Sind wirklich aller guten Dinge drei? Jeder richtige Japaner muss sich diese Frage stellen. Jeder weiß, dass Fußballjapan noch nie so hoch oben war wie jetzt. Der Sport boomt im Land, und die ausländischen Clubs, die einen Japaner in ihren Reihen haben, konnten sich in den letzten Jahren glücklich schätzen. Bei dieser Weltmeisterschaft müsste endlich gezeigt werden, dass Japan auch eine große Fußballnation ist.

Aber zwei Mal ist es ja schon schiefgegangen. Im ersten Spiel gegen die Elfenbeinküste, das Japan mit 2:1 verlor. Und richtig peinlich war die Pleite vom Eröffnungsspiel. Da war der Schiedsrichter Japaner und gab Brasilien einen Elfmeter, der keiner war. Danach war die Aufregung in Japan groß. Die Medien hielten sich zwar beschämt zurück und zitierten lieber ausländische Stimmen, um den Skandal einzufangen. Aber die Fans hatten den klaren Fehler ihres Landsmanns gesehen. Yuichi Nishimura wurde zu einer Art Gegenstand der nationalen Scham.

Nun also Griechenland. Im Gegensatz zur Elfenbeinküste weiß jeder Japaner genau, wo dieses Land liegt, die meisten wollen irgendwann mal zur Akropolis. Sie wissen auch, dass Griechenland keine Fußballmacht ist. Bei einer Niederlage wäre Japan schon ausgeschieden. Aber mit Spielern wie Honda, Nagatomo, Hasebe, Okazaki, Kagawa? Eigentlich undenkbar.

Vielleicht doch nicht: "Warum stellt der Kagawa nicht auf?", fragt ein Japaner Richtung Fernseher. In der kleinen Kneipe im Tokioter Stadtzentrum wird getuschelt. Beim ersten Spiel sei der doch ziemlich schwach gewesen, sagt ein anderer. Der Star der Mannschaft sitzt jedenfalls bequem auf der Bank.

Japanische Skepsis in Tokio: Das wird schwer

Diejenigen, die spielen müssen, wirken nicht ganz so souverän. Japan bestimmt das Spiel, versucht, in sein schnelles Offensivspiel zu finden, ein paar Schüsse fliegen Richtung Tor. Es sind eher Warnschüsse. Immerhin haben die Griechen nicht viel zu melden. In der ersten Viertelstunde hat Japan 71 Prozent Ballbesitz und mehr Torschüsse und je länger das Spiel dauert, desto klarer wird die Überlegenheit. Nach 37 Minuten fliegt auch der griechische Kapitän Katsouranis mit Gelb-Rot vom Feld.