 2.000 griechischen Fans hätten mit Blockstürmen, Spielfeldsturm und Spielabbruch gedroht, sollte das Banner nicht entfernt werden.

Die Polizisten stürmten daraufhin den Gelsenkirchener Fanblock und versuchten mit Pfefferspray und Gummiknüppeln die Entfernung des Transparents durchzusetzen. Laut Polizeiangaben mussten nach der Aktion wegen des Pfeffersprays 30 Personen vom Sanitätsdienst mit Augenspülungen versorgt werden. Augenzeugen berichten, dass selbst Sanitäter und Helfer, die verletzte Jugendliche aus der Menge führen wollten, Pfefferspray abbekamen. Ein Video, das Fans auf Youtube geladen haben, zeigt das Vorgehen der Polizei.

Die Polizei rechtfertige den Einsatz: "Zur Sicherung des polizeilichen Einsatzes und insbesondere zum Schutz der eingesetzten Kräfte war ein massiver Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock notwendig." Bei einer Eskalation zwischen den Schalker Fans und den Fans von Saloniki wären "Leib und Leben zahlreicher, auch unbeteiligter Zuschauer gefährdet worden". 

In der Fanszene herrscht Unverständnis. "Das hat es vorher noch nie gegeben", sagt Markus Mau vom Schalker Fanprojekt dem Magazin 11 Freunde. Das Banner hing bereits bei früheren Spielen in der Kurve. Beim Spiel gegen Olympiakos Piräus im Herbst 2012 störten sich griechische Fans und Offizielle ebenfalls an dem Banner, die Polizei entschied damals jedoch, nicht einzuschreiten. Es blieb ruhig.

Bereits am vergangenen Wochenende kesselte die Polizei vor einem Bundesliga-Spiel drei Ultragruppen von Borussia Dortmund ein. Sie suchten nach Banner mit diffamierenden Sprüchen, fanden aber nichts. 

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