Rekordtransfer : Real Madrid holt Bale für 100 Millionen Euro

Kurz vor Schluss der Transferperiode nimmt der spanische Rekordmeister den Waliser Gareth Bale für sechs Jahre unter Vertrag. Bale kommt von Tottenham Hotspur.

Real Madrid hat den vermutlich teuersten Fußballtransfer aller Zeiten bekannt gegeben. Der spanische Rekordmeister verpflichtet den Waliser Gareth Bale von Tottenham Hotspur. Für den Mittelfeldspieler zahlt Madrid eine Ablösesumme zwischen 91 Millionen und 101 Millionen Euro.

Bale erhält in Madrid einen bis 2019 datierten Vertrag. In der englischen Premier League erzielte der 24-Jährige in 146 Spielen für Tottenham 43 Tore. Für Wales bestritt er 41 Länderspiele und schoss elf Tore.

"Ich hatte sechs sehr glückliche Jahre bei Tottenham, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich zu verabschieden. Mein Traum ist wahr geworden", sagte Bale. Tottenham-Vorstand Daniel Levy sagte: "Wir hatten nicht vor, Bale zu verkaufen. Aber Madrids Interesse und Gareths Wunsch dorthin zu wechseln waren so groß, dass wir zu dem Schluss gekommen sind, der Spieler wäre hier nicht mehr ausreichend engagiert."

Real Madrid war auch für den bislang teuersten Transfer verantwortlich. 2009 zahlte der Klub für den Portugiesen Cristiano Ronaldo etwa 96 Millionen Euro an Manchester United.

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Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Es wurde zusätzlich

auch die Forbesliste verlinkt, aber was ist das schon für eine Liste. Nur weil Real Madrid der profitabelste, wertvollste Klub der Welt ist, hat das ja nichts zu bedeuten ;)
Ich bin wahrlich kein Fan der gmx.Redaktion, aber dieser Artikel fasst einige wichtige Punkte zusammen:http://www.gmx.net/themen...

Nur so aus Neugier: Hat eigentlich der FC Bayern die AllianzArena in Bar gezahlt, oder wird da auch Monat für Monat / bzw. Jahr für Jahr ein Betrag überwiesen? Dann könnte man diese Finanzierung auch "Schulden" nennen ;)

Bauunternehmer und Fernsehen

"Spanische Bauunternehmen sind da sicher uninteressant. Und Fußball ist auch völlig uninteressant für spanische Bauunternehmen."

Hatte nicht Real Madrid lange Zeit von einem Baulöwen erhalten? Der seinerzeit Geld aus öffentlichen Aufträgen erhielt? Und wie kommen die hohen Gelder für Fernsehrechte zustande, bieten da die öffentlichen Sender nicht preistreibend mit oder erwerben die Rechte, die dann den Vereinen Geld in Kasse spülen? Kommt das viele Geld nur duch guten Fußball und freien Wettbewerb, ohne staatliche Protektion dieser Clubs? Dass ein Spieler 100 Mio Euro einspielen kann, scheint mir betriebswirtschaftlich ziemlich abwegig zu sein.

Nachweis bitte!

http://www.ftd.de/sport/f...
Es wäre in der Tat sensationell, wenn Sie gegenteiliges belegen könnten. Und bei wem Real "Schulden" hat ist dabei erstmal irrelevant, weil es nicht die Schuld des Klubs ist, wenn ihnen ein Darlehen gewährt wird. Lustig ist übrigens, dass ein Klub immer als hochverschuldet verschriehen wird, eine Privatperson sein Auto, Haus und Einbauküche nur "finanziert" ;)

Unterschiede

Bei uns lassen sich manche Städte von ihren Fußballvereinen erpressen, andere nicht. Anfang der 1990er Jahre wollte auch der BVB seinen Stadionausbau von der Stadt Dortmund finanziert bekommen, was die verschuldete Stadt aber abgelehnt hat. SV Waldhof Mannheim hatte sich von Mannheim ein neues Stadion bauen lassen und wurde dann in die 3. Liga durchgereicht.

Ich bin kein Intimkenner der Verbindungen von Real Madrid zum Staat. Aber die engen Verbindungen sind dort kein Geheimniss. Bauunternehmer spielen in solchen Kontexten immer eine Rolle und das war auch bei Real so; es sind staatsnahe Bereiche, die anstelle von Korruptionszahlungen teure Spieler mitfinanzieren, um an öffentliche Bauaufträge zu kommen. Zumindest in der Vergangenheit hatte die spanische Öffentlichkeit viel weniger Probleme als die deutsche, wenn die öffentliche Hand Fußballvereine finanziert. Es ist einfach Konsens, dass Real und Barca gute und teure Spieler brauchen und da hat die Politik bislang immer mitgezogen, wie Sie ja selbst einräumen. Deswegen bleibt die öffentliche Unterstützung der Fußballvereine auch bei uns zu kritisieren.

Bei einer Einzelvermarktung der Fernsehrechte würden auch unsere Spitzenvereine ganz anders dastehen und könnten darüber auch höhere Merchandising-Einnahmen generieren. Dann könnte man finanziell mit ManU und Real mithalten, hätte aber die Abstände in der Bundesliga weiter vergrößert. An den institutionellen Unterschieden muss sich auf jeden Fall etwas ändern.

Ich bin nicht sicher

Ob die Kommunen sich immer erpressen lassen, bin ich mir nicht sicher. Man muss eben auch sehen, dass Subventionen durchaus üblich sind. Und (erfolgreicher) Fußball erzeugt neben Einnahmen auch zufriedene Wähler. Das kann schief gehen, aber Nokia war jetzt auch nicht der Höhepunkt erfolgreicher Wirtschaftspolitik.

Was die Verflechtungen zwischen Real und der Politik angeht: Die gibt es sicher und die sind tatsächlich nicht gut. Was mich allerdings stört sind Kommentare, die so tun als wäre das Ausland böse und Deutschland gut. Die sind oft schlicht falsch. So wie hier Real nicht auf die Hilfe der Politik für den Bale Transfer angewiesen ist. Die Politik hat allerdings was mit den Bedingungen für Real zu tun.

Ein Unterschied zwischen Ländern wie Spanien und Deutschland ist übrigens, dass hier erst seit den 60er Jahren professionell gespielt wird und Fußball hier auch lange ein Proll-Image hatte. Beides hilft gegen zu starke Verflechtungen von Politik und Fußball. Ob das allerdings noch so ist? Ich bin nicht überzeugt. Und ja, ich finde man sollte das durchaus kritisch sehen. Und zwar überall. Nur sollte man nicht so tun, als sei Deutschland da wirklich viel besser als Spanien. Schauen Sie sich den Aufsichtsrat der FC Bayern AG an oder wer sich beim HSV tummelt.

Die Einzelvermarktung ist übrigens eine einzige Katastrophe. Italien ist wieder zurück zur Ligavermarktung gewechselt und in Spanien gab es Gerüchte, dass die Liga gesetzlich zur Vermarktung gezwungen werden soll.

Trennung von Politik und Fußball

Die Trennung von Politik und Fußball sollte auch bei uns schärfer sein. Ich bin auch dafür, dass die Fußballvereine (nicht nur bei uns) verpflichtet werden sollten, die Kosten für Polizeieinsätze zu tragen. Die Verbindung zwischen deutscher Wirtschaft und Verein beim FC Bayern finde ich auch problematisch. Um den Fußball zu retten, braucht man eine Art Sportkartellrecht, um marktbeherrschende Stellungen zu unterbinden. In der amerikanischen Basketballliga hat man sich ja auch Einiges einfallen lassen, um den Sport interessant zu halten.

Bayern über alles

ist mir keineswegs entgangen. Der Wert des Kaders beim FC Bayern stimmt mich optimistisch, dass Geld doch nicht alles ist. Aus Sicht des FC Bayern müssten die Fußballregeln geändert werden: das Feld müsste vergrößert werden, damit 15 Spieler auflaufen können. Dann könnte man das finanzielle Polster auch in dauerhafte sportliche Erfolge umwandeln. So leistet man sich den Luxus, Götze für 15 Minuten spielen zu lassen und hat ein Millionenkapital auf der Bank oder gar im Stadion sitzen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht totes (gebundenes) Kapital.

PS: und was hat es dem US Sport genutzt?

Spieler verdienen Gehälter, die man sich hier nicht im Ansatz vorstellen kann. Junge Talente werden auf den Markt geworfen und sind nichts als bloße, talentierte Ware und am Ende nützt es trotzdem nichts, wie man gerade bei den Bulls, Lakers und aktuell Miami sieht. Einen Kobe Bryant, einen LeBron James kann man nunmal nicht ersetzen und entsprechend sind die Verdienste. Dazu noch ein FranchiseSystem, was Klubs die Identität rauben kann. Der US Sport ist für mich in keinster Weise erstrebenswert.