Wer spielte wie gegen wen?

Hannover 96 - FSV Mainz 05 4:1
SC Freiburg - FC Bayern München 1:1
FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 2:0
Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 4:1
VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin 2:0
1.FC Nürnberg - FC Augsburg 0:1
Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 4:0
Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 1:2
VfB Stuttgart - TSG Hoffenheim 6:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Hoffenheimer in Stuttgart, die Braunschweiger in Hamburg, die Mainzer in Hannover und die Bremer in Gladbach: Sie alle wurden ohne Spannung vermöbelt. Frankfurt gegen Dortmund war an diesem Wochenende das einzige Spiel zwischen zwei ebenbürtigen Mannschaften, das sich auf einem ordentlichen Niveau zutrug. Entschieden wurde es durch Henrikh Mkhitaryan, den BVB-Neuzugang, der Millionen Euro kostete und doppelt traf. Die Integration der neuen Offensivkräfte gelingt in Dortmund bislang besser als bei den Münchener Bayern. Schon beim ersten Auswärtsspiel war der andere neue, Pierre-Emerick Aubameyang, mit drei Treffern der wichtigste Mann auf dem Platz gewesen. Sehr gut möglich, dass der BVB dank der Verstärkung die Tabellenführung, die er nun schon seit dem zweiten Spieltag innehat, noch für eine ganze Weile behalten wird.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Beim 1.FC Nürnberg feierte der FC Augsburg seinen ersten Auswärtssieg seit März. Ob verdient oder unverdient lässt sich kaum beurteilen, weil ein Fußballspiel über weite Strecken nicht stattgefunden hat. Die Partie bereitete dem Zuseher neben Langeweile vor allem Schmerzen: Der auf dem Boden liegende Nürnberger Ginczek bekam den Stollenschuh des Augsburgers Callsen-Bracker ins Gesicht gebohrt. Die Augsburger Ostrzolek und Mölders wurden im Mittelfeld umgesenst, Letzterer prallte gegen die TV-Kamera am Spielfeldrand. Der Nürnberger Pinola flog vom Platz, weil er seinem Gegenspieler auf den Fuß trat, als der Ball schon lange weg war. Bibiana Steinhaus, die vierte Schiedsrichterin, die das Foul bei den Kollegen gepetzt hatte, wurde noch minutenlang bepöbelt. Diese Partie hätte eigentlich erst nach 22 Uhr oder am besten gar nicht ausgestrahlt werden dürfen.

Wer stand im Blickpunkt?

Kevin Prince Boateng ist wieder in der Bundesliga. Also dieser Rowdy, der einst nachts durch die Straßen Berlins zog und Seitenspiegel von den Autos trat, der in der Nationalelf gegen seinen eigenen Bruder antrat, der Michael Ballack in England derart ramponierte, dass dieser nicht bei der WM 2010 teilnehmen konnte, und dessen Körper mit knapp 20 Tattoos gespickt ist: Boateng ist ein Wolf im Wolfspelz, den sich die wenigsten auf Schalke hatten vorstellen können. Vor allem nicht Jürgen Klopp, der ihm umgehend eine SMS der Verständnislosigkeit zukommen ließ:


Vielleicht hatte Klopp auch ein schlechtes Gewissen, weil er Boateng, der in der Rückrunde 2009 beim BVB spielte, nicht mehr haben wollte. Im Anschluss feierte Boateng seinen Durchbruch. Zunächst mit Ghana bei der WM 2010, danach beim AC Mailand. Und er mäßigte sich im Erzeugen von Skandalen, er wolle "jetzt nur noch nach vorne gucken", sagte er am Samstag. Aber der resozialisierte Boateng ist noch immer ein starker Charakter, der die Bundesliga weiter aufwertet. "Er stellt auf dem Platz etwas dar", sagt sein neuer Teamkollege Julian Draxler. So ein Typ hat den Schalkern zuletzt gefehlt. Die Aura des einstigen Leitwolfs Jermaine Jones ist verblasst, Kyriakos Papadopoulos ist seit vielen Monaten außer Gefecht. In Boateng haben die Schalker wieder einen Anführer, jemanden, an dem sie sich aufbäumen können, einen echten King of Kotelett, würde ein politischer TV-Moderator sagen. Sein erster Auftritt beim Heimsieg gegen Leverkusen war bereits vielversprechend, auch auf seine künftigen Gegner wird Boateng furchteinflößend wirken. Jürgen Klopp wird das beim nächsten Derby bemerken.