Clemens Tönnies während der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 2013 © Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

SC Freiburg – Werder Bremen 3:1
FSV Mainz 05 – Bayern München 0:2
Hannover 96 – Borussia Dortmund 0:3
FC Schalke 04 – Eintracht Braunschweig 3:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0
VfL Wolfsburg – FC Augsburg 1:1
Borussia Mönchengladbach – Hertha BSC 3:0
1. FC Nürnberg – Eintracht Frankfurt 2:5
Bayer Leverkusen – TSG Hoffenheim 2:3

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Wenn in Hamburg kleine Jungs oder Mädchen geboren werden, bekommen die Eltern häufig einen Strampler mit HSV-Raute geschenkt. Für viele Hanseaten (die nicht auf St. Pauli wohnen) ist der HSV von Beginn an wichtig. Am Ende kann die sinnstiftende Bedeutung des Fußballs so weit führen, dass man sich auf dem HSV-Friedhof, gleich neben dem Stadion, begraben lässt. Eine VfB-Gruft gibt es in Stuttgart (noch) nicht. Aber natürlich Strampler mit Vereinswappen. Der VfB ist, wie der HSV, mehr als ein Fußballteam. Allein deshalb hätten Sie die Partie der beiden Teams besser nicht verpassen sollen. Es war kein schönes, kein schnelles, kein torreiches, kein ansehnliches Spiel, dafür ging es um mehr als drei Punkte. Um Ehre, Selbstbewusstsein und einen Nichtabstiegsplatz in der Tabelle. Die Partie war Kampf, Krampf, Existenzangst, Drama oder wie René Adler es sagte, ein "taktisch geprägtes Spiel". Der HSV war besser, erspielte sich mehr Chancen, musste aber ab der 53. Minute ohne Hakan Calhanoglu auskommen, Gelb-Rote Karte, weil er seinen Gegner zu Boden riss. Danach war der Drops gelutscht, die HSV-Nuckel-Flasche leer und die Messen gelesen. Die Stuttgarter schossen den 1:0-Siegtreffer.

Und falls Sie das mit dem Friedhof nicht glauben wollen, schauen Sie, was das ukrainische Fernsehen über die HSV-Grabstätte berichtet:


Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannover gegen den BVB, spannend war hier wiederum nichts, fast nichts. Nur eine der 92 Minuten war das Aufstehen am Samstag im Hannover wert. Es war die 52. Nach einem Angriff der Hannoveraner stehen alle Dortmunder Spieler in der eigenen Hälfte, außer Robert Lewandowski, der läuft mit dem Ball alleine Richtung 96-Tor. Fünf Gegenspieler kreuzen seinen Weg. Fünf Gegenspieler schauen zu. Lewandowski läuft und läuft und läuft, dann ein Schuss, schnell wie eine Rakete, mindestens, und es steht 2:0. So unglaublich wie Lionel Messi am Sonntagabend war das 16. Saisontor des Bald-Münchners nicht, aber fast.

Wer stand im Blickpunkt?

Der größte und stärkste Athlet aller Zeiten, mindestens. Sie wissen schon. Der Kerl, der die G8 schrumpfen und Russland wachsen lässt, Wladimir Putin. Seit er sich alle Vorräte an Krimsekt für immer und ewig gesichert hat, fürchtet man sich vor ihm auf der ganzen Welt, außer auf Schalke. Via Gazprom, eines von Putins staatsnahen Gasunternehmen, finanziert der russische Staat auf Schalke die Bundesliga-Tauglichkeit des FC, etwa 15 Millionen Euro pro Jahr plus Erfolgsprämien. Selbst in Zeiten, wo die Bundesregierung russischen Politikern die Einreiseerlaubnis entzieht und Wirtschaftssanktionen vorbereitet, wirbt der FC Schalke groß für seinen Hauptsponsor. "Ich sehe da überhaupt kein Problem, für mich ist da Null Komma Null zu beanstanden", sagt Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies. Geld stinkt halt nicht, wird er sich denken. Anders als die Schweine, mit denen der gute Bekannte Putins zum Millionär wurde. Der Metzgersohn ist nämlich Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Tönnies Fleisch. Und sein Fleischgeschäft läuft ausgerechnet in Russland gerade saugut. Elf Mastbetriebe sollen dort bald fertiggestellt werden. "Wir planen in der Endstufe, also so in drei bis vier Jahren, rund 1,5 Mio. Schweine jährlich zu mästen, zu schlachten und zu zerlegen. Dabei geht es um achtzehn landwirtschaftliche Anlagen mit insgesamt 60.000 Hektar Ackerland, Sauenhaltung in Einheiten zu je 2.500 Tieren und angeschlossener Mast," sagte Tönnies dem Landwirtschaftsmagazin. Dass einige der Schlachtbetriebe gar nicht so weit von der russischen Armee entstehen, die an der Grenze zur Ukraine in Alarmbereitschaft steht, tja, da kann der Schalker Schweine-Tönnies ja auch nichts dafür.

Sogar beim Gymnastics-Worldcup war am Wochenende mehr Protest gegen Gazprom: