Wann geht es denn nun los – und wie? Das fragt sich das Schachpublikum in aller Welt. In Chennai, dem früheren Madras, dem Schauplatz der Weltmeisterschaft an der südöstlichen Küste Indiens, lässt sich die erste Frage leichter beantworten als die zweite.

Los geht das erste Spiel am Sonnabend um 15 Uhr Ortszeit, für deutsche Zuschauer also morgens um halb elf. Die offizielle Webseite wird die Züge aus dem Ballsaal des Hyatt Regency Hotels live übertragen, kommentiert von kundigen Meistern.

Bestimmt ist der Ballsaal bis dahin auch fertig. Am Dienstagmittag gab es keine Bühne und keinen Stuhl im Raum, weder für die Akteure noch für das Publikum. Handwerker standen entspannt zwischen Leitern und Gerüsten, Kabel hingen herum, noch ist ja Zeit.

Als ich mich in der Nacht zu Mittwoch vom Baufortschritt überzeugen wollte, stand ich vor drei uniformierten Wachleuten im Vorraum. Sie saßen direkt vor der Saaltür im sanften Luftstrom eines großen Ventilators und schliefen. Ein friedliches Bild.

Nun die Frage nach dem Wie. Die Weltmeisterschaft soll am Donnerstag feierlich eröffnet werden, laut offizieller Webseite nachmittags um vier. Am Mittwoch steht neben der Uhrzeit allerdings noch der Hinweis "tentatively", was sich mit "eventuell" übersetzen lässt. Ein Ort ist nicht angegeben.

Die Ungenauigkeit scheint kein Versehen zu sein. Auf Nachfrage rät der WM-Presseoffizier Arvind Aaron, am Donnerstagmorgen einen Blick in die lokalen Zeitungen zu werfen. Sehr geheimnisvoll! Dann lässt er durchblicken, dass die Zeremonie nicht im Hotel stattfinden wird. Offenbar handelt es sich um eine Art Überraschungsparty im Nehru Stadion – mit 30.000 Gästen.