Hamburgs Rafael van der Vaart mag auch nicht mehr so richtig. © Christian Charisius/picture alliance/dpa

Abschaffen - Relegation ist eine Idee der Besitzstandswahrer

Dass es bis dahin das dritte 0:0 der Fußballwoche war, dafür konnten der Hamburger SV und Greuther Fürth nichts. Ebenso wenig wie die DFL, die sich die Relegationsspiele ausgedacht hat. Doch dieses Spiel zweier Teams, bei dem man eingenickt wäre, wäre es nicht um so viel gegangen, und vor allem sein Ergebnis schreien es laut heraus: Die Relegation ist unnötig. Schafft sie  bitte wieder ab!

Die zusätzlichen Spiele sind eine Idee der Besitzstandswahrer, ein beinahe elitäres Repressionsmittel. Eine Idee der Großen, um die Kleinen kleinzuhalten, um noch einmal eine letzte Chance zu bekommen, die eigentlich nicht verdient ist. Bis vor fünf Jahren wäre der Hamburger SV direkt abgestiegen, so wie es nach dieser Graupensaison auch angemessen gewesen wäre. Nun geht er in die Verlängerung. Fraglich, ob er sich und seinen Fans damit einen Gefallen tut. Besser ein Ende mit Schrecken.

Die Spiele sind auch sportlich fragwürdig. Fußball ist bis zu einem gewissen Grad Zufallssport, Kleinigkeiten entschieden. In nur zwei Spielen schlagen diese mehr durch als über die 34 Spiele einer kompletten Saison verteilt. Die Gefahr ist groß, dass nicht die bessere Mannschaft gewinnt, sondern die glücklichere. Ein recht hoher Einsatz, wenn es um Auf- und Abstieg, ja manchmal gar die viel beschworenen Existenzen geht.

Es steht zu viel auf dem Spiel. Vor zwei Jahren nach den Vorfällen in Düsseldorf und in Karlsruhe forderte die Polizei gar, die Relegation abzuschaffen. Das Risiko sei zu groß, weil bei den Fans zu viele Emotionen im Spiel seien.

Warum diese Partien eingeführt wurden? Sie bringen Geld. Sie sind ein Geschäft für die TV-Sender, Sponsoren, die DFL und die Vereine selbst. Doch was kommt als nächstes: Bundesliga-Playoffs wie im US-Sport? Ein Final Four? Ein Meisterschaftsfinale? Irgendwann ist auch mal gut.

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