Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Dortmund – Schalke 04 0:0
Hertha BSC – Bayern München 1:3
Werder Bremen – VfL Wolfsburg 1:3
Eintracht Braunschweig – FSV Mainz 05 3:1
1. FC Nürnberg – VfB Stuttgart 2:0
TSG Hoffenheim – Hannover 96 3:1
FC Augsburg – Bayer Leverkusen 1:3
Hamburger SV – SC Freiburg 1:1
Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach 1:0

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Alle, weil es jetzt richtig los geht. Kaum sind die Bayern Meister und damit ergebnistechnisch endgültig außer Konkurrenz wird aus einer Langeweile-Liga plötzlich eine der spannendsten Saisons aller Zeiten. Weil die Münchner fast alle verfügbaren Punkte aus der Liga zogen wie ein großer Staubsauger, blieb für die anderen Vereine nicht mehr so viel übrig. Deshalb ist es bei denen so eng wie lange nicht. Es gibt praktisch kein Mittelfeld. Entweder es geht um Europa oder gegen den Abstieg. Dortmund und Schalke liefern sich ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen. Bis Platz 8 balgen sich die Mannschaften um die Europapokal-Plätze, auch weil grandios aufspielende Kleine wie der FC Augsburg und der FSV Mainz so weit nördlich auftauchen. Die andere Hälfte der Liga steckt im Abstiegskampf. Zwischen dem Vorletzten und Platz 12 liegen nur fünf Punkte, eine Zone die mit vielen Teams bestückt ist, die sich zu Höherem berufen sahen (Hamburg, Stuttgart, Bremen). Guter Fußball wie der der Bayern ist toll, Spannung ist toller.

Welches Spiel konnten Sie unter der Woche mit gutem Gewissen verpassen?

Sie tragen Kapuzenpullover, stören, wo es nur geht, und sind den Etablierten ein Dorn im Auge. Ultras sind die Online-Journalisten des Fußballgeschäfts. Vor dem Revierderby zwischen Dortmund und Schalke bibberte wieder das ganze Land vor ihnen. Im Hinspiel hatten Dortmunder Ultras ihren eigenen Torwart mit Silvesterraketen beschossen. Dieses Mal klebten sie lediglich Anti-Schalke-Aufkleber, die auf der Rückseite mit Rasierklingen bestückt waren, an Laternenmasten. Beim wütenden Herunterkratzen, so das Kalkül, sollten sich die Gelsenkirchener wehtun. Klingt hart, doch in der Hoodieszene geht so etwas unter Kinderkram durch. Ansonsten blieb es ruhig, nicht nur auf den Rängen. Beide Mannschaften einigten sich auf ein friedliches 0:0. Dabei ist ein Derby ohne Tore wie eine Kapuze ohne Pulli.

Wer stand und steht im Blickpunkt?

Domi Kumbela, weil man die größten Kunstwerke dort findet, wo sie niemand vermutet. Dafür muss man nicht mal in die Mietswohnung von Cornelius Gurlitt lugen, sondern nur Bundesliga-Abstiegskampf schauen. In Braunschweig, beim Tabellenletzten, wo gerannt wird bis die Lunge brennt und gegrätscht, was die Grasnarbe hergibt, fiel das schönste Tor des Spieltags. Kumbela, ein Stürmer aus dem Kongo, der öfter mal Probleme mit dem Ball und auch dem Leben hat, legte sich am Dienstag in die Luft, fallrückzog einen Ball auf denkbar elegante Art und Weise ins Tor und ließ seine Mannschaft weiter darauf hoffen, auch im kommenden Jahr Bundesliga spielen zu dürfen. Getreu dem deutschen, alten Sprichwort: "Wenn Natur und Kunst die Füße ansetzen, so geht es vorwärts. "