Olympia Sotschi : IOC fürchtet wegen Homosexuellen-Protest ums Geschäft

Demonstrationen gegen Homophobie in Russland könnten Sponsoren vergrätzen, warnt das IOC. Auch Sotschis Organisationschef hätte das Thema gern endlich vom Tisch.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) macht sich Sorgen wegen möglicher Proteste gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland während der Winterspiele 2014 in Sotschi. Zahlreiche IOC-Sponsoren würden bei Demonstrationen negative Folgen bis hin zu finanziellen Ausfällen befürchten, erklärte IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg bei der 125. Vollversammlung in Buenos Aires. "Das könnte viel für uns kaputtmachen. Wir müssen vorbereitet sein", sagte Heiberg.

Sotschis Organisationschef Dmitri Tschernyschenko sagte, es sei "sehr wichtig, die Unterstützung des IOC zu haben, um die Kampagnen und Spekulationen zu stoppen". Die russische Regierung habe unmissverständlich erklärt, das Gesetz würde die Spiele nicht beeinflussen, bekräftigte Tschernyschenko und forderte das IOC auf, "diese Botschaft an alle weiterzuleiten, die weiter über dieses sehr transparente Thema spekulieren".

Debatten über das Gesetz, das die öffentliche Darstellung von Homosexualität in Russland im Beisein von Minderjährigen unter Strafe stellt, begleiten seit Wochen die Vorbereitungen auf die Spiele. IOC-Präsident Jacques Rogge versuchte beschwichtigend einzuwirken und versprach, das IOC werde die Athleten an ihre Rechten und Pflichten erinnern.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte das umstrittene Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" unterschrieben, das seit dem 30. Juni Äußerungen über Homosexualität im Beisein von Jugendlichen verbietet. Bei Verstößen drohen Geldstrafen zwischen umgerechnet rund 120 und 23.000 Euro oder bis zu 15 Tage Haft. Ausländer können des Landes verwiesen werden.

Auch US-Präsident Barack Obama hatte die umstrittenen Gesetzgebung kritisiert. Aktivisten riefen zu einem Boykott der Spiele auf. Diese Forderungen waren von Obama und dem britischen Premierminister David Cameron jedoch zurückgewiesen worden.

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