WM-QualifikationDeutschland feiert glanzlosen Sieg gegen Färöer

Pflicht erfüllt, mehr nicht: Die deutsche Mannschaft hat das WM-Qualifikationsspiel gegen Färöer mit Minimalaufwand über die Bühne gebracht.

Färöer – Deutschland 0:3 (0:1)

Die deutsche Nationalmannschaft hat im WM-Qualifikationsspiel auf den Färöer-Inseln einen glanzlosen Sieg erreicht und geht mit fünf Punkten Vorsprung in die letzten beiden Spiele gegen Irland und Schweden. Gegen die Iren reicht am 11. Oktober nun ein weiterer Sieg, um sich als Tabellenerster der Gruppe C das direkte Ticket für die Weltmeisterschaft in Brasilien zu sichern.

Die deutsche Mannschaft investierte nur so viel wie nötig, um den siebten Sieg in ihrer Gruppe zu erreichen. Per Mertesacker brachte die überlegene DFB-Elf in der 22. Minute in Führung. Mesut Özil erhöhte in der 74. Minute per umstrittenen Foulelfmeter, Thomas Müller traf sechs Minuten vor Schluss zum Endstand.

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Gründe für größere Umbauarbeiten an seinem Team hatte Löw nach dem 3:0 gegen Österreich nicht, nur Julian Draxler kam für den erkrankten Marco Reus ins linke Mittelfeld. Wachsamkeit war zunächst trotzdem gefragt: Nach nur 35 Sekunden bot sich Frodi Benjaminsen eine Schusschance. Jérôme Boateng konnte den Versuch gerade noch blocken. Dann wurde die Partie schnell zu einer einseitigen Angelegenheit. Angetrieben von Özil übernahm die deutsche Mannschaft die Kontrolle.

Färöer-Torwart Gunnar Nielsen, der schon beim deutschen 3:0 im Hinspiel geglänzt hatte, vereitelte aber gleich mehrere Großchancen. Müller (20.) scheiterte mit einem abgefälschten Schuss an Nielsen, Miroslav Klose (10./30.) tat dies gleich mehrfach. In der 22. Minute ging ein Schuss von Klose an den Pfosten. Bei der anschließenden Ecke bewies das neue Innenverteidiger-Duo Boateng und Mertesacker, dass es nicht nur defensiv Qualitäten hat. Eine Kopfballverlängerung von Boateng schoss Mertesacker ins Tor.

Auch in der zweiten Hälfte belagerte die deutsche Mannschaft den Strafraum ihrer Gegner, doch Lücken blieben schwer zu finden. Große Dynamik und Zielstrebigkeit waren nicht zu erkennen, der Sieg sollte offenbar mit Minimalaufwand geschafft werden. Auch dem gut gestarteten Draxler misslangen nun einige Aktionen.

Das nächste Tor fiel per Elfmeter: Als Müller allein aufs Tor lief, kreuzte Gregersen seinen Laufweg. Müller fiel und der Schiedsrichter entschied auf Platzverweis und Strafstoß. Özil verwandelte sicher. In der Schlussphase erhöhte Müller in Überzahl zum Endstand.

Färöer: Nielsen (FC Motherwell/26 Jahre/18 Länderspiele) - Troest Davidsen (HB Tórshavn/25/28), Gregersen (Víkingur Gøta/31/23), Baldvinsson (Bryne FK/23/15), Davidsen (Velje BK/22/5) - Udsen (FC Helsingør/30/10 - 68. Mouritsen/HB Tórshavn/24/14), Benjaminsen (HB Tórshavn/35/77), Súni Olsen (B36 Tórshavn/32/52), Justinussen (NSÍ Runavík/24/15) - Holst (Silkeborg IF/31/39 - 76. Hansson/Aalborg BK/21/9), Edmundsson (Viking Stavanger/22/24 - 68. Klettskarð/KÍ Klaksvík/23/4)

Deutschland: Neuer (Bayern München/27/41) - Lahm (Bayern München/29/101), Mertesacker (FC Arsenal/28/93), Boateng (Bayern München/25/32), Schmelzer (Borussia Dortmund/25/14) - Khedira (Real Madrid/26/42), Kroos (Bayern München/23/37) - Thomas Müller (Bayern München/23/44 - 84. Sam/Bayer Leverkusen/25/3), Özil (FC Arsenal/24/49), Draxler (FC Schalke 04/19/8 - 75. Schürrle/FC Chelsea/22/26) - Klose (Lazio Rom/35/130 - 79. Kruse/Bor. Mönchengladbach/25/3)

Schiedsrichter: Mazeika (Litauen)

Zuschauer: 4.818

Tore: 0:1 Mertesacker (22.), 0:2 Özil (74./Foulelfmeter), 0:3 Thomas Müller (84.)

Gelbe Karten: Justinussen

Rote Karten: Gregersen (73./Notbremse) 

Beste Spieler: Nielsen, Justinussen / Khedira, Özil

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Leserkommentare
    • Voce
    • 12. September 2013 12:10 Uhr

    was die Defensivarbeit angeht.
    Zwar wurden die beiden letzten Siege ohne Gegentor erreicht, aber dennoch schafften es die Österreicher und auch die Färinger Chancen herauszuarbeiten und die deutsche Abwehr ein paar Mal in Verlegenheit zu bringen. Etwas mehr Abgebrühtheit der Gegner vor dem Tor und die scheinbare Stabilität der deutschen Defensive wäre entlarvt worden, denn die Anfälligkeit bei schnellen Gegenstößen des Gegners ist einfach noch zu groß.
    Daher kann man , trotz dieser beiden Zunullspiele, Spielen gegen bessere Teams mit höherer Anforderung an die Defensive keineswegs entspannt entgegensehen. Da muss sich noch einiges verbessern, sonst sind böse Überraschungen nicht auszuschließen.

    • Xdenker
    • 12. September 2013 16:53 Uhr

    Der Gegner traf Müller, wie deutlich zu sehen war, in vollem Lauf mit dem rechten Knie am linken noch in der Luft befindlichen Fuß, so dass er sich in die rechte Hacke trat und hinfiel. Wäre Müller nicht gefallen, hätte er vermutlich das Tor gemacht. Das Foul ist nicht zu bestreiten.

    Das Geschehen auf dem Platz war aus Sicht unserer Mannschaft eher ein Trainingsspiel, in dem sie in der ersten Halbzeit durch die Verweigerung zweier Elfer und unbrechtigter Abseitspfiffe um die klare Führung gebracht wurde. Aber so behielt es wenigstens noch einen Hauch von Spannung - auch für die Spieler.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte Mesut Özil | Miroslav Klose | Thomas Müller | Fußball | FC Schalke 04 | Brasilien
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