Bundesliga-Vorschau : Auswärts können Bayern-Fans noch singen

Der FC Bayern schikaniert seine Fans, Dortmunds unaussprechlicher Neuzugang ist fit und Frank Rost sorgt auch im Handball für Chaos. Alles Wichtige zum 2. Spieltag
Bayern-Fans, hier eher traditionell unterwegs © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen (Samstag, 15:30 Uhr)
VfL Wolfsburg - FC Schalke 04
Werder Bremen - FC Augsburg
SC Freiburg - 1. FSV Mainz 05
Hamburger SV - 1899 Hoffenheim
Eintracht Frankfurt - Bayern München
Bor. Mönchengladbach - Hannover 96 (Samstag, 18:30 Uhr)
1. FC Nürnberg - Hertha BSC (Sonntag, 15:30 Uhr)
Borussia Dortmund - Eintracht Braunschweig (Sonntag, 17:30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Bayern. Zum Saisonauftakt musste Pep Guardiola noch auf die beiden Neuen verzichten, mit denen er seine Fußball-Idee umsetzen möchte. Nun sind Thiago Alcántara und Mario Götze dabei. Für die Frankfurter Eintracht, die am ersten Spieltag von Hertha BSC mit 6:1 verhauen wurde, könnte das böse ausgehen. Einiges los sein dürfte auch auf den Tribünen: Die Frankfurter Fans gehören ohnehin zu den stimmgewaltigsten der Liga. Die anwesenden Bayern-Fans werden ihnen ein gutes Echo sein. Sie freuen sich derzeit besonders auf Auswärtsspiele, weil sie zu Hause gar nicht mehr erwünscht sind. Die Südkurve kämpft um ihr Überleben. Seit dieser Saison hat die Münchner Arena den kleinsten Stehplatzbereich der Liga. Drehkreuzkontrollen verhindern nun, dass sich Ultras in den Blöcken der Südkurve sammeln, die dafür eigentlich keine Tickets haben. Vorher wurde das geduldet. Dazu passt, dass der FC Bayern für den Dialog mit seinen Fans schon vor längerer Zeit einen Mann namens Wolfgang Salewski engagiert hat. Sein früherer Job: Anti-Terror-Experte.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Gladbach gegen Hannover firmiert als Topspiel des Wochenendes. Wieso nur? Vielleicht hoffen die Spieltagsplaner auf eine Neuauflage des Spiels von 2009. Damals gewann Gladbach 5:3, dank dreier Eigentore von Hannover. Seitdem gab es im Borussia-Park nur noch mäßig unterhaltsame Aufeinandertreffen. So wird die Spannung der Veranstaltung wohl in der Halbzeitpause ihren Klimax erreichen: "Du gegen Jünter" ist nicht etwa ein neues Format im Privatfernsehen, sondern im Borussia-Park. Zuschauer können gegen das Fohlen Jünter, das Gladbacher Maskottchen, antreten. Ob im Elfmeterschießen oder im Lasagne-Wettessen ist noch nicht bekannt. Jünters Namensgeber war übrigens Günter Netzer. Liebe U-40-Leser, das ist nicht nur der ehemalige, kauzige ARD-Experte, der von Gerhard Delling keine Cola wollte, sondern war auch mal ein großartiger Fußballer. Damals, als Gladbach fast jede Woche noch ein Topspiel hatte.

Wer steht im Blickpunkt?

Dortmunds Neuzugang Henrikh Mkhitaryan, der seine Verletzung auskuriert hat und nun einsatzbereit ist. Seine fußballerischen Qualitäten sind unbestritten, nicht aber die Aussprache seines Namens. Sprachwissenschaftler empfehlen: Mchi-tar-jahn, wobei einige noch ein weiteres "i" nach dem zweiten Buchstaben hinzufügen. Der Versuch der Bild, "Mücke" als Spitznamen zu etablieren, ist gescheitert. Ansonsten hat sich offenbar "Micki" eingebürgert. Aber am besten ist es wohl, man hält es wie Mkhitaryans frühere Kollegen. Die haben ihn schlichtweg "Heno" gerufen. Das mit dem "i" wäre hier aber wohl weniger vorteilhaft. Egal, Hauptsache, er ist an Bord:

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Kommentare

22 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Neuer Typus Fan

Es ist klar, worauf die Bayern-Führung hinauswill. Sie möchte den passiv konsumierenden Fan in der Arroganz-Arena etablieren und die restlichen traditionellen Fans (oder gar Ultras) rausekeln. Dieser neue Typus Fan soll lieber sitzen als stehen, lieber mal kurz klatschen als Fangesänge anstimmen, Auswärtsspiele lieber bei Sky konsumieren als selber mitfahren und natürlich lieber keine Aktivität zeigen als dass er durch sein Verhalten (oder sein Aussehen) am Ende noch einen zahlungskräftigen Kunden vergrault.

Neben Bayern taucht dieses Prinzip nun schon bei zwei Erstligavereinen auf. Dass bei Hoffenheim der alte Typus Fan nie vorhanden war, macht es auch nicht besser. Und mit Red Bull Leipzig sitzt der dritte Verein schon in Wartestellung.

Es wird schwer, aber wehren muss man sich trotzdem. Pro Schickeria!