Wer spielte wie gegen wen?

Hannover 96 – Hertha BSC 1:1 (1:0)
FSV Mainz 05 – 1899 Hoffenheim 2:2 (0:2)
 VfL Wolfsburg – Eintracht Braunschweig 0:2 (0:1)
VfB Stuttgart – Werder Bremen 1:1 (1:1)
FC Schalke 04 – FC Augsburg 4:1 (2:1)
Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 2:0 (0:0)
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:1 (1:1)
SC Freiburg – Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0)
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5 (0:1)


Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Wolfsburg gegen Braunschweig, das Duell Neureich gegen Tradition. Beim letzten Braunschweiger Bundesliga-Sieg kickte der VfL Wolfsburg noch gegen die VW-Betriebsauswahl. Als der Aufsteiger und Tabellenletzte nun zum Derby nach Wolfsburg reiste, musste er sich vor dem Spiel als "Fußballvorstadt auf Schnupperkurs Bundesliga" verspotten lassen. Das stand auf einem Transparent in der Kurve der Wölfe-Fans. Den Braunschweiger Spielern gab es den letzten Motivationsschub, als sie es bei dem Kreis vor dem Spiel entdeckten. Es folgten: ein leidenschaftlicher Kampf, zwei saubere Konter und der erste Saisonsieg. Ein emotionaler Moment für den Meisterverein von 1967. Wie die Fans politisch drauf sind, darin unterscheiden sich die Auffassungen. Aber feiern und ihre Elf supporten können sie, das hatten sie bereits in der vorigen Woche trotz der hohen Heimniederlage bewiesen. Der Trainer Torsten Lieberknecht, der in der Vorwoche noch mit introvertiertem Gemurmel das Missverständnis von seinem Rückzug in die Welt setzte, sprang bei den Toren vor Freude an der Seitenlinie herum. Der Sieg kam auch für die Wolfsburger Stadionregie überraschend. Sie zeigte nach dem Spiel eine Tabelle, in der der VfL fälschlicherweise 12 Punkte hatte. Die 3 gegen Braunschweig waren schon eingerechnet.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

In 204 Länder wurde das Topspiel Bayer gegen Bayern übertragen, rühmte sich die DFL. Und dann sieht die ganze Welt ein Plagiat. Im März hatte Klopp über das Modell Bayern gesagt: "Gucken, was die anderen machen und es dann abkupfern. Und mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einschlagen." Was machten die Bayern an diesem Wochenende? Sahen Dortmund gegen einen zwar als Konkurrent eingeschätzten, aber letztlich peinlich unterlegenen Gegner Chance um Chance verballern. Und kopierten den BVB bis zur exakten Zahl der Torschüsse (27). Wie schön, dass diese Parallelität der Ereignisse auch den Fans in Transnistrien, Niue, Narnia, Christiania, Wittenberg oder Lummerland nicht verborgen bleiben musste.

Wer stand im Blickpunkt?

Jogi Löw. Gerade dass das niemand merkte, war sein Meisterwerk. Als könnte er kein Wässerchen trüben, stand er in der BayArena. Wir sahen Walter White, doch am Werk war statt Dr. Jekyll Mr. Hyde. Halbweltboss Heisenberg.  

Löws Widersacher erkannten zu spät, mit wem sie sich angelegt hatten. Sie sind keine Gefahr für den Bundestrainer. Der Bundestrainer ist die Gefahr. Zählen wir doch mal eins und eins zusammen: Mats Hummels, so unangenehm kritisch und auch noch schöner als der Dressman an der Seitenlinie? Gab Löw mit seinem unbeholfenen Tritt, der Dortmunds Niederlage einleitete, alle Argumente, um ihn nicht wieder aufzustellen. Stefan Kießling? Verletzte sich im Zweikampf, wenn auch nicht so sehr, wie Löws Ignoranz verletzen muss. Zuvor hatte ihm, einnickbereit, ein heranfliegender Boateng den Ball weggeköpft. Der Boateng, der hoch in Löws Gunst steht. Die Gegner des Bundestrainers mögen paranoid sein. Aber das heißt nicht, dass er nicht hinter ihnen her ist.