Olympische Spiele : Ringen bleibt nun doch olympisch

Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees hat eine Entscheidung des Exekutivorgans zurückgenommen: Ringen ist bei den kommenden Spielen im Programm.
Ringkampf bei den Olympischen Spielen 2012 in London (Maroi Mezien (links) gegen Isabelle Sambou) © Chris MacGrath/Getty Images

Ringen behält bei den Spielen 2020 und 2024 seinen Status als olympische Sportart. Die 125. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vergab in Buenos Aires den letzten freien Platz im Programm an den Traditionssport. Ringen setzte sich mit 49 von 95 abgegebenen Stimmen vor den Mitbewerbern Baseball/Softball und Squash durch.

Im Februar hatte das IOC-Exekutivgremium beschlossen, dass Ringen aus dem Programm der Olympischen Spiele 2020 gestrichen werden soll. Es begründete seine Entscheidung mit den niedrigen Werten, die das Ringen bei einer detaillierten Analyse aller 26 olympischen Sommersportarten bekam.

Dabei hatte die Programm-Kommission des IOC insgesamt 39 Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität bei Jugendlichen untersucht. Die Entscheidung hatte weltweit Empörung ausgelöst. Der IOC-Präsidentschaftskandidat aus der Schweiz, Denis Oswald, nannte die Entscheidung der Exekutive nun einen Fehler: "Er muss einfach korrigiert werden."

Seit 1896 Teil der Sommerspiele

Die traditionsreiche Sportart ist bereits seit 1896 Teil der Sommerspiele. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 waren 344 Ringer und Ringerinnen am Start. Dabei wurden im Freistil in elf Gewichtsklassen Medaillen verteilt, im griechisch-römischen Stil gab es in sieben Gewichtsklassen Entscheidungen.

Umfassende Regeländerungen in den vergangenen Monaten sollen die Sportart nun wieder attraktiver machen. In Zukunft wird in zwei Runden à drei Minuten gekämpft. Aktivität soll belohnt werden, das Wertungssystem wurde vereinfacht, und es gibt zwei Gewichtsklassen mehr für Frauen. Auch der Fila-Vorstand öffnet sich für Frauen, eine Vizepräsidentin soll her.

Mit der Entscheidung für das Ringen bleibt nun beim Olympia-Programm alles beim alten. Die groß angekündigte Reformpolitik von IOC-Präsident Jacques Rogge beschränkt sich auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

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Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Also bitte?

was hat Squash mit Frisbee zu tun? Vermutlich kennen Sie den Sport gar nicht, daher "geschenkt".

Squash scheitert mittlerweile zum dritten Mal aufgrund der fehlenden Lobby - und sicherlich nicht, weil es der Sport nicht verdient hätte oder ungeeignet wäre.

P.S. Unglücklicherweise habe ich versehentlich auf "Kommentar empfehlen", statt auf "antworten" geklickt - Ihren Kommentar empfehle ich hiermit ausdrücklich NICHT! :-)

schon klar...

... aber ich bezog mich auf den Vergleich Squash mit Frisbee...
Das habe ich - mit allem Respekt für etwaige Frisbee-Sportler - als Beleidigung für die grossartige und traditionsreiche Sportart Squash empfunden.

Womit ich nicht sagen will, dass Ringen nicht bleiben sollte. Ich wäre da eher für einen Austausch von rhythmischer Sportgymnastik durch Squash :o)

Naja, Squash...

ist dank seiner Käfig von hinten-Ansicht nun auch nicht besonders telegen. Zumal selbst das attraktivere Badminton bei den Olympia-Übertragungen eher ein Mauerblümchendasein fristet.

Dass Ringen olympisch geblieben ist, ist schon ok. Zumal die Ringer-Funktionäre sich unter dem Druck ja wohl auch bemüht haben, den Sport attraktiver zu machen (was er teilweise zuvor wirklich nicht war).