IranFußballnationalspielerinnen als Männer enttarnt

Vier vermeintliche iranische Spielerinnen sind suspendiert: Es handelt sich um Männer, die auf eine Geschlechtsumwandlung warten.

Spielerinnen der iranischen Nationalmannschaft

Spielerinnen der iranischen Nationalmannschaft  |  © Medi Totonchi/Parspix/abacapress.com/dpa

Nur streng verhüllt dürfen sie spielen, Zuschauer im Stadion sind verboten. Nun sollen sich die Spielerinnen der iranischen Fußballliga auch noch Geschlechtertests unterziehen, denn der iranische Fußball wird von einem kuriosen Skandal erschüttert: Viele führende Spielerinnen – darunter vier aus der Nationalmannschaft – sind Männer.

Bei den Fußballerinnen handelt es sich um Männer, die auf eine Geschlechtsumwandlung warten oder bei denen diese bislang nur in Teilen erfolgt ist. Die vier Spielerinnen des Nationalteams wurden suspendiert. Bei erfolgreicher Operation bestehe aber die Chance auf eine Rückkehr ins Team, sagte der Vorsitzende des Iranischen Frauenfußball-Verbandes, Ahmad Haschemian. 

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Geschlechtsumwandlungen werden im Iran in mehreren Schritten durchgeführt, die bis zu zwei Jahre dauern können. Sie sind gängige und legale Praxis, seit sie von Ajatollah Ruhollah Chomeini, dem Revolutionsführer von 1979, eingeführt worden sind.

Dennoch bleiben die Operationen ein extrem heikles Thema in dem Land, in dem Homosexualität und Sex vor der Ehe strikt verboten sind.

Gleichzeitig sind sie für Homosexuelle oft der einzige Ausweg. Transsexualität gilt als heilbare Krankheit, Homosexualität hingegen als eine Form von Kriminalität. Viele Schwule werden dadurch zu Geschlechtsumwandlungen getrieben. (Ausführlich schrieb darüber ZEIT-Redakteur Jörg Lau 2007 in einem Blogbeitrag)

In Zukunft müssen sich Spielerinnen Geschlechtertests und Untersuchungen unterziehen, bevor sie dem Nationalteam beitreten können. Die Mediziner sollen ohne Vorankündigung auf den Trainingsplätzen auftauchen dürfen und Kontrollen durchführen. Laut Haschemian sind die Teams auch in Zukunft gehalten, das Geschlecht der Frauen zu überprüfen, bevor sie neue Spielerverträge unterzeichnen.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Bitte verzichten Sie auf sexistische Äußerungen und achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/fk.

    2 Leserempfehlungen
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    wie sie nur jemand treffen kann, der keine Ahnung vom professionellen Fußball hat.

    [...]
    Ich finde es gut, dass in einem Staat wie dem Iran, welcher allem wo "s e x" drinsteckt eigentlich sehr abstoßend gegenübersteht überhaupt Frauen spielen dürfen und Geschlechtsumwandlungen möglich sind, auch wenn es sicherlich ein schöneres Zeichen wäre, wenn Homosexualität dort auch gesetzlich legalisiert werden würde.

    Wir haben Ihren Kommentar nur gekürzt, da der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, entfernt wurde. Die Redaktion/fk.

    man sollte doch nicht so abschaetzig von "Weiber-..." schreiben. Das ist doch wirklich unterste Schublade.
    Auch wenn ich beim Lesen lachen musste, es ist eigentlich nicht zum Lachen. Eigentlich ist es traurig dass die Frauen dort so in Ganzkoerperkondomen auftreten muessen und Zuschauer nicht erlaubt sind. Aber so sind die Muslims eben, die Maenner laufen in Jeans und Tshirts rum, kaum zu unterscheiden von "Westlern" und die Frauen in ihren Verhuellungen. Und beim Essen muessen sie noch ihren Mundschutz zur Seite schieben. Und das alles damit auch ja kein anderer Mann ein bischen Haut zu sehen bekommt. Darueber sollte man mal nachdenken

    • flyyy
    • 12. Februar 2014 14:01 Uhr

    ... so abwertend?

    • amandaR
    • 12. Februar 2014 14:05 Uhr

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

    Wenn Sie keinen konstruktiven und sachlichen Beitrag zur Debatte leisten, unterlassen Sie bitte das Kommentieren. Danke, die Redaktion/fk.

  2. wie sie nur jemand treffen kann, der keine Ahnung vom professionellen Fußball hat.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
    • Kim_S
    • 12. Februar 2014 13:51 Uhr

    Warum ist das eigentlich so, dass Redakteure keine Ethikseminare oder dergleichen besuchen müssen um mal irgendwann damit anzufangen, transsexuelle Menschen in ihrem Geschlecht zu respektieren? Also nochmal ganz langsam: Transsexualität bedeutet nicht, dass da ein Mann zu einer Frau wird, sondern bezieht sich auf eine geschlechtliche Normvariante, die vorkommt, wenn Mädchen - simpel ausgedrückt - mit Penis und Hoden geboren werden.

    Man kann das tausend mal sagen, aber irgendwie interessiert das immer noch keine Sau. Warum ist das so? Und vorallem: Warum arbeiten so viele Leute in Zeitungen, die eigentlich einen guten Namen haben, aber trotzdem nicht auf die Reihe bekommen, mit dem Thema Transsexualität angemessen umzugehen?

    8 Leserempfehlungen
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    Ähmm... was Sie da als Transsexualität beschreiben (wenn ein Mensch genetisch, anatomisch oder/und hormonell nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann) ist wohl eher Intersexualität.

    Transsexualität ist jedoch, wenn sich jemand (der eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann) als Angehöriger des anderen Geschlechts fühlt.

    • welll
    • 12. Februar 2014 14:39 Uhr

    Bei allem Respekt, sicher kann man von "geschlechtlich normvarianten Frauen" reden, allein das trift den Sachverhalt ja auch nicht.

    Es gibt halt das psychische und das biologische Geschlecht.

    Das biologisch/genetische Geschlecht ist nun aber gerade im Sport von größerer Bedeutung und das ist bei den hier zur Diskussion stehenden "geschlechtlich normavarianten Frauen" nun einmal männlich und nicht normvariant.

    Sie können aus der Wortwahl, insbesondere im Begriff "Geschlechtsumwandlung", eine Unsensibilitiät ableiten, meinetwegen auch eine Wissenslücke. Aber daraus gleich "Transexuellenfeindlichkeit" abzuleiten geht deutlich über das Ziel hinaus.

  3. 4. [...]

    [...]
    Ich finde es gut, dass in einem Staat wie dem Iran, welcher allem wo "s e x" drinsteckt eigentlich sehr abstoßend gegenübersteht überhaupt Frauen spielen dürfen und Geschlechtsumwandlungen möglich sind, auch wenn es sicherlich ein schöneres Zeichen wäre, wenn Homosexualität dort auch gesetzlich legalisiert werden würde.

    Wir haben Ihren Kommentar nur gekürzt, da der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, entfernt wurde. Die Redaktion/fk.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Wenn Sie keinen konstruktiven und sachlichen Beitrag zur Debatte leisten, unterlassen Sie bitte das Kommentieren. Danke, die Redaktion/fk.

    • Reno67
    • 12. Februar 2014 14:43 Uhr

    Oh wenn Sie wüssten, wie sich das mit dem S.E.X in muslimisch geprägten Ländern verhält. Sie würden sich umschauen. Wenn kurze Röcke, High Heels und Auschnitt bis zum Bauchnabel in der Öffentlichkeit verpönt ist, lässt das nicht darauf schließen dass dm im Privaten ebenso ist.

    Erotik und Sex spielen auch in solch bösen bösen Ländern wie dem Iran eine nicht unwesentliche Rolle. Aber sowas lebt man nicht wie bei uns im Westen in aller Öffentlichkeit aus.

  4. man sollte doch nicht so abschaetzig von "Weiber-..." schreiben. Das ist doch wirklich unterste Schublade.
    Auch wenn ich beim Lesen lachen musste, es ist eigentlich nicht zum Lachen. Eigentlich ist es traurig dass die Frauen dort so in Ganzkoerperkondomen auftreten muessen und Zuschauer nicht erlaubt sind. Aber so sind die Muslims eben, die Maenner laufen in Jeans und Tshirts rum, kaum zu unterscheiden von "Westlern" und die Frauen in ihren Verhuellungen. Und beim Essen muessen sie noch ihren Mundschutz zur Seite schieben. Und das alles damit auch ja kein anderer Mann ein bischen Haut zu sehen bekommt. Darueber sollte man mal nachdenken

    6 Leserempfehlungen
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    Nein. So sind nicht Moslems. Der Iran ist ein totalitäres Regime und die Bevölkerung hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesetzgebung. Lästig, ständig betonen zu müssen, dass es auch sehr weltoffene Menschen gibt, die dem Islam nahestehen.

    -Es gibt auch muslimische Frauen, die T-Shirt und Jeans tragen.
    -Einem "Westler" zu ähneln, betrachte ich dennoch nicht als erstrebenswert.
    -Viele Frauen sehen das im Übrigen ähnlich.

    Und genau das ist der Punkt. Gerade da darf man nicht stehen bleiben und
    noch weniger sich damit abfinden. Allez! Aufklärung tut not!
    So wie der Feminismus sich durchkämpfen musste. Oder die Schwulenemanzipierung.

    • flyyy
    • 12. Februar 2014 14:01 Uhr

    ... so abwertend?

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    • amandaR
    • 12. Februar 2014 14:05 Uhr
    8. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

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