Kunstturnerin Svetlana Khorkina mit der olympischen Fackel in Moskau © Kirill Kudryavtsev/AFP/Getty Images

Ein ganz persönliches Abschiedsgeschenk zum 64. Geburtstag sei es gewesen, heißt es beim Bayerischen Rundfunk. Werner Rabe, Sportchef des BR und Chef des Berichterstatter-Teams bei den Olympischen Spielen im russischen Sotschi, war einer der Fackelträger vor Beginn der Spiele.

Das ARD-Team in Sotschi twitterte die Nachricht: Werner Rabe neben dem Basketballer Alexei Savransko und der Speerwerferin Maria Abakumova.

"ARD-Teamchef Werner Rabe ist an seinem 64. Geburtstag vor seinen neunzehnten und letzten Olympischen Spielen eine 400-Meter-Strecke in Krasnodar gelaufen", schreibt die Pressestelle des BR auf Nachfrage von ZEIT ONLINE in einer Mitteilung. "Es war für ihn ein ganz persönlicher Moment des Abschiednehmens nach vierundvierzig Arbeitsjahren in der Sportberichterstattung bei Zeitung, Nachrichtenagentur, Hörfunk und Fernsehen."

Der Blogger Jens Weinreich hatte das Thema durch einen Tweet angestoßen.

Neu ist es nicht, dass Journalisten als Fackelträger mitlaufen, wenn das olympische Feuer vor der Eröffnung der Spiele durch die Welt getragen wird. Das gilt auch für andere Rundfunkveranstalter, die am Ort des Geschehens berichten. "Das Internationale Olympische Komitee hat ARD und ZDF schon vor gut einem Jahr jeweils einen der insgesamt 14.000 Plätze beim Fackellauf angeboten", heißt es in der Mitteilung des Bayerischen Rundfunks.  

Auch ZDF und BBC liefen mit

Das ZDF bestätigt: Auch Olympia-Programmchefin Anke Scholten sei einige Hundert Meter mit der Fackel in der Hand mitgelaufen. "Das ist doch eine große Ehre", sagte Pressesprecher Thomas Stange ZEIT ONLINE. Die Frage nach journalistischer Unabhängigkeit stellt sich der öffentlich-rechtliche Sender nicht. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Sender durch die Teilnahme an dem Lauf korrumpiert würde, so Stange.

"Unsere kritische Haltung zum politischen Umfeld der Spiele wird in unserer Berichterstattung hinreichend deutlich", sagt er. Man befasse sich seit Wochen mit Themen wie Menschenrechtsverletzungen, Korruption und der Diskriminierung von Homosexuellen. Die Teilnahme am Fackellauf ändere daran nichts.

Auch die britische BBC war nach eigenen Angaben beim Lauf dabei. Die Moderatorin Hazel Irvine habe die olympische Fackel einige Hundert Meter getragen, sagte Pressesprecherin Gail Sullivan ZEIT ONLINE.

BR-Sportchef Rabe war auf Nachfrage zunächst nicht zu erreichen.