Hannover 96 – Eintracht Braunschweig 0:0 (0:0)

Hannover 96 ist gegen Eintracht Braunschweig nicht über ein 0:0-Unentschieden hinausgekommen und wartet seit sechs Spielen weiter auf einen Sieg. Im ersten Erstliga-Derby der niedersächsischen Rivalen seit 37 Jahren zeigten beide Teams wenig und sorgten für das 1000. torlose Remis in der Bundesliga-Geschichte. Aufsteiger Braunschweig verließ immerhin durch das Unentschieden zumindest für eine Nacht den letzten Tabellenplatz.

Die Fans beider Mannschaften verhielten sich angesichts des aufgeladenen Duells weitgehend ruhig. Zwar herrschte im Umfeld des Stadions nach Angaben der Polizei eine sehr aufgeheizte Stimmung. Die befürchteten schweren Ausschreitungen blieben aber vor und während der Partie aus.

Im Stadion fielen beide Fanlager jedoch durch das Abbrennen von Pyrotechnik negativ auf. Der Stadionsprecher musste die Anhänger beider Clubs immer wieder ermahnen. "Das ist vollumfänglich abzulehnen und sehr bedauerlich", sagte Hannovers Präsident Martin Kind. Er forderte die große Mehrheit der Zuschauer auf, ihr Schweigen zu brechen und etwas gegen die Unruhestifter zu unternehmen. Beide Clubs hatten im Vorfeld in zahlreichen Aktionen an die eigenen Anhänger appelliert.

Hannover 96 übernahm von Beginn an das Kommando. Hannovers Trainer Mirko Slomka konnte wieder auf Stürmer Mame Diouf zurückgreifen, der beim 2:3 in Bremen in der Vorwoche noch gesperrt war. Der Senegalese belebte das Angriffsspiel der Hausherren deutlich. Die erste gute Gelegenheit bot sich jedoch André Hoffmann, der nach einem Eckstoß per Kopfball an Braunschweigs Torhüter Daniel Davari scheiterte (9. Minute).

Die Eintracht beschränkte sich indes ausschließlich auf die Sicherung des eigenen Tores. Mit sieben Defensivspielern versuchten die Gäste, den 96ern jeglichen Raum zum Kombinieren zu nehmen und hatten damit Erfolg. Hannover war zwar klar überlegen und hatte deutlich mehr Ballbesitz. Bis auf einen Kopfball von Diouf brachte 96 aber offensiv nicht viel zustande, weil der letzte Pass fehlte.

Im Spiel nach vorne konnten die Braunschweiger keinerlei Akzente setzen. Das Fehlen von Karim Bellarabi, der kurz vor dem Spiel wegen Leistenbeschwerden passen musste, machte sich deutlich bemerkbar. Kurz vor dem Pausenpfiff erzeugte Eintracht-Keeper Davari den größten Aufreger der ersten Halbzeit. Der 25-Jährige vertändelte an der Strafraum-Grenze den Ball gegen Edgar Prib, hatte aber Glück, dass der Mittelfeldspieler die Chance nicht nutzen konnte.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es eine Viertelstunde, ehe die Gastgeber wieder etwas durchschlagkräftiger wurden. Der Belgier Sebastien Pocognoli verfehlte mit einem Fernschuss das Braunschweiger Tor nur knapp (59.). Wenig später vergab Diouf. Doch wie schon in den vergangenen Wochen fehlte es den Hausherren an spielerischen Mitteln. Am Ende jubelten nur die Braunschweiger über einen verdienten Punkt.

Spielverlauf und Statistik

Hannover 96: Zieler - Sakai, Hoffmann, Schulz, Pocognoli - Andreasen, Stindl - Bittencourt (67. Schlaudraff), Prib (85. Sobiech), Huszti - Diouf

Eintracht Braunschweig: Davari - Elabdellaoui, Bicakcic, Dogan, Perthel - Caligiuri (85. Pfitzner), Vrancic, Theuerkauf - Kruppke (76. Ademi), Boland - Kumbela (90.+1 Jackson)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Zuschauer: 47.200 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Andreasen (2) / Bicakcic (3) 

Beste Spieler: Schulz, Stindl / Dogan, Bicakcic