Bundesliga-Vorschau : Die Stadionwurst ist eine Autorität

Alles freut sich auf den ersten Spieltag, nur Freiburgs Trainer Christian Streich nicht. Vielleicht, weil es bald einen Veggie-Matchday geben könnte. Unsere Vorschau

Wer spielt wann gegen wen?

Bayern München - Borussia M'gladbach (Freitag, 20:30 Uhr)
1899 Hoffenheim - 1. FC Nürnberg (Samstag, 15:30 Uhr)
Bayer 04 Leverkusen - SC Freiburg
Hannover 96 - VfL Wolfsburg
FC Augsburg - Borussia Dortmund
Hertha BSC - Eintracht Frankfurt
Eintracht Braunschweig - Werder Bremen (Samstag, 18:30 Uhr)
1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart (Sonntag, 15:30 Uhr)
FC Schalke 04 - Hamburger SV (Sonntag, 17:30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Stecktabellen sind angebracht, die Sonderhefte studiert, die Wettrunden mit den Kollegen im Büro ausgemacht, die Biere gekühlt: Endlich wieder Bundesliga! Besonders im Fokus steht natürlich das Eröffnungsspiel. Der Meister Bayern München empfängt Borussia Mönchengladbach (ab 20.30 Uhr in der ARD und im Live-Blog von ZEIT ONLINE), eine spannende Angelegenheit. Wirklich! Dass die Begegnung bereits vor dem Anpfiff entschieden ist, war auch vor zwei Jahren die landläufige Meinung. Damals reisten die Gladbacher ebenfalls am ersten Spieltag nach München – und siegten dort mit 1:0, weil Manuel Neuer in seinem ersten Bundesligaspiel für Bayern tölpelhaft am Ball vorbeitatschte. Übrigens kommt diese Partie auch mit einer gewissen politischen Empfehlung daher. Unsere Umfrage nach den Sympathiewerten der Fußballklubs zeigt, dass keines der Spiele am Auftaktwochenende mehr Bundestagsabgeordnete bewegt. 53 halten zum FCB, ihnen stehen elf Gladbach-Fans entgegen. Für wen Angela Merkels Herz schlägt, verriet sie nicht. Sie konnte sich wohl mal wieder nicht entscheiden. Vielleicht ist ihr dieses Schema eine Hilfe:

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Keines. Schließlich mussten alle lange auf dieses Wochenende warten.

Wer steht im Blickpunkt?

Die Stadionwurst. Sie ist ein Ritual für die meisten Fußballfans. An den Ständen wird sie seit jeher liebevoll mit Senf oder Ketchup beträufelt, nur die Portionierung ist modernisiert worden: Dosierhebel, Eimerpumpen oder das Modell "Spenderkuh" verhindern am Saucen-Buffet die Sauereien früherer Zeiten. Auch in dieser Erstliga-Saison werden wieder gut zwei Millionen Würste verkauft. Das entspricht etwa 360 Darmkilometern. Die Verantwortlichen der Vereine halten daher allesamt wenig von einem Veggie-Matchday, also einem Stadionverbot für Würste. Nicht nur die Frankfurter und Nürnberger: "Wir würden den Zorn abertausender Fans auf uns ziehen", lautet beispielsweise die Begründung des FSV Mainz. Die Stadionwurst ist eine Autorität. Ein wenig aber reagieren die Vereine doch auf den Wandel der Esskultur: In Wolfsburg gibt es eine vegetarische Currywurst, in Freiburg den Veggie-Döner und in Hamburg das Landbrot mit Bärlauchcreme. Vielleicht ist das ja lecker. Aber es ist keine Stadionwurst. 

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren