FußballDeutschland startet mit Remis in die WM-Saison

Die deutsche Fußballnationalelf hat im ersten Länderspiel der neuen Saison 3:3 gegen Paraguay gespielt. Die Südamerikaner legten die Defensivschwächen der DFB-Elf offen.

Deutschland – Paraguay 3:3 (2:3)

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat die WM-Saison mit einem 3:3 (2:3) gegen Paraguay eröffnet. In dem Testspiel in Kaiserslautern zeigte die von Joachim Löw trainierte Auswahl vor allem im Defensivspiel Schwächen. Im Kalenderjahr 2013 hat das DFB-Team in sechs Spielen nun schon elf Gegentore kassiert. 

Gegen Paraguay lag die Mannschaft bereits nach 13 Minuten gegen die in der WM-Qualifikation gescheiterten Südamerikaner durch Tore von Ariel Núñez (9.) und Wilson Pittoni (13.) mit 0:2 zurück. Ilkay Gündoğan (18.) und Thomas Müller (31.) glichen vor 47.522 Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion zwar aus. Kurz vor der Pause brachte Miguel Samudio (45.+1) die Gäste aber erneut in Führung, ehe der eingewechselte Lars Bender (75.) noch das Remis rettete.

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Schon in der Vorsaison wurde häufig die fehlende Balance zwischen Offensive und Defensive kritisiert. Dies scheint auch in dieser Spielzeit zum größten Problemfall für Löw zu werden. Gegen Paraguay präsentierte sich die Abwehr vor allem in der ersten Halbzeit anfällig. So hebelte Paraguay die Innenverteidigung um Mats Hummels und Per Mertesacker beim dritten Gegentreffer mit zwei einfachen Pässen aus.

Im Spiel nach vorne mühte sich Mesut Özil nach Kräften, eine Linie zu finden, doch ihm und einigen anderen war die fehlende Wettkampfpraxis nach der Sommerpause deutlich anzumerken. Miroslav Klose, der ebenso wie die sechs Auslandslegionäre im Kader noch kein Pflichtspiel absolviert hat, lief vergeblich seinem 68. Länderspieltor hinterher, mit dem er den Rekord von Gerd Müller eingestellt hätte. Dabei hatte der Wahl-Römer an seiner alten Wirkungsstätte am Betzenberg gleich dreimal die Gelegenheit dazu. In der 9. Minute schloss Klose selbst ab und übersah den besser postierten Özil, wenig später landete sein Lupfer auf dem Tor (11.), schließlich spitzelte er den Ball aus aussichtsreicher Position vorbei (38.). Nach 54 Minuten wurde er durch Mario Gomez ersetzt.

Wieder liegt Deutschland früh 0:2 zurück

Im 95. Länderspiel mit Löw als Bundestrainer machte die deutsche Mannschaft da weiter, wo sie vor zweieinhalb Monaten in den USA aufgehört hatte. In der Partie gegen die Vereinigten Staaten hatte die Auswahl nach 16 Minuten ebenfalls früh 0:2 zurückgelegen. Gegen Paraguay lief Ariel Núñez nach einem schnellen Pass in die Spitze seinem schlecht postierten Widersacher Hummels davon und ließ Neuer mit seinem Schuss keine Chance. Knapp vier Minuten später leitete ein Ballverlust von Sami Khedira vor dem eigenen Strafraum den nächsten Gegentreffer ein. Pittoni schloss aus etwa 20 Metern ab und traf zum 2:0.

Löw tobte regelrecht an der Seitenlinie und war auch durch den schnellen Anschlusstreffer von Gündoğan kaum zu besänftigen. Der zuletzt an Rückenproblemen laborierende Dortmunder nahm aus 16 Metern Maß und überwand Justo Villar im Tor der Gäste. Nachdem Gündoğan wenig später nach einer Ecke von Victor Ayala auf der Linie stehend das 1:3 verhindert hatte (24.), musste er wegen erneuter Schmerzen im Rücken vom Platz und Lars Bender weichen. 14 Minuten vor der Pause schien der Fehlstart dann wettgemacht, als Müller einen 50-Meter-Diagonalpass von Hummels zum 2:2 nutzte. Doch noch vor der Halbzeitpause erzielte Samudia das 2:3 für Paraguay.

In der zweiten Hälfte war die deutsche Mannschaft bemüht, strukturierter zu spielen und verhinderte weitere Konter der Südamerikaner. Trotz klarer Überlegenheit gelang Bender aber erst eine Viertelstunde vor Schluss der erneute Ausgleich. Weitere gute Gelegenheiten durch die eingewechselten Lukas Podolski und Marcell Jansen blieben ungenutzt.

Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker (46. Boateng), Hummels, Schmelzer (81. Jansen) - Khedira, Gündoğan (27. L. Bender) - Müller (81. Schürrle), Özil, Reus (62. Podolski) - Klose (54. Gomez)

Paraguay: Villar (46. Fernandez) - Candia, da Silva, Aguilar, Samudio (54. Melgarejo) - Ayala, Ortiz, Pittori (62. Romero), Fabbri (62. Rojas) - Santa Cruz (82. Sanabria), Ariel Núñez (46. Riveros) 

Schiedsrichter: Bebek (Kroatien)

Zuschauer: 47.522 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Ariel Núñez (9.), 0:2 Pittoni (13.), 1:2 Gündoğan (18.), 2:2 Thomas Müller (31.), 2:3 Samudio (45.+1), 3:3 L. Bender (75.)

Gelbe Karten: L. Bender / Ayala, Romero, da Silva

Beste Spieler: L. Bender, Reus / Ariel Núñez, Villar

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Leserkommentare
  1. Vielleicht können wir ja doch noch Jupp Heynckes überreden einen WM-Titel für uns zu holen - das fehlt noch in seiner Trophäensammlung ;)

    3 Leserempfehlungen
  2. ... 6 : 0 gewonnen. Die Bayern-Elf vom letzten Freitag aber auch nicht: Ähnliche Probleme nämlich ... Die Abwehr halt ...

  3. ich glaube nicht, dass Klose auch nur im Ansatz daran denkt, wissend, dass Müller diese 68 Tore in 62 Spielen erzielt hat.
    Sehr ärgerlich ist die Verletzung von Gündogan, was erneut die Frage nach dem Sinn dieses Länderspiels aufwirft. Glaube, da wäre eher ein - zwei Trainingslager für die NM sinnvoller.

    2 Leserempfehlungen
  4. 7 (sieben) Tore gegen die USA und Paraguay zu kassieren - auf welchem Kontinent findet nochmal die nächste WM statt?

    Löws Aggressiv-Philosophie in allen Ehren. Mit DER Abwehrleistung jedoch wird das Projekt "Brasilien" zu 100 % in die Hose gehen - auch ohne die schon jetzt vorgestanzten Ausreden "Hitze", "lange Saison", "ungenügende Vorbereitungszeit" oder "verletzte Spieler". Interessiert keinen!

    Beim ersten Gegentor hat Khedira sich der Lächerlichkeit preis gegeben, beim zweiten mußte Lahm zur Kenntnis nehmen, dass seine Offensiv-Qualitäten in der Nationalmannschaft nicht so zum Tragen kommen dürfen wie in der Vereinsmannschaft.

    Stürmer, die auf Dauer einen 2-Tore-Rückstand aufholen können, sind weder in der Person von Klose noch Gomez vorhanden. Stefan Kießling dürfte nach dem heutigen Abend wieder eine ernst zu nehmende Option geworden sein - inmitten der Stamm-Elf - versteht sich.

    Und ein Khedira ohne Schweinsteiger - vergiß es!

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    kreiden Sie Fehler an, aber die Herren Mertesacker und Hummels erwähnen Sie mit keinem Wort? Das verwirrt, bedenkt man derer beiden Rolle bei den Gegentoren.

  5. Der Manuel Neuer hatte auf Schalke ne bessere Abwehr als in der Nationalmannschaft, der konnte einem ja heute so echt leid tun... man hat es auch im Fernsehen gesehen, als er ohne Worte sagte: "Ach leckt mich doch am Arsch......".Zur Halbzeit hatte der keinen Bock mehr. Verständlich. Herr Löw, bei allem Respekt, wo bleibt die ordentliche Ausbildung der Verteidiger, die grätschen, rennen und Bälle zurückholen? Man ist versucht zu rufen: "Jürgen Kohler, Fussballgott", doch auch er hätte heute keinen einzigen Ball erlaufen, denn er wäre auch fürchterlich alleine gewesen, bei dieser Leistungsverweigerung des Mittelfelds. Oder haben SIE denen gesagt, sie sollen bloß nicht nach hinten arbeiten? Eine so überhebliche und arrogante Vorstellung habe ich noch nie von einer Nationalmannschaft gesehen.

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  6. kreiden Sie Fehler an, aber die Herren Mertesacker und Hummels erwähnen Sie mit keinem Wort? Das verwirrt, bedenkt man derer beiden Rolle bei den Gegentoren.

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    Hallo Cäsar,
    wenn Sie schon Namen erwähnen, warum nicht den von Neuer?
    So wie der am Ball vorbeigesegelt ist, und das bei einer normalen Ecke, das war kein Empfehlungsschreiben für eine weitere Verwendung.
    Hätte Gündogan da nicht gerettet, hätte es ein 4. Gegentor gegeben.
    Also, für alle Spieler ein gebrauchter Tag.

    Und wo war Völler? Der packt es auch nicht mehr. Die Jungs haben keine Lust mehr. Man sieht es deren Gesichter an. Mutlos und Müde. Der hintere linker Flanke war so löcherich wie eine schweitzer Käse. Aber der Käse stinkt von allen Seiten. Auch rechts vorne und grade in der Mitte.
    Einen schönen Tag noch.

    Sie haben vollkommen Recht.

    Mertesacker gehört meiner Ansicht nach ohnehin nicht in die Nationalelf und bei Hummels muss man seit der letzten Saison leider immer mit derartigen Aussetzern rechnen.

    Bei Lahm und Khedira kam das bislang nur sehr selten vor.

  7. Hallo Cäsar,
    wenn Sie schon Namen erwähnen, warum nicht den von Neuer?
    So wie der am Ball vorbeigesegelt ist, und das bei einer normalen Ecke, das war kein Empfehlungsschreiben für eine weitere Verwendung.
    Hätte Gündogan da nicht gerettet, hätte es ein 4. Gegentor gegeben.
    Also, für alle Spieler ein gebrauchter Tag.

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    Antwort auf "Khedira und Lahm"
  8. Und wo war Völler? Der packt es auch nicht mehr. Die Jungs haben keine Lust mehr. Man sieht es deren Gesichter an. Mutlos und Müde. Der hintere linker Flanke war so löcherich wie eine schweitzer Käse. Aber der Käse stinkt von allen Seiten. Auch rechts vorne und grade in der Mitte.
    Einen schönen Tag noch.

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    Antwort auf "Khedira und Lahm"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, cwe
  • Schlagworte Joachim Löw | Fußball | Lukas Podolski | Mario Gomez | Mesut Özil | Miroslav Klose
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