Bundesliga-Vorschau25 Millionen Euro Schmerzensgeld wegen Magath

Ein Investor will ein neues Regiment beim HSV durchsetzen, Jürgen Klopp reist zum Vulkan und bei "Mia san Mia" ist Matthias Sammer außen vor. Alles zum 6. Spieltag von 

Felix Magath

Felix Magath  |  © Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Eintracht Braunschweig – Borussia Mönchengladbach (Freitag, 20.30 Uhr)
Hannover 96 – FC Augsburg
VfL Wolfsburg – 1899 Hoffenheim
1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund
FSV Mainz 05 – Bayer Leverkusen
Hamburger SV – Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr)
FC Schalke 04 – Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)
SC Freiburg – Hertha BSC (Sonntag, 15.30 Uhr)
VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr)


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

HSV gegen Bremen, das 99. Nordderby, ein Kellerduell des 14. gegen den 15. Der HSV hat nach der Entlassung von Fink keinen Trainer mehr, dafür einen Kandidaten für das Präsidentenamt, das gar nicht zu vergeben ist. Felix Magath. Der milliardenschwere Investor Klaus-Michael Kühne, der nicht in Senf, sondern Logistik macht, möchte ihn in Hamburg installieren. "Magath ist für mich der Prototyp, der Qualität und Härte mitbringt", sagte er im kicker. Erliegt der HSV der Verlockung des Geldes, kommt Magath, investiert Kühne 25 Millionen Euro. Als neuen Trainer wünscht sich Kühne den ehemaligen Kotrainer Magaths in Wolfsburg, Bernd Hollerbach Exprofi Hans Sarpei schlägt dagegen einen Trainer vor, mit dem der HSV vielleicht nicht mehr Erfolg, aber mehr Spaß haben könnte:

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Stuttgart gegen Frankfurt. Wenn am Sonntag um 18 Uhr der Gong ertönt und die Prognosen für die Bundestagswahl über den Bildschirm flimmern, ist im Gottlieb-Daimler-Stadion noch nicht einmal Halbzeit. Besonders die Eintracht-Spieler werden sich kaum konzentrieren können, sie müssen bangen, wer aus dem Bundestagsfanclub Bundesadler in der nächsten Legislaturperiode überhaupt noch dabei ist.

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Die meisten Fans im Bundestag haben Bayern und Dortmund (je 53). Aber auch das hängt von der Wahl ab, denn es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Parteizugehörigkeit und Fandasein. Wer politisch schwarz-gelb ist, ist es im Fußball nicht. 47 von 53 Bayern-Fans sitzen bislang für Union oder FDP im Parlament. 40 von 53 BVB-Fans kommen dagegen von SPD, Grünen und Linken.

Wer steht im Blickpunkt?

Matthias Sammer. Der Sportdirektor der Bayern warf seiner Mannschaft vor, ohne Emotionen zu spielen. Pep Guardiola müsse jedes Mal eine Brandrede halten, bis die Bayern in die Gänge kämen. Sammers Worte klingen wie ein Appell an ein Team, das nach fünf Spieltagen noch sieglos ist. Doch die Bayern haben viermal gewonnen und einmal unentschieden gespielt.

Uli Hoeneß sagte daher, Sammer solle die Kirche im Dorf lassen und den Finger nicht in eine Wunde legen, die keine sei. Dem Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat das auch nicht gefallen." Beim Wir-, Verzeihung, Mia-Gefühl im FC Bayern ist Sammer, der König der Borussia, offenbar außen vor.


Über wen werden nach dem Spieltag alle reden?

Über Jürgen Klopp in Nürnberg. Auch in der nahe gelegenen Fränkischen Schweiz gibt es einen Vulkan. Er heißt Rauher Kulm und wurde in diesem Jahr zum schönsten Naturwunder Deutschlands gewählt.

Auch der Hausmeister des Nürnberger Stadions soll nett sein und bereits Kuchen für Klopp bereitgestellt haben. Sein Neapolitaner Kollege, bei dem Klopp in der Champions League Platzverweis abstieg, schwärmte: "Klopp war total nett. Das war der schönste Besuch seit Diego Maradona." Wenigstens einer, dem der BVB-Trainer nach vergangenem Mittwoch sympathischer geworden ist. Der Rauhe Kulm ist übrigens bisher noch nicht ausgebrochen.

Leserkommentare
    • wawerka
    • 20. September 2013 17:47 Uhr

    ....dass ich kein Milliardär bin. (dabei interessiert mich der Verein gar nicht besonders)

    Wäre ich es, ich böte dem HSV 50 Millionen wenn Magath NICHT kommt. Es ist einfach bedauerlich, dass jemand wie Kühne glaubt, bloß weil er auf dem Wirtschaftsparkett so erfolgreich ist, er habe auch Fußballsachverstand.

    Diese Erfahrung musste auch Dietmar Hopp schon machen, allerdings mit den zwei gravierenden Unterschieden, dass Hopp inzwischen wohl zur Einsicht gekommen ist, dass der Weg, blind Kohle irgendwelchen Altstars hinterher zu werfen, der falsche war und zum zweiten, dass Hoffenheim ohne Hopps Geld maximal in der Regionalliga spielte.

    Ganz anders als der HSV, der auch schon vor Herrn Kühne große Erfolge hatte und der sich durch schwaches Management der letzten Jahre (bzw. Jahrzehnte) abhängig (um nicht erpressbar zu sagen) gemacht hat von den Launen eines reichen Ahnungslosen, der, wenn er Magath so bewundert, offenkundig dessen Menschenbild teilt, in dem es, zumindest für die Spieler, nur Druck und bei Nichtfunktionieren Verachtung und Aussortieren gibt.

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    Das Management beim HSV ist nicht immer das Kernproblem gewesen.
    Herr Kühne will auch nicht nur ein neues Management, sondern eine neue Struktur.
    Das Kernproblem war eigentlich immer der Aufsichtsrat.
    Wenn das Management sich mal nicht in der Presse äußert, dann äußern sich die Mitglieder aus dem Aufsichtsrat.
    Deshalb kann man eigentlich jeden Tag internes über den HSV in der Bild, Mopo oder im Abendblatt lesen.
    Da wird dann öffentlich darüber diskutiert, welcher Spieler eigentlich keine Rolle mehr beim HSV spielt usw.
    Selbst der FC Bayern würde unter solchen Bedingungen nicht funktionieren.

    Beim HSV sitzen sogar Schauspieler im Aufsichtsrat. Da muss man sich doch echt nicht wundern, wenn solche Leute bewusst in die Öffentlichkeit drängen.

    • dacapo
    • 20. September 2013 19:55 Uhr

    ......... gut zu kennen. Ich muss annehmen, Sie haben unter Herrn Magath trainieren dürfen. Denn wie sonst könnten Sie ihn so beschreiben. Und dann noch von einem Menschenbild zu sprechen, das würde bedeuten, Sie kennen ihn auch ganz persönlich sehr gut. Anders darf solch eine Darstellung nicht geschehen.

  1. ...denn die 'rgendwelchen Altstars' bei Hoffenheim? Die Mannschaft hatte doch immer ein ganz normales Durchschnittsalter.

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  2. Das Management beim HSV ist nicht immer das Kernproblem gewesen.
    Herr Kühne will auch nicht nur ein neues Management, sondern eine neue Struktur.
    Das Kernproblem war eigentlich immer der Aufsichtsrat.
    Wenn das Management sich mal nicht in der Presse äußert, dann äußern sich die Mitglieder aus dem Aufsichtsrat.
    Deshalb kann man eigentlich jeden Tag internes über den HSV in der Bild, Mopo oder im Abendblatt lesen.
    Da wird dann öffentlich darüber diskutiert, welcher Spieler eigentlich keine Rolle mehr beim HSV spielt usw.
    Selbst der FC Bayern würde unter solchen Bedingungen nicht funktionieren.

    Beim HSV sitzen sogar Schauspieler im Aufsichtsrat. Da muss man sich doch echt nicht wundern, wenn solche Leute bewusst in die Öffentlichkeit drängen.

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    Antwort auf "Schade....."
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    Nun ja, beim FC Bayern mangelt es nicht gerade an Leuten, die ihren Senf zur Weißwurst dazu geben, ein paar davon sind im Artikel sogar angeführt.

  3. Ja als Schalke Fan und Greenpeace Anhänger, hat man es nicht immer leicht.
    Zenit Sankt Petersburg gehört übrigens auch zu den Schmierölvereinen.

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    • dacapo
    • 20. September 2013 19:55 Uhr

    ......... gut zu kennen. Ich muss annehmen, Sie haben unter Herrn Magath trainieren dürfen. Denn wie sonst könnten Sie ihn so beschreiben. Und dann noch von einem Menschenbild zu sprechen, das würde bedeuten, Sie kennen ihn auch ganz persönlich sehr gut. Anders darf solch eine Darstellung nicht geschehen.

    Antwort auf "Schade....."
  4. Nun ja, beim FC Bayern mangelt es nicht gerade an Leuten, die ihren Senf zur Weißwurst dazu geben, ein paar davon sind im Artikel sogar angeführt.

  5. Hallo Frau Reith, das verlinkte Youtube-Video mit dem Odonkor-Neuville Tor von 2006 endet mit dem eingeblendeten Kommentar "Klauende Polen werden mit bis zu 4 Jahren WM Ausschluss bestraft". -- Ich bin sicher, es müssen sich noch andere Varianten davon finden lassen. Wenn nicht, wäre es mir, ehrlich gesagt, lieber, die ZEIT würde auf den Link ganz verzichten.

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    • lxththf
    • 20. September 2013 23:24 Uhr

    aber ein gutes Beispiel, wie sich social medias jeglicher Kontrolle entziehen. Dazu reicht es auch aus, einige Kommentare unter dem Video zu sehen. Rassismus, Sexismus, Diskriminierungen sind bei youtube leider an der Tagesordnung, weswegen man dann in der Tat sehr genau darauf achten sollte, was man verlinkt.

    @topic: ich glaube bei den meisten Vereinen reden immer wieder Personen rein. Sei es Schalke, Hoffenheim, Bayern oder eben der HSV. Ich glaube, wenn man unten drin steht wird das medial einfach noch viel intensiver beachtet. Ich finde (auch wenn mir da häufig widersprochen wird) Hamburg hat als Verein ein riesiges ungenutztes Potenzial (nicht von den Spielern, denn da haben einige ihren Zenit hinter sich und andere einfach nicht die Klasse) und hat es nicht geschafft sich als Marke zu präsentieren und Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Als Fink antrat wollte er mit Hamburg eine Dortmund 2.0 aufbauen, aber in Hamburg ist eine rationale Begeisterung nicht möglich. Gewinnen sie 3 Spiele reden einige von der ChampionsLeague, verlieren sie 3 dann droht der Abstieg und alles ist schlecht? Ich glaube dieses kollektive schwarz/weiß Denken lähmt und leider haben sie es verpasst den Kader nach einer bestimmten Philosophie auszurichten. Wenn man sieht, wer sich bereits alles in Hamburg die Finger verbrannt hat, dann ist es eigentlich eindeutig, wo das Problem liegt.
    (PS: Arnesen z.B. gilt in Europa als Fachmann, nur in Hamburg wurde er demontiert).

    Redaktion

    Hallo, da haben Sie natürlich recht. Das kommt davon, wenn man die fünfte Wiederholung nicht mehr ansieht. Vielen Dank für den Hinweis, ich werde mich auf die Suche begeben.

    • lxththf
    • 20. September 2013 23:24 Uhr

    aber ein gutes Beispiel, wie sich social medias jeglicher Kontrolle entziehen. Dazu reicht es auch aus, einige Kommentare unter dem Video zu sehen. Rassismus, Sexismus, Diskriminierungen sind bei youtube leider an der Tagesordnung, weswegen man dann in der Tat sehr genau darauf achten sollte, was man verlinkt.

    @topic: ich glaube bei den meisten Vereinen reden immer wieder Personen rein. Sei es Schalke, Hoffenheim, Bayern oder eben der HSV. Ich glaube, wenn man unten drin steht wird das medial einfach noch viel intensiver beachtet. Ich finde (auch wenn mir da häufig widersprochen wird) Hamburg hat als Verein ein riesiges ungenutztes Potenzial (nicht von den Spielern, denn da haben einige ihren Zenit hinter sich und andere einfach nicht die Klasse) und hat es nicht geschafft sich als Marke zu präsentieren und Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Als Fink antrat wollte er mit Hamburg eine Dortmund 2.0 aufbauen, aber in Hamburg ist eine rationale Begeisterung nicht möglich. Gewinnen sie 3 Spiele reden einige von der ChampionsLeague, verlieren sie 3 dann droht der Abstieg und alles ist schlecht? Ich glaube dieses kollektive schwarz/weiß Denken lähmt und leider haben sie es verpasst den Kader nach einer bestimmten Philosophie auszurichten. Wenn man sieht, wer sich bereits alles in Hamburg die Finger verbrannt hat, dann ist es eigentlich eindeutig, wo das Problem liegt.
    (PS: Arnesen z.B. gilt in Europa als Fachmann, nur in Hamburg wurde er demontiert).

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