Lars Weber, Präsident von Wismut Gera © Jens Lohse

Lars Weber ist am Sonntag als Präsident von Wismut Gera zurückgetreten. Er sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, der rechten Szene nahezustehen. Eine Erklärung der zivilgesellschaftlichen Initiative Runder Tisch Gera, kritischen Aussagen des Stadtsportbundes Gera und Berichten der überregionalen Presse, auch von ZEIT ONLINE, haben Weber zu diesem Schritt veranlasst.

"Durch die öffentliche Darstellung im Zusammenhang mit Lars Weber ist dem Geraer Traditionsverein ein Imageschaden entstanden, der seine Ursache in der undifferenzierten Betrachtung hat", schreibt der Verein auf seiner Website.

Den vierzigjährigen Kampfsportler Weber ordnen viele Menschen in Gera seit rund zwei Jahrzehnten in die rechte Szene ein. Ein Gewerkschafter aus Gera hatte Weber vor sieben Jahren als "Nazi" bezeichnet. Mit einer Schadensersatzklage scheiterte Weber in zwei Instanzen. Im Urteil des Oberlandesgerichts Jena des Jahres 2009 steht, der Begriff "Nazi" sei gerechtfertigt, weil "Weber mit der rechten Szene in Zusammenhang steht". Das Gericht berief sich auch auf eine Aussage der Polizei Gera, Weber "sympathisiere mit der rechten Szene".

Lars Weber (Zweiter von links), Holocaust-Leugner Marcel Wöll (links)

Weber spielt öffentlich mit den Codes der Neonazis. Zudem hat er auf seine Facebook-Seite, die er unter dem Pseudonym "Pat Riot" führt, ein Foto hochgeladen, das ihn in Jubelpose mit dem verurteilten Holocaust-Leugner Marcel Wöll zeigt. Weber bestreitet, Wölls rechtsradikalen Hintergrund gekannt zu haben, löscht das Bild aber nicht. Der Shop Eastwear, der Neonazimarken wie Thor Steinar und andere Kleidung mit Runen-Symbolik verkauft, führt ein Shirt mit dem Namen "Lars Weber" im Sortiment. Auf Nachfrage distanziert sich Weber von Rassismus und Rechtsextremismus. 

Antifaschistische Bewegungen in Gera begrüßen Webers Rücktritt. Dennoch sei die Personalie noch nicht vom Tisch, heißt es seitens der Beratungsstelle Mobit. Weber hat nach wie vor eine Funktion bei der Wismut. Er ist für das Sponsoring zuständig, sein Unternehmen Alpha DSD stellt den Sicherheitsdienst. "Da gibt es noch Fragen und Handlungsbedarf für den Runden Tisch", sagt eine Mobit-Sprecherin.

In dieser Woche werden sich der Runde Tisch und regionale Sportorganisationen mit weiteren Fragen über Wismut Gera befassen. Nach einer Recherche der taz habe der Nachwuchsleiter des Vereins Trainingseinheiten mit "Heil Hitler" begonnen und "Sieg Heil" beendet. Von einem Spieler der Ersten Mannschaft gibt es ein Bild, das ihn in einem Shirt mit der Aufschrift "Team Mengele, World Champion of Ethnic Cleansing, Auschwitz 1941" ablichtet.