Bayern-München-Fans"Als mein Präsident steht Hoeneß nicht infrage"

Seine Steuervergehen hat er als Privatmann begangen, als Bayern-Präsident muss er bleiben! Oder schadet Hoeneß inzwischen dem Verein? Ein Pro und Contra zweier Fans.

Vor Gericht sieht es schlecht aus für Uli Hoeneß. Die Höhe seines Steuerbetrugs nimmt ungeahnte Maße an. Doch was sagen die Bayern-Fans dazu? Wir haben mit zweien gesprochen. Gerhard Kirsch will, dass Hoeneß Bayern-Präsident bleibt. Seine Vergehen habe er als Privatmann begangen. Franz Stadlberger hält dagegen: Hoeneß sei nicht mehr tragbar.

Ich halte es mit Werner Schneyder und unterscheide zwischen dem privaten Menschen Uli Hoeneß und dem verdienten Macher des FC Bayern, dem Macher des deutschen Fußballs. Die deutschen Medien sind heute schnell dabei, Verdienste und Leistungen zu vergessen, wenn diese sich Fehltritte erlauben.

Dabei vergessen sie: Der ehemalige Wirtschaftsminister und langjährige Vorsitzende der FDP, Otto Graf Lambsdorff, war wegen Steuervergehen vorbestraft. Die Leistungen für Bedürftige sind nach einem Mann benannt (Hartz IV), der wegen Veruntreuung von Firmengeld vorbestraft ist und in eine Schmiergeld-Affäre verstrickt war.

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Ginge es nach dem verursachten Schaden für die Gemeinschaft, dürfte keiner der derzeitigen Regierungspolitiker im Amt verbleiben. Die Verantwortlichen für die Milliardengräber Berliner Flughafen und Stuttgart21 kommen ungestraft davon. An Uli Hoeneß aber reiben sich die Gemüter. Der Prozess ist eine Ablenkung des Volks vom Versagen der Politik.

Gerhard Kirsch
Gerhard Kirsch

Gerhard Kirsch ist 59 Jahre alt und seit seiner Jugend Bayern-Fan. Er ist Mitglied beim FC Bayern und zweiter Vorstand des Bayern-Fanclubs Hatzenbühl.

Um die Tragik des Uli Hoeneß zu beleuchten, sollte man sich zudem nicht auf die Steuerhinterziehung beschränken. Die private "Zocksucht" und wie es dazu kam, spielt eine große Rolle. Hoeneß ist nicht der einzige Manager, der seinen Stress mithilfe der Sucht abbauen wollte. Andere trinken Alkohol oder nehmen Drogen. Das soll seine Tat nicht entschuldigen, aber erklären.  

Aber auch sein Umfeld hat versagt. Plötzlich meldeten sich Leute zu Wort, die die auffällige Verhaltensweise von Uli Hoeneß beobachtet und festgestellt hatten. Dass er sogar während der Spiele des FC Bayern mehr mit seinem Smartphone beschäftigt war als mit dem, was sich auf dem Rasen abspielte. Waldemar Hartmann zum Beispiel. Echte Freunde schreiten früher ein, statt hinterher alles besser gewusst zu haben.

Ich achte Uli Hoeneß noch immer, er ist ein äußerst kompetenter und verdienter Mensch mit hoher sozialer Verantwortung und Engagement. Der Privatmann Uli Hoeneß muss sich seinen Fehlern und den Konsequenzen stellen. Als mein Präsident des FC Bayern steht er aber nicht infrage. Uli Hoeneß hat dem FC Bayern keinerlei Schaden zugefügt. Er hat den Verein zum Besten der Welt gemacht. 

Leserkommentare
    • sf2000
    • 12. März 2014 16:58 Uhr

    ... wäre Lambsdorff nix geworden, und Hartz mit "Leistungen für Bedürftige" zu definieren, ist so außerirdisch, dass mich der Rest auch nicht wundert. Mehr als alles andere ist es allerdings die Kindergartenlogik: Die haben ja auch!

    Scheinbar werden Hoeness Fürsprecher sein größtes Problem.

    10 Leserempfehlungen
  1. Vermutlich hat "der Pate" Uli gegen die Aufsichtsräte etwas in der Hand. Sie verstoßen gegen alle Complienceregeln die in Ihren "Häusern" (Dax-Unternehmen) einen CEO unhaltbar machen würden. Was steckt dahinter? Hat Herr Hoeneß mit deren Geld mitgezockt? Woher hat Hoeneß solche "Spielgeldbeträge"?

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    Herr Hoeneß hat in ganz großem Stil für diese Leute Geld gewaschen. Jetzt geht er, im ungünstigsten Fall, maximal für 2 Jahre in den Knast und dann haben alle diese Leute ihre Schäfchen im Trockenen und der Lebensabend ist gesichert.

    Herr Hoeneß hat genau das richtige Alter, dass er sich jetzt 2 Jahre Auszeit gönnen kann und danach kann er sich in Ruhe seinem Restleben frönen.

  2. Zu Gerhard Kirsch:
    Kurz vorweg: Als Lambsdorff verurteilt wurde, war er nicht mehr Minister und wäre es wohl auch nicht geblieben. Vorsitzender der FDP blieb er aber noch jahrelang, das kommentiert sich allerdings von selbst in Sachen FDP und wäre heutzutage wohl auch nicht mehr möglich.
    Herr Hartz ist auch ein, nun ja, etwas kühn gewähltes Beispiel was "Leistungen für die Gesellschaft" angeht, aber das führte jetzt zu weit.
    Grundsätzlich ist es Sache der Mitglieder des FC Bayern, wen sie als Präsidenten des e.V. haben wollen. Mit einem Steuerhinterzieher und -flüchtling als Ehrenpräsidenten, sowie einem wegen eines Steuerdeliktes vorbestraften Vorstandsvorsitzenden der AG wäre ein Verbleiben von Herrn Hoeneß als Präsident des e.V. auch nur einschlägig konsequent im Rahmen der Vereinspolitik. Wenn die Mitglieder dazu stehen wollen - bitte sehr, sie müssen dann aber auch Kritik aushalten.
    Interessant wäre für mich als Fan und Mitglied des FCB aber z.B. ein näherer Blick auf die adidas-Millionen, die Herrn Hoeneß als Spielgeld zur Verfügung standen. Was mag es da noch so geben?
    Da Herr H. offensichtlich nicht die saubere, geradlinige, grundehrliche und solide Persönlichkeit ist, die er gerne in der Öffentlichkeit darstellte, könnte es ja zumindest sein, dass auch der wirtschaftliche Erfolg des FC Bayern seit 1979 durchaus nicht immer alleine auf die saubere, geradlinige, grundehrliche und solide Arbeit zurückgeht, die Herr H. immer so vollmundig propagiert hat.

    8 Leserempfehlungen
  3. Frage: Herr Uli H., kann Ihrer Meinung nach ein Vorbestrafter Präsident eines Bundesligaclubs bleiben?

    Antwort: Nun, ich denke auch da gilt, was ich schon einmal im Fall Christoph Daum gesagt habe: Kriminelle haben im Fußball nichts verloren!

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  4. Zum einen stellt ein vorbestrafter Präsident ein großes Image-Problem dar, zumal wenn er wirklich einsitzen muß. Repräsentiert er dann aus der Zelle heraus ? Peinlich !

    Zum anderen hat er sich so unglaublich unintelligent und tölpelhaft verhalten in der ganzen Affäre, daß ich keinen talentierten Manager mehr in ihm sehe. Die eigene scheibchenweise Demontage immer mehr voran zu treiben, anstatt einmal reinen Tisch zu machen ist schon grenzdebil zu nennen. In den letzten Tagen konnte man den Eindruck gewinnen, er will in den Knast.

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    heute wird ja wohl das Urteil gesprochen und wir werden alle sehen ob er sich wirklich so unintelligent und tölpelhaft verhalten halt und in den Knast muss.
    Kann ja jeder seine Meinung haben doch ich bin mir sicher das er die fäden noch immer in der Hand hat schauen wir mal.

  5. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf undifferenzierte Äußerungen und verfassen Sie konstruktive Beiträge zum konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/sw

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf undifferenzierte Vergleiche. Danke, die Redaktion/sw

  6. ärgere ich mich genauso wie viele andere im Land.
    Nur muss man den Kerlchen zugestehen, dass sie es geschafft haben, ganz oben in der Fussballwelt mitzuspielen.
    Und das kommt nicht nur auf dem Rasen zustande, da hat auch die Vereinsführung über die Jahre ganze Arbeit geleistet. Wie eine Konzernleitung.

    Wenn diese Führung jetzt zerschlagen wird, ist das gut für die anderen Mannschaften, aber schlecht für die Bayern.

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