Fußball-BundesligaWolfsburgs Problem mit dem Fairplay

Der VfL Wolfsburg greift an – auch dank der Millionen des Mutterkonzerns VW. Damit verstößt er jedoch gegen Finanzregeln der Uefa, sagen Kritiker. von 

Nach dem Millionen-Transfer Kevin de Bruynes schaut der deutsche Fußball auf Wolfsburg. Das mag daran liegen, dass die Bundesliga sonst derzeit nicht viel Spannung zu bieten hat. Es liegt aber auch daran, dass nun jedem klar ist: Mit dem VfL ist wieder zu rechnen.

Den talentierten belgischen Nationalspieler wollten viele haben, den Champions-League-Teilnehmern Dortmund, Leverkusen und Schalke wurde Interesse nachgesagt. Doch die Wolfsburger boten am meisten, 20 Millionen Euro, und bekamen den Zuschlag.  

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Es ist der zweite teure Einkauf, den der Verein in dieser Saison tätigte. Im Sommer stieß der brasilianische Nationalspieler und Triple-Sieger Luiz Gustavo für eine ähnlich hohe Ablösesumme aus München zum VfL-Kader.

In der Hinrunde hat sich der VfL nach mittelmäßigem Beginn auf Platz fünf vorgearbeitet. Inzwischen ist die Hoffnung auf die Qualifikation zur Champions League durchaus realistisch. "Wolfsburg hat Macht", sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Er rechnet mit weiteren Erfolgen des Konkurrenten, während seine Mannschaft in dieser Saison schwächelt. Ähnlich äußert sich der Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Wolfsburgs Aufschwung liegt zum einen an der neuen Führung. Unter Klaus Allofs, dem Sportdirektor, und dem Trainer Dieter Hecking hat die Elf ein stabiles System entwickelt. Sie spielt offensiven Ballbesitzfußball, mitunter kann sie ihn auch variieren, zu sehen etwa beim 2:1-Sieg gegen Dortmund.

Hecking hat zudem junge Spieler eingebaut, etwa den torgefährlichen Mittelfeldspieler Maximilian Arnold, 19, und den Verteidiger Robin Knoche, 21. Überraschend ist der Aufschwung nicht. Den meisten in der Liga war lange klar, dass der VfL wieder kommen würde, sobald er in guten Händen ist.

Sponsor VW ist Segen und Fluch für den VfL

Vor allem liegt der Erfolg des VfL jedoch am Engagement von Volkswagen. Schätzungen gehen von 60 Millionen Euro im Jahr aus, die der Konzern in seine Fußballabteilung steckt. Es sind vorsichtige Schätzungen. Für den Autobauer, der rund 200 Milliarden Umsatz im Jahr macht, ist die hundertprozentige Tochter VfL ein wichtiges Marketing-Instrument, aber auch ein Standortfaktor. Denn mit einem attraktiven Fußballangebot lassen sich gute Arbeitskräfte in das graue Wolfsburg locken.

Die Millionenspritzen von Volkswagen sind jedoch auch ein Problem für den VfL. Nicht nur, weil er ihretwegen als Werksklub verpönt ist. "Deutscher Meister wurde ein Auto", schrieb die Berliner Zeitung nach der Wolfsburger Meisterschaft im Jahr 2009. Und Schalkes Manager Horst Heldt reagierte auf den de-Bruyne-Transfer grantig: "Da hat VW in den letzten Monaten sicher einige Touaregs verkauft."

Financial Fairplay

Die Financial-Fairplay-Regelung  (FFP) wurde von der Uefa zu Beginn der Saison 2013/2014 eingeführt. Sie soll einen fairen Wettbewerb gewährleisten und eine Überschuldung der Vereine verhindern. Alle Clubs, die an Champions League und Europa League teilnehmen wollen, müssen sich an folgende Kriterien halten:

- Innerhalb der letzten drei Jahre dürfen die spielbetriebsrelevanten Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen.

- Sollte der Verein dennoch einen Verlust gemacht haben, darf dieser (vorerst) nicht größer als 45 Millionen Euro sein. Diese Differenz kann von privaten Investoren und Geldgebern ausgeglichen werden.

Entsprechend dieser Vorgaben müssen die Clubs ihre Spielergehälter und Transferausgaben begrenzen. Hält sich ein Verein nicht daran, droht ihm der Ausschluss aus dem Wettbewerb.

Noch befindet sich die FFP-Regelung in einer Übergangsphase. Ab 2018 will die Uefa neu verhandeln, wie hoch der Verlust eines Clubs maximal sein darf. Ziel ist es, ihn mit der Zeit auf Null zu senken.

Vor allem dürfte die Großzügigkeit Volkswagens den Europäischen Fußballverband (Uefa) auf den Plan rufen. Seit dieser Saison gilt eine neue Regel: das Financial Fairplay. Danach müssen sich Spielbetriebskosten und -ausgaben eines Fußballvereins die Waage halten. Die Uefa will damit verhindern, dass sich Vereine überschulden, und einen möglichst fairen Wettbewerb gewährleisten.

Bis 2018 wird Financial Fairplay stufenweise eingeführt. Aktuell dürfen die Zuschüsse von Investoren die Summe von 45 Millionen Euro in einer Dreijahresfrist nicht überschreiten. Also mindestens 15 weniger als der VfL in dieser Saison wohl vom Mutterkonzern bekommt.

Leserkommentare
  1. Es werden Vergleiche mit Bayern, Dortmund und Barcelona getätigt, aber ich finde es schade, dass im gesamten Artikel nicht ein Wort über Bayer 04 Leverkusen erwähnt wird.

    Gerade bei diesem Vergleich hätte es mich brennend interessiert, wie die Zusammenhänge sind. Der Bayerkonzern pumpt auch jährlich mindestens 25 Millionen Euro in die Kassen. Das Team besteht fast nur aus Topspielern und mischt seit Jahrzehnten oben mit, sogar im Championsleauge-Finale stand man vor einigen Jahren.

    Gerade Bayer Leverkusen verfolgt eine clevere Marketingstrategie um ihre fragwürdige Stellung in der Bundesliga zu verschleiern und anscheinend klappt das ja in den letzten Jahren sehr gut. Sympatieträger wie Kalle Calmund und Rudi Völler schaffen es dem Konzernverein einen sportlichen Deckmantel zu verpassen.

    Welche Unterschiede gibt es zwischen den beiden Werksvereinen? Hat die Bayer-Elf mehr "Tradition" als der VW-Club?

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    • plutoo
    • 25. Januar 2014 11:01 Uhr

    ... sind das immernoch 40 Millionen Euro Unterschied, Leverkusen erhält 20 Mio. € im Jahr von Bayer. Die 20 Millionen liegen übrigens auch nicht so weit von dem entfernt, was andere Vereine von ihren Hauptsponsoren erhalten.

    Ein weiterer Unterschied liegt in der Transferpolitik: Während Leverkusen hauptsächlich von Vereinen wie Nürnberg, Freiburg, Mainz oder dem HSV solide Spieler kauft, schlägt Wolfsburg gleich beim FC Bayern oder FC Chelsea zu - was sich dementsprechend auch beim Preis widerspiegelt.
    Darüber hinaus hat Leverkusen über Jahre hinweg eine sehr gute Scoutingabteilung aufgebaut. Emerson, Lucio, Vidal - alles Spieler, die ihren ersten europäischen Verein in Leverkusen hatten.

    Zu guter Letzt darf man sich die Frage stellen, ob Traditionsvereine wie der FC Bayern (Verkauf von Anteilen an Audi und Adidas), der BVB (Börsengang) oder auch Schalke 04 (Stadtwerke Gelsenkirchen, Gazprom) sich nicht ebenfalls ähnlicher Methoden bedienen, aber dann die ersten sind, die mit dem Finger auf andere zeigen.

    Zu Leverkusen stimme ich Ihnen zu, aber zumindest was Schalke betrifft, behaupte ich mal bin ich besser informiert.

    Das Gazprom Sponsoring sehe ich selbst sehr ungern, jedoch ist es marktgerecht und Gazprom hat aufgrund des Sponsorings keinen Einfluss auf die Vereinspolitik.
    Was die Geschichte mit den Gelsenkirchener Stadtwerken angeht, so wurden damals meines Wissens nach Stadionanteile im Wert von 25 Mio. verkauft um die Liquidität zu sichern, diese Geld ist jedoch kein Sponsoring-Investment, sondern eine Art Darlehen, Schalke muss den Stadtwerken dafür eine angemessene Rendite bezahlen.
    Steuergelder-Sponsoring wäre ja auch eine Skandal gewesen.

    Nichtsdestotrotz ist die Schalker Finanzpolitik ziemlich riskant.

    dass Bayer Leverkusen immer ein wirklicher Werksclub war, der damit zurecht unter die Ausnahmeregelung bei 50+1 fällt, während der VfL Wolfsburg ursprünglich ein ganz normaler Verein war, der später von VW übernommen wurde. Dass der unter die Ausnahmeregelung fällt ist mMn zumindest fragwürdig.
    Ebenso fragwürdig ist natürlich die Existenz dieser Ausnahmeregel überhaupt.

  2. bitte erst einmal die Primera Division aus dem Wettbewerben komplett disqualifizieren, was dort mit dem Geld gemacht wird hat mit Fair Play wirklich gar nichts mehr zu tun.

    Madrid und Barcelona bekommen die HÄLFTE der Gesamteinnahmen von 650 Millionen, die andere Hälfte wird unter den ACHTZEHN anderen Clubs aufgeteilt. Nur damit die beiden Clubs in der CL ganz vorne mitspielen können.

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    Wehe die heilige Kuh Bundesliga wird irgendwo auch nur ein kleines Bisschen kritisiert, dann kommen sofort die Beißreflexe Richtung Ausland. Kann man nicht mal über unsere Probleme reden (ohne alles auf Spanien und England abzuschieben)?
    Wir fühlen uns immer so toll, weil hier ja alles finanziell so rund laufe, dabei wird vom deutschen Fan ja immer gerne verdrängt, dass hier auch "Scheichvereine" wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim rumlaufen. Aller Voraussicht nach wird Leipzig demnächst folgen. Auch wenn die Dimension nicht so groß sein mag wie bei PSG oder Man City.
    Und wie war das mit Schuldenbergen? HSV, BVB, Schalke, Köln, Hertha...habe ich wen vergessen? Ja bestimmt.
    Die Bundesliga besteht aus den wirtschaftlich hervorragend aufgestellten Bayern, gefolgt eventuell von sich konstituierenden Dortmundern.
    Der Rest unterscheidet sich in seinem Finanzmodell nicht vom geschassten Ausland. Dieser Mythos der gesunden Bundesliga entstand scheinbar im finsteren Mittelalter (ca. 2002-2009), wo die Liga international zweitklassig war und sich der Slogan "die können kicken, wir wirtschaften dafür vernünftig" zum Selbstschutz durchsetzte.

  3. Schiebt ein Brausekonzern munter ablösefreie Spieler zwischen drei Ligen hin und her und kauft 18-jährige ohne Buli-Erfahrung für Summen, die die Konkurrenz unmöglich aufbringen kann, beschäftigt Nationalspieler, baut ein >30 Millionen € teures Leistungszentrum.....

    Ich bin dankbar dafür, dass VW und Bayer so zurückhaltend agieren!

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    was hier gerecht, bzw. richtig ist, lässt sich trefflich streiten. es gibt viele Argumente für und wieder. Sollen diejenigen, die so was tun und vor allem, sich leisten können, ihr Geld auch in Hedge-Fonds stecken und damit unserer aller Lebensgrundlage zerstören? Da ist mir diese Art des Geldausgebens sehr viel lieber, weil davon ja hauptsächlich die Jugend profitiert, indem Jugendzentren für die Jugendarbeit gegründet und gebaut werden.! Nun ja das ist die eine Seite der Medallie, die Andere sieht nicht so gut aus, nur was ist uns lieber, wobei wir wieder beim Anfang wären. Wie man sieht, es ist sehr, sehr schwer es allen Recht zu machen!!!

    • lxththf
    • 25. Januar 2014 13:04 Uhr

    Ws hat Poulsen gekostet? 600.000. Hätte sich jeder 2Ligist leisten können. Martinez? 600.000.
    Immer niedlich, wenn es heißt, dass RBL die Kohle für Spieler nur so verbrennt, derweil die Spieler vor Allem wegen der Perspektive und Entwicklungsmöglichkeit wechseln und auf dem Transfermarkt Schnäppchen sind.

  4. Wehe die heilige Kuh Bundesliga wird irgendwo auch nur ein kleines Bisschen kritisiert, dann kommen sofort die Beißreflexe Richtung Ausland. Kann man nicht mal über unsere Probleme reden (ohne alles auf Spanien und England abzuschieben)?
    Wir fühlen uns immer so toll, weil hier ja alles finanziell so rund laufe, dabei wird vom deutschen Fan ja immer gerne verdrängt, dass hier auch "Scheichvereine" wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim rumlaufen. Aller Voraussicht nach wird Leipzig demnächst folgen. Auch wenn die Dimension nicht so groß sein mag wie bei PSG oder Man City.
    Und wie war das mit Schuldenbergen? HSV, BVB, Schalke, Köln, Hertha...habe ich wen vergessen? Ja bestimmt.
    Die Bundesliga besteht aus den wirtschaftlich hervorragend aufgestellten Bayern, gefolgt eventuell von sich konstituierenden Dortmundern.
    Der Rest unterscheidet sich in seinem Finanzmodell nicht vom geschassten Ausland. Dieser Mythos der gesunden Bundesliga entstand scheinbar im finsteren Mittelalter (ca. 2002-2009), wo die Liga international zweitklassig war und sich der Slogan "die können kicken, wir wirtschaften dafür vernünftig" zum Selbstschutz durchsetzte.

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    Sie haben natürlich recht, dass man auch über Probleme in der Bundesliga reden können muss, ohne ständig auf andere Ligen zu zeigen.
    Dass sich der Rest der Liga, außer BVB und Bayern aber nicht vom Ausland unterscheiden soll, ist aber Unsinn.

    Zunächst einmal können sie unter folgendem Link die Schuldenstände der Top-Ligen vergleichen:
    http://de.statista.com/st...

    Nun zum Finanzierungsmodell:
    In Deutschland muss (außer der Ausnamhen, welche sie zurecht kritisieren), 51% dem Verein gehören. Nun Anteile vom Verein zu Verkaufen oder sonstiges ist ein absoluter legitim.
    Die Finanzierung vieler Auslandsvereine basiert dagegen auf willkürlichen Investitionen von Milliardären, welche in keinem Verhältnis zum Markt stehen (was ein großer Unterschied zu verkauften Anteilen, Aktien, oder auch Trikotwerbung ist).
    Das ist schön daran zu erkennen, was passiert, wenn ein Mäzen aussteigt -Bsp. Malaga. Da das Geld, welches in den Verein gepumupt wurde in keiner Relation zu dem Markt steht, findet sich kein Anschlussinvestor und man ist sofort in massiven Schwierigkeiten und Insolvenzgefährdet. Und was passiert, wenn in Deutschland jemand den Sponsor verliert? Richtig: es werden Anschlusssponsoren mit ähnlichen Konditionen gefunden, wodurch sich zumeist keine großen Schwierigkeiten ergeben. Natürlich wird auch in DE z.T. zu riskant gewirtschaftet, das hat dann aber normale Ökonomische Gründe.

  5. was hier gerecht, bzw. richtig ist, lässt sich trefflich streiten. es gibt viele Argumente für und wieder. Sollen diejenigen, die so was tun und vor allem, sich leisten können, ihr Geld auch in Hedge-Fonds stecken und damit unserer aller Lebensgrundlage zerstören? Da ist mir diese Art des Geldausgebens sehr viel lieber, weil davon ja hauptsächlich die Jugend profitiert, indem Jugendzentren für die Jugendarbeit gegründet und gebaut werden.! Nun ja das ist die eine Seite der Medallie, die Andere sieht nicht so gut aus, nur was ist uns lieber, wobei wir wieder beim Anfang wären. Wie man sieht, es ist sehr, sehr schwer es allen Recht zu machen!!!

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    Antwort auf "Und währenddessen..."
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    "Sollen diejenigen, die so was tun und vor allem, sich leisten können, ihr Geld auch in Hedge-Fonds stecken und damit unserer aller Lebensgrundlage zerstören? Da ist mir diese Art des Geldausgebens sehr viel lieber, weil davon ja hauptsächlich die Jugend profitiert"

    Beim ersten Satz stimme ich Ihnen zu.
    Aber "der Jugend" an sich kommt diese Art des Geldausgebens wohl kaum zugute, abgesehen von ein paar wenigen talentierten und später völlig überbezahlten Fußballern.
    Sinnvoll wäre ein weltweiter "Salary Cap", also eine Gehaltsobergrenze wie in der NBA praktiziert, nur natürlich mit viel niedrigeren Grenzen. Ich denke die Fußballer würden trotzdem weiterhin nicht verhungern, Eintrittskarten würden günstiger, usw...

    • Vanagas
    • 25. Januar 2014 11:00 Uhr

    . . . sondern ein Werbeprojekt von VW . Siehe auch Leverkusen .
    Plastikverein samt + sonders .
    Der Nächste ist auch schon im Anmarsch aus Leipzig .
    Das ist kein Fußball mehr sondern Reklame .
    Es wäre schön , wenn mehr Fußballfans aufwachen würden + sich diesem Geschäftsgebahren die rote Karte zeigen !

    Da gehe ich doch lieber zu meinen DFB - zwangsabgestiegenen Fünftligisten !
    Oder schaue mir meinen örtlichen Bezirksligisren an .

    6 Leserempfehlungen
    • plutoo
    • 25. Januar 2014 11:01 Uhr

    ... sind das immernoch 40 Millionen Euro Unterschied, Leverkusen erhält 20 Mio. € im Jahr von Bayer. Die 20 Millionen liegen übrigens auch nicht so weit von dem entfernt, was andere Vereine von ihren Hauptsponsoren erhalten.

    Ein weiterer Unterschied liegt in der Transferpolitik: Während Leverkusen hauptsächlich von Vereinen wie Nürnberg, Freiburg, Mainz oder dem HSV solide Spieler kauft, schlägt Wolfsburg gleich beim FC Bayern oder FC Chelsea zu - was sich dementsprechend auch beim Preis widerspiegelt.
    Darüber hinaus hat Leverkusen über Jahre hinweg eine sehr gute Scoutingabteilung aufgebaut. Emerson, Lucio, Vidal - alles Spieler, die ihren ersten europäischen Verein in Leverkusen hatten.

    Zu guter Letzt darf man sich die Frage stellen, ob Traditionsvereine wie der FC Bayern (Verkauf von Anteilen an Audi und Adidas), der BVB (Börsengang) oder auch Schalke 04 (Stadtwerke Gelsenkirchen, Gazprom) sich nicht ebenfalls ähnlicher Methoden bedienen, aber dann die ersten sind, die mit dem Finger auf andere zeigen.

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    Antwort auf "Bayer Leverkusen??"
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    Es ist ohne Zweifel richtig, dass in Leverkusen seit Jahren ausgezeichnete Arbeit geleistet wird. Vor der Arbeit der sportlichen Führung habe ich - und als FC-Fan fällt es mir beileibe nicht leicht, das zu sagen - größten Respekt. Die Frage dreht sich für mich aber viel mehr darum, wie es Bayer möglich war, sich in der Bundesliga überhaupt zu etablieren. Auch hier gibt es eine Ausnahme Regel der DFL. Bayer ist dabei leider nur das erste Beispiel einer ganzen Reihe von Marketing-Objekten. Wolfsburg und Hoffenheim zwei andere populäre Fälle.
    Diese Vereine zerstören auf Dauer die Grundlage des Fußballs. Der Vorteil, dass ein Unternehmen einen Fußballverein als Spekulations- und Marketingobjekt missbraucht ist nichts anderes als Bettbewerbsverzerrung ! Diese Vereine genießen einen Vorteil gegenüber anderen.

    Auf Dauer muss sich also die DFL fragen, in welche Richtung sich der Fußball entwicklen soll: Werbemarkt oder sportlicher Wettbewerb !

    Aber auch wir Fans sind gefragt uns gegen diese Entwicklungen zu wehren und können in keinem Fall dabei auf UEFA vertrauen !

    Sonst sieht es in einigen Jahren in allen Stadien so aus:
    http://www.11freunde.de/i...

    • kimo21
    • 25. Januar 2014 11:07 Uhr

    Also dieser Artikel lässt es mir kalt über den Rücken laufen.
    Nicht etwas aufgrund des VfL's sondern aufgrund des extrem schwachen Inhalts bzw offensichtlicher Falschaussagen.

    Wie kann man gegen eine Regel verstoßen welche noch nicht in Kraft getreten ist (FFP ab 2015) ?
    Warum darf dieser "Experte" einen Etat schätzen wenn diese bekannt sind und Wolfsburg mit Leverkeusen "nur" den 4.-5. größten der Liga hat?
    Warun steht im Artikel von einer Ausnahmeregelung welcher der VfL in Anspruch nehmen würde wenn dies seit 30.August 2012 nicht mehr der Fall ist?

    Was ist die Aussage des Artikels? Nur dass der VfL iwie scheiße ist.
    Es wird doch durchgehend nur suggeriert dass da iwas unfair ist.
    Kein Wort über wirkliche Retortenklubs wie Hoffenheim oder RB? Kein Wort über Bayer? Kein Wort darüber wie die Traditionsvereine zu dem wurden was sie heute sind? Oder wurden in Nürnberg früher einfach die besseren Kicker geboren. Vle war es ja doch der selbe StandortVORTEIL den heute Wolfsburg genießt.
    Die schnellstwachsende Stadt, das umsatzstärkste Unternehmen Deutschlands welches nunmal für die örtliche Kultur verantwortlich ist. Kein Wort dazu. Es werden durchgehend Klischees genährt und Stammtischweisheiten neu verpackt.
    Und so etwas von "meiner" Zeitung. Das macht mich ehrlich traurig. Man muss den VfL nicht mögen aber offensichtliche Falschaussagen nur wegen ein paar Klicks zum Bundesligastart?
    Ich bitte um ummgehende Richtigstellung.

    6 Leserempfehlungen
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    jetzt ist sie aber richtig beleidigt....

    Ja, Ihr Verein kommt in diesem Artikel nicht gut weg, aber er ist vom Wesen her nun wirklich nicht besser als Leverkusen, Hoffenheim und RasenBall Leipzig. Das sieht jeder Fan eines Nicht-Werksklubs so und daran kann Ihre Empörung auch nichts ändern.

    nur inhaltslose Dinge kommen. Sehr schade.

    Interessant ist aber auch, dass in diesen Artikeln von Sponsoring der gewohnten Art niemals die Rede ist.

    Das ist nämlich auch sehr interessant.
    Und da komme ich gerne auf den Krösus zu sprechen: Bayern München.

    Das Sponsorenportfolio ist nämlich die Crème de la...Dabei zahlt Hauptsponsor Telekom 30 Mio €, Ausrüster: Adidas ca.20 Mio€, Stadionsposnor Allianz 6 Mio € und Premium Partne Audi 25 Mio €.

    Ich frage mich, was bei dieser Summe von 80 Mio. € der Unterschied zu einem Konzern a la VW und Wolfsburg ist.

    Warum ist das mit dem Fremdkapital so kritisch? Weil die ihr Geld zurückziehen, wenn es ihnen passt?

    Hat nicht Audi 100 Mio für Anteile am FCB bezahlt, damit die das Stadion schneller abbezahlt bekommen?

    Was, wenn die Sponsoren sich plötzlich aus Compliancegründen zurückziehen? Wäre ja möglich. Immerhin muss Hoeness schon mal aus genau diesen Gründen den Aufsichtsrat einer Tochtergesellschaft der Allianz verlassen dürfen. Zwar nicht den Aufsichtsrat des FCB. Aber wer weiß, was passiert, wenn Uli Hoeness verurteilt wird oder gar ins Gefängnis gehen muss?
    Dann machen die entsprechenden Unternehmen schon aus Imagegründen Druck auf den Verein und beeinflussen so die Vereinspolitik.

    Und das ganz unabhängig davon, dass ein Verurteilter einfach kein Amt innehaben sollte, in dem Vorbild für viele ist.

    Einfluss nimmt man trotzdem.

    Aber über den Krösus redet man lieber nicht. Sponsoring und Stiften ist ja so furchtbar in.

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