Die norwegische Langläuferin Marit Bjoergen mit Trauerflor am linken Arm © Alexey Filippov/RIA Novosti/dpa

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Norwegens Langläuferinnen ermahnt, weil sie im Skiathlon am vergangenen Samstag einen Trauerflor getragen hatten. Anlass war der Tod des Bruders der Langläuferin Astrid Jacobsen. Laut Sprecher Mark Adams habe man dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Norwegens einen Brief geschrieben. "Damit ist die Angelegenheit für das IOC abgeschlossen."   

Nicht jedoch für die Norweger: Diese reagierten mit großem Unverständnis auf die IOC-Rüge. Dies sei menschlich nicht nachvollziehbar, sagte NOK-Generalsekretär Inge Andersen. "Wir sind alle Menschen und halten dies in solch einer tragischen Situation für die angemessene Form." Dies sei auch Therapie und ein Zeichen des Respekts.

Sogar der norwegische IOC-Spitzenfunktionär Gerhard Heiberg konnte den Unmut seiner Landsleute verstehen. "Als Mensch habe ich vollstes Verständnis dafür, was passiert ist", erklärte der IOC-Marketing-Chef. Er könne aber auch die Reaktion des IOC nachvollziehen, das für 204 Nationale Olympische Komitees verantwortlich sei.

Auch Kanada wurde ermahnt

Nach dem Tod des Bruders ihres Teammitglieds Jacobsen hatten sich die Norwegerinnen im olympischen Skiathlon am vergangenen Samstag entschlossen, aus Anteilnahme eine schwarze Armbinde zu tragen. Für das IOC offenbar ein Zeichen zu viel: Die Sportler sollten einen besseren Platz finden, um ihre Trauer auszudrücken, sagte dessen Sprecher Adams. 

Dies gilt in den Augen des IOC auch für die kanadische Olympiamannschaft: Verboten sind nun auch Aufkleber, in denen an den Tod der vor zwei Jahren verunglückten Ski-Freestylerin Sarah Burke erinnert werden sollte.