Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi zu einer Solidaritätsaktion für Lesben und Schwule in Russland aufgerufen. Wie der Verband ZEIT ONLINE mitteilte, unterstützen Prominente aus Kunst, Medien und Sport den vom LSVD initiierten "Sotschi-Freiheitsappell".

Darin wird die deutsche Delegation aufgefordert, während der Olympischen Winterspiele ihr Recht auf Meinungsfreiheit zu nutzen und sich in Interviews für die Rechte von Homosexuellen einzusetzen. Zu den Erstunterzeichnenden des Appells gehören Frank Bsirske, Renan Demirkan, Karen Duve, Nina Hagen, Marko Martin, Frank Schätzing, Uwe Tellkamp, Günter Wallraff und Theo Zwanziger.

Den Angaben zufolge richtet sich der Aufruf an alle Athletinnen und Athleten, Berichterstatter, Betreuende und offizielle Vertreterinnen und Vertreter Deutschlands bei den Olympischen Spielen. Diese sollten jede Möglichkeit der Öffentlichkeit in Sotschi nutzen, um ein Zeichen für die Menschenrechte zu setzen. "Als ein freier Mensch sage ich: In einem Land, das Lesben und Schwule unterdrückt, bin auch ich ein Schwuler, bin auch ich eine Lesbe. Denn ich stehe ein für das Recht aller Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Gleichbehandlung und auf Respekt für ihre Liebe", heißt es in dem Appell.

Die Regierung in Moskau steht seit Längerem wegen Missachtung der Menschenrechte international in der Kritik. Im Land hatte es heftige Proteste wegen einer Reihe homophober Gesetze gegeben. Homosexuellengruppen fordern daher den Boykott der Winterspiele.

Mehrere Staatsführer hatten bereits angekündigt, den Winterspielen fernzubleiben – darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande. EU-Justizkommissarin Viviane Reding hatte ebenfalls erklärt, sie werde nicht nach Sotschi fahren, da Russland die Rechte von Minderheiten missachte.